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Freiwasser-EM Paris: Wellbrock jubelt – Seine endlich sauber

Überraschende Freiwasser-Bedingungen

Florian Wellbrock und Co. sind "positiv überrascht" von der EM-Strecke in der Seine.
Vierfach-Weltmeister Florian Wellbrock
Vierfach-Weltmeister Florian Wellbrock
© AFP/SID/FRANCOIS-XAVIER MARIT
Florian Wellbrock und Co. sind "positiv überrascht" von der EM-Strecke in der Seine.

Für die Freiwasserschwimmer um Vierfach-Weltmeister Florian Wellbrock sind die Bedingungen bei der EM in Paris deutlich besser als vor zwei Jahren bei Olympia. „Fast idyllisch“ sei die Strecke in einem Nebenarm der Seine, berichtete Bundestrainer Bernd Berkhahn nach dem Training am Sonntag. Die Strömung sei erheblich schwächer, das Wasser wärmer und sauberer als vor zwei Jahren, als weiter flussaufwärts geschwommen wurde.

Seine-Wasserqualität überzeugt DSV-Team

„Wir sind sehr positiv überrascht, die Bedingungen sind hier komplett andere als 2024“, sagte Berkhahn, seine Schwimmer seien „sehr zufrieden mit der Strecke“. Bei den Olympischen Spielen vor zwei Jahren hatten E.Coli-Bakterien unter anderem bei der deutschen Mitfavoritin Leonie Beck Erkrankungen ausgelöst. Inzwischen ist die Seine an mehreren Stellen zum öffentlichen Baden freigegeben, auch an der EM-Freiwasserstrecke.

Die Werte lagen bei den Messungen in den vergangenen Tagen „im grünen Bereich“, wie DSV-Sportvorstand Christian Hansmann dem SID berichtete. Probleme könnte es nur bei starkem Regen geben, dann jedoch haben die Veranstalter – anders als bei Olympia – einen Plan B in petto: Der Bassin de la Villette, das größte künstliche Gewässer in Paris, ist laut Hansmann „als Ausweichstrecke“ vorgesehen.

Wellbrock startet mit gedämpften Erwartungen

Wellbrock, Tokio-Olympiasieger und insgesamt neunmaliger Weltmeister im Freiwasser, geht mit heruntergeschraubten Erwartungen ins erste Rennen am Dienstag (10.00 Uhr) über zehn Kilometer. „Er ist sicher nicht in Topverfassung“, sagte Berkhahn über den 28-Jährigen, der mehrmals in dieser Saison wegen Erkrankungen pausieren musste: „Aber er ist hier sehr motiviert. Er mag die Strecke.“ 2024 hatte Wellbrock nach dem Vorlauf-Aus über 800 und 1500 m Freistil im Freiwasser nur Platz acht belegt.

Zweiter deutscher Starter ist der Olympiazweite Oliver Klemet, das Frauenrennen (14.30 Uhr) findet ohne deutsche Beteiligung statt, die Weltcup-Gesamtdritte Lea Boy und Leonie Märtens fehlen aus gesundheitlichen Gründen. „Das ist sehr bitter“, sagte Berkhahn.

Über fünf Kilometer gehen am Mittwoch Wellbrock und Klemet (10.00 Uhr) sowie Julia Ackermann und Fabienne Wenske (14.30) ins Wasser. Im Knockout-Sprint am Freitag rechnet sich die 1500-m-Olympiadritte Isabel Gose (9.00) ebenso Medaillenchancen aus wie der EM-Debütant Johannes Liebmann (11.15), der neben Wellbrock und Klemet startet. Die Besetzung der gemischten Staffel am Samstag (10.00) wird kurzfristig bestimmt.