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Affären und Knast: Absturz eines Ex-Stars

Affären und Knast: Absturz eines Ex-Stars

Mit seinen Raketenaufschlägen treibt Roscoe Tanner sogar Björn Borg in Wimbledon bis an den Rande einer Niederlage. Doch abseits der Karriere handelt sich der US-Amerikaner eine Menge Ärger ein.
Roscoe Tanner (r.) unterlag Tennis-Legende Björn Borg im Wimbledon-Finale 1979
Roscoe Tanner (r.) unterlag Tennis-Legende Björn Borg im Wimbledon-Finale 1979
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SID
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von SID

Heute heißen die Aufschlagkanonen John Isner oder Reilly Opelka und sind über zwei Meter groß.

Doch bereits in den 70er Jahren verblüffte ein Amerikaner die Tennisszene mit seinem gewaltigen Service - und der war mit 1,83 m für heutige Verhältnisse eher kleingewachsen.

Roscoe Tanner feuerte seine Aufschläge mit weit mehr als 200 km/h übers Netz, als viele seiner Gegner die Ballwechsel noch mit einem „Einwurf“ begannen. Tanners Rekord wurde mit 246 km/h gemessen.

Tanner unterliegt Borg im Wimbledon-Finale knapp

Der Linkshänder feiert am Freitag (15. Oktober) seinen 70. Geburtstag und blickt auf ein bewegtes Leben zurück - inklusive einiger Abstürze.

Nur auf dem Platz schlug er sich ziemlich erfolgreich: 1977 gewann Tanner die Australian Open, 1979 hatte er den großen Björn Borg im Wimbledonfinale am Rande einer Niederlage.

Mit 16 Turniersiegen kletterte er auf Platz vier der Weltrangliste und trug seinen Teil zum Davis-Cup-Sieg der USA 1981 bei.

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Tanner abseits des Courts wenig erfolgreich

Abseits der Tenniscourts hatte Tanner weniger Erfolg.

Der Student der Stanford University kam zwar aus gutem Haus, war beliebt und begehrt. Einen moralischen Kompass besaß er jedoch nie.

Zahlreiche Affären führten zu drei Ehen und fünf Töchtern mit vier verschiedenen Frauen.

Unterhalt zahlte er äußerst ungern, betrog mit Schecks und saß dafür mehrmals im Knast, einmal auch in Deutschland, nachdem er 2003 in Karlsruhe verhaftet worden war.

Zweite Frau verkauft Australian-Open-Trophäe

Mehrfach gab er sich reumütig, immer fiel er in alte Muster zurück.

„Ich habe alle im Stich gelassen. Ich habe den Sport nicht so vertreten, wie ich es hätte tun sollen. Darauf bin ich nicht stolz“, sagte er 2012, bevor er wieder einmal ins Gefängnis wanderte.

Geblieben ist dem Mann mit dem goldenen Arm nichts aus seiner Profizeit, nicht einmal die Trophäe der Australian Open. Die verkaufte seine zweite Frau Charlotte Brady.

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