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Tennis, ATP: Daniil Medvedev neue Nummer 1 - doch freuen kann sich der Russe nicht

Die traurigste Nummer 1 der Geschichte

Daniil Medvedev führt ab nächster Woche die Tennis-Weltrangliste an. Es ist ein historischer Erfolg - doch der Russe kann sich aktuell darüber wenig freuen.
Daniil Medwedew reflektierte nach seinem Einzug ins Halbfinale von Acapulco die Ereignisse des Tages. Die künftige Nummer eins der Weltrangliste gab an, eine Achterbahn der Gefühle gehabt zu haben.
Daniil Medvedev führt ab nächster Woche die Tennis-Weltrangliste an. Es ist ein historischer Erfolg - doch der Russe kann sich aktuell darüber wenig freuen.

Viele Tennisspieler haben es über die Jahre immer wieder versucht, doch sind daran gescheitert.

Daniil Medvedev hat es nun aber tatsächlich geschafft - als erster Spieler seit 18 Jahren, der nicht zu den sogenannten „Big Four“ zählt -, die Spitze der Tennis-Weltrangliste zu erobern.

Doch nach Feiern ist dem Russen angesichts der Vorkommnisse in der Ukraine überhaupt nicht zumute. „In diesen Momenten ist klar, dass Tennis manchmal nicht so wichtig ist“, sagte er beim ATP-Turnier in Acapulco.

Seine Gedanken kreisten um die schlimmen Geschehnisse in der Heimat. Er sei mit „vielen Emotionen“ aufgewacht, sagte Medvedev nach dem Sieg im Viertelfinale des ATP-Turniers in Acapulco gegen Yoshihito Nishioka: „Dieser Tag war eine Achterbahnfahrt.“

Gedanken an die Ukraine

Am Montag wird Medvedev offiziell als Weltranglistenerster geführt werden, doch dieser so historische Moment war ihm in diesen Stunden herzlich egal.

„Hier in Mexiko aufzuwachen und die Nachrichten aus der Heimat zu sehen, war nicht einfach“, erklärte er und fügte hinzu: „Als Tennisspieler möchte ich den Frieden auf der ganzen Welt fördern.“

So hatte der gebürtige Moskauer zunächst nicht einmal auf dem Schirm gehabt, dass er ab Montag die neue Nummer eins der Welt sein wird. „Ehrlich gesagt, das wusste ich nicht“, gestand er.

Er habe die Niederlage von Djokovic mitbekommen, „aber ich wusste nicht, dass ich die Nummer eins werde, wenn er verliert. Ich dachte, ich müsste hier etwas Großes tun. Als ich dann alle Nachrichten erhielt, verstand ich: Okay, es wird passieren.“

Historischer Erfolg für Medvedev

Damit ist der 26-Jährige der erste Tennisspieler seit Andy Roddick 2004 an der Spitze der Weltrangliste, der nicht Roger Federer, Rafael Nadal, Novak Djokovic oder Andy Murray heißt.

Zudem ist er nach Yevgeny Kafelnikov und Marat Safin erst der dritte Russe überhaupt, der das Tableau bei den Männern anführt.

Auf die neue Nummer eins wartet im Halbfinale mit Nadal nun ein Spieler jener „Big Four“. Der Spanier wurde in Bezug auf die russische Invasion in die Ukraine deutlich: „Das sind traurige Neuigkeiten.“

Der Rekord-Grand-Slam-Sieger fuhr fort: „Es scheint mir unglaublich, dass es in diesem Jahrhundert, in dem wir leben, Kriege gibt. Ich kann es nicht verstehen. Das Einzige, was ich mir wünsche, ist, dass so wenig Menschen wie möglich betroffen und getötet werden.“

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)