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"Ich schämte mich": Neue Details zu Alexander Zverevs Enthüllung

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"Ich schämte mich": Neue Details zu Alexander Zverevs Enthüllung

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Neue Zverev-Details: „Ich schämte mich“

Neue Zverev-Details: „Ich schämte mich“

Alexander Zverev verheimlichte und dementierte jahrelang seine nun offenbarte Diabetes-Erkrankung. In einem neu veröffentlichtes Interview berichtet er, wie sehr ihn das Thema prägte.
Alexander Zverev leidet seit vielen Jahren an Diabetes. Das gibt der Tennis-Star bekannt. Er will nun anderen Menschen helfen.

Das deutsche Tennis-Ass Alexander Zverev hat ein jahrelanges Versteckspiel beendet.

Der Olympiasieger hat seit frühster Kindheit Diabetes, wie er am Wochenende bekanntgegeben hat.

Entsprechende Spekulationen hab es bereits länger, aufmerksamen Fans war schon vor Jahren aufgefallen, dass er auf öffentlichen Bildern mit Insulin-Pens und Monitor zu sehen war. Auch in Pressekonferenzen mit Zverev war es schon Thema, Zverev aber dementierte die Erkrankung - er wollte sie nicht öffentlich zum Thema machen.

Nun hat er seine Haltung geändert, in einem Schritt der von längerer Hand geplant war; Bereits im Mai führte er mit der französischen Zeitung L´Équipe ein 20-minütiges Interview, das am Wochenende veröffentlicht wurde - und seine Bekanntgabe mit neuen, persönlichen Hintergründen ergänzt.

Alexander Zverev: „Ich schämte mich“

„Ich schämte mich. Schon in der Schule fühlte ich mich damit unwohl. Ich wurde oft verspottet“, erklärte der 25-Jährige.

Ein unschönes Beispiel: Einst wurde ihm sein Diabetes-Set in der Schule geklaut - er fand es später komplett zerstört wieder.

  • Der Tennis-Podcast „Cross Court“ mit dem Coach von Jule Niemeier als Interview-Gast: bei SPORT1, auf Spotify, Apple Podcasts und überall, wo es Podcasts gibt

Selbst im Freundeskreis hatte er es schwer. „Manchmal wurde ich zu den Geburtstagen der Schulfreunde eingeladen und ihre Eltern ließen mich keinen Kuchen essen. Sie sagten mir: ‚Du hast die Zuckerkrankheit, du darfst keinen Kuchen essen.‘ Ich wurde ausgeschlossen“, berichtet er.

Zverev mit harter Kritik an den Ärzten

Dieses Schamgefühl setzte sich auch zu Beginn seiner Profi-Karriere fort. Er spritzte sich Insulin auf der Toilette, selbst seine erste Freundin weihte er nicht ein, widersprach Spekulationen aktiv.

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Er wird gewusst haben, dass eine Enthüllung speziell vor seinen Erfolgserlebnissen bei Olympia und Co. zu öffentlichen Debatten über die Wirkung der Erkrankung auf sein Leistungsvermögen geführt hätte.

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„Je mehr Erfolg ich hatte und je mehr ich mir selbst bewiesen habe, dass sich alle, die mich von meinen Träumen abhalten wollten, geirrt haben, desto wohler fühlte ich mich“, erklärte Zverev nun aber und fügte an: „Heute habe ich das Gefühl, dass es meine Aufgabe ist, darüber zu sprechen. Denn ich kann zeigen, dass das, was sie sagen, falsch ist.“

Der 25-Jährige, der nach einer schweren Verletzung am Comeback arbeitet, meinte damit explizit die Ärzte, bei denen er in Behandlung war. „Als ich klein war, sagten uns alle Ärzte, die wir aufsuchten: ‚Es gibt absolut keine Chance, dass man mit dieser Art von Krankheit Sport auf hohem Niveau treiben kann. Du kannst Tennis als Hobby spielen, aber du wirst nie ein ausreichendes körperliches Niveau erreichen‘“, erinnerte sich die aktuelle Nummer zwei der Welt.

„Die Gefühle dieses verträumten Kindes waren ihnen egal“

Diese düstere Prognose ärgerte ihn so sehr, dass er zwischenzeitlich gar keinen Arzt mehr sehen wollte. Schließlich wollten sie ihm seinen Traum von Grand-Slam-Siegen und der Führung in der Weltrangliste ausreden.

„Es war schmerzhaft zu sehen, wie die Ärzte hinter ihrem Schreibtisch saßen und mir schworen, dass diese Träume für mich unerreichbar seien. Die Gefühle dieses verträumten Kindes waren ihnen egal“, kritisiert er. Mittlerweile kann er darüber lächeln, denn „heute kann ich sagen, dass sie sich geirrt haben“.

Vor kurzem gründete er eine Stiftung, mit der er Menschen mit derselben Krankheit helfen möchte, ihre Ziele trotzdem zu erreichen. Darüber hinaus möchte er auch Kindern in ärmeren Ländern helfen, die nicht über die notwendigen Medikamente verfügen.

„Leider verdienen viele Menschen ihr Geld auf Kosten der Kranken. Das sollte nicht der Fall sein. Jeder sollte die Möglichkeit haben, ein normales Leben zu führen und seine Träume zu verwirklichen, so wie ich meine Träume verwirkliche“, meinte Zverev.

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