Radsport-Superstar Tadej Pogacar ist bei der Spanien-Rundfahrt schwer gestürzt und auf der achten Etappe verletzungsbedingt ausgestiegen!
Pogacar nach Blut-Sturz raus - Gegner zeigt besondere Geste
Erste Diagnose nach Pogacar-Sturz
Der Slowene stürzte 33 Kilometer vor dem Ziel auf dem Weg nach Xeraco an der Mittelmeerküste. Im Hauptfeld fahrend zog der 27-Jährige aus dem Nichts nach rechts, rammte einen Kontrahenten und löste damit einen Sturz mehrerer Fahrer aus.
„Ich weiß nicht, ob etwas auf der Straße lag oder eine Windböe kam. Er zieht seltsam nach rechts und kollidiert mit einem anderen Fahrer. Er kann kaum noch aufstehen“, reagierte Ex-Radprofi Jens Voigt während der Etappe bei Eurosport.
Pogacar blutverschmiert und im Gesicht verletzt
Auslöser für Pogacars Manöver war offenbar ein großer Stein auf der Straße. TV-Bilder zeigen ein etwa faustgroßes Felsstück auf dem Asphalt, Pogacar scheint über den Stein zu fahren, woraufhin er zu Fall kommt.
„Sein Zustand ist stabil und nach einer gründlichen medizinischen Untersuchung im Krankenhaus wurde bei Tadej eine Gehirnerschütterung, eine verschobene Fraktur des linken Schlüsselbeins, eine stabile Fraktur des Halswirbels C7 sowie mehrere Schürfwunden diagnostiziert. Glücklicherweise liegen keine weiteren schweren Verletzungen und keine neurologischen Folgeschäden vor“, gab Dr. Adrian Rotunno, medizinischer Leiter von UAE Team Emirates-XRG, später bekannt.
Pogacar werde „eine Operation am Schlüsselbein benötigen, die jedoch aus Vorsichtsgründen aufgrund der Gehirnerschütterung verschoben wird“.
Voigt: „Sieht nach Schultereckgelenkssprengung aus“
Der Radsport-Dominator war bei seinem Sturz über den Lenker gegangen und zuerst mit dem Gesicht aufgeschlagen. Dort war sofort eine blutende Platzwunde und großflächige Abschürfungen zu sehen. Auch seine linke Schulter war voller Blut.
„Er wird nicht weiterfahren können. Das sieht nach einer Schultereckgelenkssprengung aus“, vermutete Voigt. Pogacar probierte, noch einmal auf das Rad zu steigen, musste sich dann aber eingestehen, dass er nicht mehr weiterfahren kann. Er wirkte kurz benommen, ging danach aber selbständig in den Krankenwagen und wurde behandelt. Nach kurzer Zeit wurde er dann abtransportiert.
„Ein schrecklicher Crash“
Der fünfmalige Tour-de-France-Gewinner war mit einem Vorsprung von 3:50 Minuten in die achte Etappe gegangen und lag auf der Jagd nach seinem ersten Triumph bei der Vuelta damit komfortabel in Führung. In seiner Karriere ist es sein erster Ausstieg bei einer Grand-Tour.
„Ein schrecklicher Crash“, sagte UAE-Sportdirektor Matxin Joxean Fernandez: „Das sind Sachen, die im Radsport passieren. Das ist die dunkle Seite des Radsports. Man kann nicht sagen, dass irgendjemand dafür die Verantwortung hat.“
Pogacar wollte weiterfahren
Pogacar habe weitermachen wollen, angesichts der deutlich sichtbaren Verletzungen habe man aber „eine Entscheidung treffen müssen“, sagte Fernandez. Es werde nun auf die Ergebnisse der Untersuchungen gewartet.
Pogacar hatte bei der Vuelta auf den ersten sieben Etappen insgesamt drei Tagessiege gefeiert und nur fünf Wochen nach seinem Triumph bei der Frankreich-Rundfahrt mit gewohnter Dominanz beeindruckt. Hinter seiner Teilnahme an der Ende September stattfindenden WM in Montreal, wo Pogacar eigentlich seinen dritten Weltmeistertitel in Folge gewinnen will, steht ein dickes Fragezeichen.
Besondere Geste von Enric Mas
Den Tagessieg sicherte sich am Samstag im Massensprint der Franzose Bryan Coquard vom Team Cofidis vor dem Dänen Mads Pedersen (Lidl-Trek).
Neuer Gesamtführender ist der Spanier Mas vor dem Österreicher Felix Gall (Decathlon CMA CGM/+1:11 Minuten) und Vuelta-Rekordsieger Primoz Roglic (Slowenien/+1:33 Minuten) vom deutschen Team Red Bull-Bora-hansgrohe – nach dem Aus von werden die Karten wieder neu gemischt.
Mas zeigte bei der Siegerehrung dann eine besondere Geste: Aus Respekt vor dem gestürzten Pogacar zog der Spanier vom Team Movistar sein neu erobertes Rotes Trikot nicht an. Stattdessen hielt er das Jersey nur in der Hand.
Die neunte Etappe am Sonntag über 187,4 km hoch zum Alto de Aitana wird vor dem ersten Ruhetag am Montag ein echter Härtetest.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)