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Nach 20 Jahren hat der deutsche Gold-Reiter dieses Trauma überwunden

20 Jahre altes Trauma besiegt

Marcus Ehning war bei der WM 2006 in Aachen der tragische deutsche Held. 20 Jahre später führt er die Springreiter-Equipe an gleicher Stelle zur ihrem ersten WM-Titel nach 16 Jahren.
Marcus Ehning war 2006 in Aachen der tragische Held der deutschen Springreiter
© IMAGO / Sven Simon
Marcus Ehning war bei der WM 2006 in Aachen der tragische deutsche Held. 20 Jahre später führt er die Springreiter-Equipe an gleicher Stelle zur ihrem ersten WM-Titel nach 16 Jahren.

Gemeinsam sprangen Marcus Ehning und Otto Becker ganz oben auf das Podium und feierten Seite an Seite den Weltmeistertitel. Zusammen war das Duo 2000 zu Olympiagold geritten, auch beim bislang letzten WM-Triumph 2010 war Becker als Bundestrainer und Ehning im Parcours mit dabei.

Nach dem dominanten Ritt zu Gold bei der Heim-WM in Aachen bedankte sich Ehning mit emotionalen Worten: „Wenn Otto nicht gewesen wäre, würde ich jetzt nicht hier stehen“, sagte der nun zweimalige Reit-Weltmeister, „viele in Deutschland hatten mich schon abgeschrieben, aber denen habe ich es jetzt nochmal gezeigt.“ Ehning überwand dabei auch endgültig ein 20 Jahre altes Trauma.

Ehning verarbeitet Aachen-Trauma eindrucksvoll

„Vor 20 Jahren“, gestand Ehning nach seiner Nullrunde im Mannschaftsfinale, „war ich an gleicher Stelle deutlich nervöser.“ Damals hatten Ehning und seine Stute Küchengirl am berühmten „Briefmarken-Sprung“ die deutschen Goldchancen verspielt, das Duo beendete den Parcours nicht.

Ehning gewann damals zwar Bronze mit Ludger Beerbaum, Meredith Michaels-Beerbaum und Christian Ahlmann, ließ die Siegerehrung aber mit versteinerter Miene über sich ergehen. Der Frust über die Rolle als tragischer Held war deutlich größer als die Medaillenfreude.

Vier Jahre danach holte Ehning bei den Weltreiterspielen 2010 in Lexington Teamgold mit Michaels-Beerbaum, Carsten-Otto Nagel und Janne Friederike Meyer. Nun ist der inzwischen 52-Jährige das einzige Mitglied der damaligen Equipe, das beim neuerlichen Gold-Coup dabei war.

„Ich habe selten so eine konstante Mannschaftsleistung erlebt“, resümierte der Routinier nach den Glanztaten von Sophie Hinners, Daniel Deußer und Richard Vogel.

Deutsche Reiter vor Einzelfinale

Am Sonntag (ab 14.20 Uhr) geht es für Ehning und Co. weiter, im Einzelfinale geht es um den Weltmeistertitel.

Die deutschen Reiter haben beste Aussichten: Noch vor Ehning (Platz vier) hofft Deußer als Führender auf den großen Coup. Hinners liegt als Fünfte in Lauerstellung.

Der eigentlich favorisierte Richard Vogel hat trotz seines schweren Fehlers an Tag 1 noch Außenseiterchancen aufs Podium. Er liegt auf Rang 14.


Mit Sport-Informations-Dienst (SID)