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Dieses Stadion wird zum Problem

Dieses Stadion wird zum Problem

Im Stadion der walisischen Rugby-Nationalmannschaft kommt es regelmäßig zu Zwischenfällen. Die Kritik an den Veranstaltern wird lauter.
Der Taifun 'Hagibis' hat in Japan seine Spuren hinterlassen. Das kriegen auch die Rugby-Spieler des WM-Ausrichters 2019 zu spüren.
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von Alexandra Müller

Wenn von der „größten Kneipe der Welt“ die Rede ist, ist damit nicht wirklich ein Lokal gemeint.

Es geht vielmehr um das Principality Stadium in Cardiff, die Heimstätte der walisischen Rugby-Nationalmannschaft.

Erst am Samstag kam es - man muss sagen: mal wieder - zu einem Zwischenfall, der für negative Schlagzeilen sorgte. Während des Spiels zwischen Wales und Südafrika rannte ein Zuschauer auf das Spielfeld und versuchte die Gastgeber zu stören.

Eine Woche zuvor hatte sich ein Fan gegen Neuseeland während der Hymne der All Blacks bei den Spielern eingereiht, bevor er aus dem Stadion geworfen wurde.

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Rugby-Stadion macht negative Schlagzeilen

In der 74.500 Zuschauer fassenden Arena in Cardiff sind derartige Vorfälle keine Seltenheit, aggressive Fans und Eskapaden gehören zur Tagesordnung. Mittlerweile sehen sich die Veranstalter deshalb scharfer Kritik ausgesetzt.

Hintergrund: Im Stadion gibt es mehr als 30 Bars, an denen Alkohol ausgeschenkt wird - was regelmäßig zu übermäßigem Konsum der Zuschauer führt.

„Ich verstehe nicht, warum man bis zu 110 Pfund für eine Eintrittskarte bezahlt und dann so viel Alkohol konsumiert, dass man kaum noch sehen kann, was vor einem passiert“, sagte der Journalist und Rugby-Experte Peter Jackson bei BBC Radio Wales und kritisierte, dass „die Bars während des Spiels nicht für 80 Minuten schließen“.

Es sei „keine Übertreibung, dass der Verband durch die Förderung der Trinkkultur das Principality Stadium in die größte Kneipe der Welt verwandelt hat“.

Rugby-Fans leisten sich Alkohol-Eskapaden

Der Pressevertreter fordert daher, die Bars zehn Minuten vor dem Anpfiff zu schließen und erst zehn Minuten nach Spielende wieder zu öffnen. „Wenn sie das nicht tun, dann gibt es im Principality Stadium bald einen schweren Unfall.“

Auch Fans, die eigene Erfahrungen im Stadion gemacht haben, schimpfen über die Zustände: „Wenn man zu seinen Plätzen geht, bleiben die Füße am Boden kleben, weil so viel Bier herunterfällt“, sagte ein Zuschauer.

"Drink Responsibly": An diesen Aufruf halten sich im Principality Stadium längst nicht alle Zuschauer
"Drink Responsibly": An diesen Aufruf halten sich im Principality Stadium längst nicht alle Zuschauer

Ein anderer berichtete: „Wir saßen am Ende einer Reihe. Die Stufen waren mit Bier getränkt und ein junges Mädchen rutschte aus und fiel etwa vier Stufen hinunter.“

„Zusammenhang zwischen Verhalten und Alkohol dünn“

Die Verantwortlichen der Sportstätte hingegen spielen die Probleme herunter. Vicky Wales, für Kundenangelegenheiten verantwortlich, sagte: „Das Principality Stadium ist als eine der besten Sportstätten der Welt anerkannt, vor allem dank der leidenschaftlichen Fans, die hinter dem walisischen Team stehen. Wir hoffen, dass das asoziale Verhalten einer sehr kleinen Minderheit im Stadion den guten Ruf des walisischen Rugbys und seiner Fans nicht trübt.“

Gerry Toms, ehemaliger Geschäftsführer des Stadions, betonte, dass die Vorfälle der letzten Wochen zwar peinlich gewesen seien, aber nicht auf ein langfristiges Sicherheitsproblem hinweisen würden.

Im Alkoholkonsum kann Toms indes kein Problem erkennen: „Das Problem mit den Getränken war schon immer ein Dauerbrenner. Aber warum sollte die Mehrheit für das Verhalten einer sehr kleinen Minderheit bestraft werden? Ich denke, der Zusammenhang zwischen schlechtem Verhalten und Alkoholkonsum ist ein wenig dünn.“

Fan mit Behinderung von betrunkenen Fans beschimpft

Dabei gehören die Flitzer-Aktionen noch zu den harmlosen Ereignissen im Rugby-Stadion.

2017 beschimpften betrunkene Fans einen Mann mit Behinderung, nachdem dieser eine Gruppe aufgefordert hatte, die Sicht auf das Spiel nicht länger zu blockieren. Ein Zeuge erklärte damals, es habe sich um „obszöne Beschimpfungen, die seine Behinderung betreffen“ gehandelt.

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Die Nichte des Leidtragenden sprach später von einem „Moment, den ich nicht vergessen kann. Den ich nie wieder erleben möchte. Um ehrlich zu sein, hat mich das davon abgehalten, wieder zum Rugby zu gehen.“

Werden im Principality Stadium nicht bald Maßnahmen getroffen, um derartige Eskapaden zu unterbinden, wird sie nicht die Einzige bleiben.

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