Mehrere deutsche Springreiter, deren Pfleger und Pferde sitzen wegen des Iran-Krieges in Katar fest. Fünf Reiterinnen und Reiter, darunter der ehemalige Vize-Europameister Philipp Weishaupt, sind betroffen, aber nicht alle sind vor Ort.
Deutsche Reit-Elite wegen Iran-Krieg in heikler Lage: "Sie hören die Drohnen und Raketen"
Deutsche Reit-Elite in heikler Lage
Bundestrainer Otto Becker steht „mit dem ein oder anderen“ im Austausch, wie er dem SID sagte. Durch das Flugverbot besteht aktuell keine Möglichkeit zur Abreise.
„Die Pfleger sitzen meist in Hotels, können die Pferde aber bewegen und hören die Drohnen und Raketen fliegen, weil sie genau in der Einflugschneise in Richtung der amerikanischen Militärbasis sind“, sagte Becker. Die Basis des US-Militärs sei von deren Standort „wohl ca. 40 Kilometer weg“, sagte der Bundestrainer, „aber sie hören die und haben natürlich mitbekommen, was da passiert“.
Reiten: In Doha steht erste Etappe der Global Champions Tour an
Im katarischen Doha soll am Wochenende planmäßig die erste Etappe der Global Champions Tour der Springreiter stattfinden. Becker kann sich „nicht vorstellen, dass die Global Champions Tour regulär stattfindet, weil ja selbst die Reiter der Pferde, die vor Ort sind, noch zum Großteil hier sind“, sagte der 67-Jährige.
Noch gebe es dazu von Seiten der Ausrichter aber „nichts Offizielles“. Da unklar ist, wie lange das Flugverbot noch gelten wird, lässt sich schwer eine Prognose abgeben. „Ich kann mir allerdings auch nicht vorstellen, dass Europäer noch runter fliegen - selbst wenn es in den nächsten Tagen möglich sein sollte“, sagte Becker.
Die sichere Heimkehr aller Menschen und Tiere genießt Priorität gegenüber der sportlichen Ambition. „Soweit ich es von unseren Leuten weiß, würden sie natürlich gerne so schnell wie möglich die Pferde und Pfleger nach Hause holen, was aber wegen des Flugverbots nicht geht“, erklärte Becker: „Sie warten auf Informationen. Verlässlich kann es aber keiner sagen.“