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Deutsche pulverisiert Weltrekord

Das Team des Deutschen Behindertensportverbandes erwischt einen Traumstart. Die Hoffnungsträgerin setzt sich eindrucksvoll durch.
Tanja Scholz auf der Bruststrecke
Tanja Scholz auf der Bruststrecke
© picture-alliance/Ralf Kuckuck Photography/SID/Ralf Kuckuck
Das Team des Deutschen Behindertensportverbandes erwischt einen Traumstart. Die Hoffnungsträgerin setzt sich eindrucksvoll durch.

Paralympics-Siegerin Tanja Scholz hat dem deutschen Team bei den Europameisterschaften im türkischen Kocaeli einen goldenen Start beschert und dabei ihren eigenen Weltrekord pulverisiert.

Die inkomplett querschnittsgelähmte Schwimmerin schlug auf den 50 m Brust nach 56,44 Sekunden an und blieb damit viereinhalb Sekunden unter ihrer im Vorjahr bei den Weltmeisterschaften in Singapur aufgestellten Bestmarke. Nach ihrem Sieg in Paris 2024 sowie acht WM-Goldmedaillen machte die 42-Jährige mit ihrem ersten EM-Triumph ihre Titelsammlung komplett.

Letztlich lag Scholz in ihrem Rennen mehr als 15 Sekunden vor der zweitplatzierten Russin Dijana Koltsowa. „Es ist ein wunderbares Gefühl, es ist ein Märchen für mich. Mein Titel-Set ist komplett, jetzt kann ich nach Hause“, sagte die Elmshornerin lachend: „Es war mein Traum, unter einer Minute zu schwimmen. Dafür habe ich so hart trainiert und einen Neustart gewagt. Es ist großartig.“

Teenagerin schrammt an EM-Medaille vorbei

Für die zweite deutsche Medaille am Auftakt-Tag sorgte Verena Schott. Die Titelverteidigerin holte über 100 m Rücken in der Startklasse S6 Silber, musste sich in 1:29,41 Sekunden lediglich der Schweizerin Nora Meister geschlagen geben. Der mit 13 Jahren jüngsten deutschen Athletin Nisanur Kocabas fehlten im selben Rennen auf Rang vier lediglich anderthalb Sekunden zu Bronze. Paris-Bronzemedaillengewinner Maurice Wetekam verpasste die erhoffte Medaille über 100 m Brust gar nur um neun Hundertstel.

Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) tritt beim noch bis Samstag laufenden Jahreshöhepunkt mit 22 Sportlerinnen und Sportlern an, es ist das größte internationale Aufgebot seit 15 Jahren. Ursprünglich war geplant, dass die EM im Sommer in Eindhoven stattfindet. Doch die Niederlande zog sich wegen der Starterlaubnis für Russen und Belarussen unter eigener Flagge als Ausrichter zurück. Nach mehreren Verlegungen übernahm schließlich mit Kocaeli eine Provinz westlich von Istanbul die Austragung.