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Schwimm-WM: Florian Wellbrock fliegt zu Gold

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Schwimm-WM: Florian Wellbrock fliegt zu Gold

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Deutsche Schwimmer mit Chaos-Gold

Deutsche Schwimmer mit Chaos-Gold

Florian Wellbrock führt die deutsche Freiwasserstaffel als Schlussschwimmer zum Sieg. Die deutschen Schwimmer profitieren von einer echten Chaos-Situation.
Auf dem Court ganz groß, im Wasser aber noch mit Problemen: Bostons Riesen-Rookie Tacko Fall (2,26m) kann nicht schwimmen. Seine Mitspieler wollen das ändern.
. SPORT1
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von SPORT1

Chaos-Gold für die deutschen Staffel-Schwimmer!

Die deutsche Staffel gewann das Rennen über 4x 1,5 Kilometer, weil gleich vier andere Länder disqualifiziert wurden.

Südkorea, Griechenland, Südafrika und Spanien verschwammen sich an der letzten Boje und kürzten deshalb ab. Aus diesem Grund folgte eine Massen-Disqualifikation der zu diesem Zeitpunkt führenden Teams.

Für die deutsche Schwimm-Staffel, die sich daraufhin an die Spitze kämpfte, ein echter Segen!

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„Der Medaillensatz ist jetzt erstmal komplett“

Als endlich wieder eine Goldmedaille an seinem Hals baumelte, lächelte Florian Wellbrock zufrieden in die Kameras, dann lauschte er mit geschlossenen Augen der deutschen Hymne.

„Der Medaillensatz ist jetzt erstmal komplett“, sagte der Olympiasieger nach dem WM-Triumph mit der Freiwasserstaffel und seinem dritten Edelmetall in Budapest, „alles, was jetzt kommt, ist on top.“

Nur gut 19 Stunden nach seinem Bronzerennen über 1500 m in der Halle hatte der Magdeburger im Lupasee mit fulminantem Schlussspurt den Ungarn Kristof Rasovszky und seinen italienischen Rivalen Gregorio Paltrinieri auf den letzten Metern abgehängt.

Stolz reckte der 24-Jährige den Zeigefinger in die Luft und hängte sich an das Zielbrett: endlich Gold nach Silber und Bronze im Becken.

Am Ufer jubelten Lea Boy, Oliver Klemet und Leonie Beck - der Plan war aufgegangen.

Heimcoach Berkhahn voll des Lobes

Auf der dritten 1500-m-Runde hatte Beck ihren Vorsprung gegen Männer verteidigen müssen. Die Olympiafünfte aus Würzburg ließ sich im 26 Grad warmen Wasser erst kurz vor dem Wechsel einholen, schickte Wellbrock mit wenigen Sekunden Rückstand in die entscheidende Rennphase.

„Ich habe gesehen, dass die Jungs kommen“, berichtete Beck, „und versucht, dranzubleiben.“ Wellbrock, vor einem Jahr Freiwasser-Olympiasieger in Tokio, erledigte den Rest.

Sein Heimcoach Bernd Berkhahn war voll des Lobes. „Das hat er meisterhaft gemacht, taktisch sehr gut“, sagte der Bundestrainer: „Er war nicht zu halten - saustarker Endspurt. Er hat sich freigeschwommen.“

Wellbrock hatte anders als in den Tagen zuvor etwas länger schlafen und später frühstücken dürfen. Die Nacht war dennoch kurz, die Zeit zur Regeneration knapp. Berkhahn kritisierte den Weltverband FINA für die frühe Staffel-Ansetzung nur einen Tag nach dem 1500-m-Rennen:

„Das ist schon abgefahren, was die FINA da von den Sportlern erwartet.“

Wellbrock „etwas zu schüchtern losgeschwommen“

Staffel-Gold soll nicht das letzte Edelmetall in Budapest bleiben. „Ich hoffe, das bringt uns Schwung und wir können noch ein paar Medaillen holen“, sagte Wellbrock, der über fünf Kilometer am Montag (9.00 Uhr) und die olympischen zehn am Mittwoch (8.00 Uhr) als Favorit ins Rennen geht.

Auch ohne Becken-Gold war der deutsche Schwimmstar mit seinen Leistungen in der Duna Arena „sehr zufrieden“. Dass ihn Paltrinieri mit einem famosen Start-Ziel-Sieg über 1500 m den Titel entriss, nahm der um vier Sekunden langsamere Magdeburger äußerlich gelassen hin: „Da waren mir die Hände gebunden, er war nicht zu schlagen für mich.“

Berkhahn sah es anders - und erzählte ein interessantes Detail über seinen Schützling: „Er kam aus dem Wasser und hat gesagt: Ich habe mich nicht ausgelastet und könnte jetzt weiterschwimmen.“

Wellbrock sei „wieder etwas zu schüchtern losgeschwommen“, urteilte der Bundestrainer, „Gregorio schwimmt mit einem Riesenherzen, da sind die Jungen immer noch ein bisschen zu verhalten.“

Im Schlusssprint musste Wellbrock auch noch Doppel-Olympiasieger Bobby Finke (USA) an sich vorbeiziehen lassen - genau wie bei seinem Silberrennen über 800 m vier Tage zuvor. „

Der Bobby hat mich auf der letzten Bahn so aufgefressen“, sagte Wellbrock. Nach dem Sieg tags drauf fand er es „ganz schön, mal ohne den Bobby einen Sprint machen zu können“.

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