Die ehemalige Tennisspielerin Andrea Petkovic hat in der neuen Podcast-Folge von „Becker Petkovic“ zum Ausdruck gebracht, wie entsetzt sie darüber ist, dass junge aufstrebende Tennisspielerinnen anscheinend ein enormes Desinteresse am aktuellen Weltklasse-Tennis hätten.
Andrea Petkovic: "Das war ein Riesen-Schock für mich"
„Das war ein Riesen-Schock für mich“
Unter der ehemaligen Bundestrainerin Barbara Rittner (2019-2024) betreute sie ab 2023 junge Talente bei großen Turnieren. Was sie bei ihrem ersten Turnier als Mentorin miterlebte, lässt sie bis heute nicht mehr los.
„Ich hab die Mädels prügeln müssen, dass die mit mir Tennis gucken. Prügeln. Die hatten keinen Bock“, berichtete Petkovic von ihrer ersten Erfahrung beim Turnier in Stuttgart: „Die kannten keine von denen! Die einzige, die sie kannten, war Naomi Osaka, die zu dem Zeitpunkt aber nicht mal mehr in den Top 50 war, sondern eine Wildcard brauchte, um in Stuttgart zu spielen, weil die halt 2,4 Millionen Follower bei Instagram hat.“
Becker lacht über Bericht von Petkovic und Rittner
Rittner betonte zuvor, wie wichtig die Rolle von Mentoren bei der Betreuung junger Athleten sei. Sie gebe gerne einfache Tipps, wie sich die Talente von morgen besser auf ihr eigenes Spiel fokussieren könnten, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. „Leg doch mal zwei, drei Stunden das Handy weg. Konzentrier dich doch mal mehr auf die Sache, die du gerade machst – das Tennis. Beschäftige dich doch mal mit dem Drumherum“, riet sie ihren jungen Talenten.
Auch Rittner bestätigte Petkovics Wahrnehmung: „Da hast du junge Spielerinnen, die du fragst: ‚Hast du gestern das Spiel von der Gauff (Coco Gauff, Anm. d. Red.) gesehen?‘ Dann kommt zurück: ‚Von wem? Ach so ne, ich gucke kein Tennis‘.“
Für die beiden Expertinnen wäre eine derartige Unkenntnis früher undenkbar gewesen. Boris Becker konnte bei der Schilderung der Situation nur lachen.