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Tennis: Bremsen seine Eltern eine große Karriere aus?

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Tennis: Bremsen seine Eltern eine große Karriere aus?

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Wirbel um Eltern von Tennis-Topstar

Wirbel um Eltern von Tennis-Topstar

Stefanos Tsitsipas wird bei den ATP Finals von den eigenen Eltern aus dem Konzept gebracht und verliert. Legende Jim Courier legt den Finger in die Wunde.
Tennis-Eklat bei Challenger-Turnier in Frankreich! Nach dem Spiel kommt es zu einem Handgemenge zwischen Corentin Moutet und Adrian Andreev.
Sebastian Mühlenhof
Sebastian Mühlenhof
Martin Hoffmann
Martin Hoffmann

Sind Mama und Papa schuld, dass einer der begabtesten Tennisspieler der Welt sein Potenzial nicht voll entfaltet?

Es ist gewiss eine zugespitzte Frage - aber eine Legende des Sports hat sie aufgeworfen, nachdem Stefanos Tsitsipas bei den ATP Finals nicht über die Gruppenphase hinausgekommen ist.

Beim mit 6:3, 3:6, 2:6 verlorenen Match gegen Andrey Rublev, was Tsitsipas den Einzug ins Halbfinale kostete, sorgten die Eltern des 24 Jahre alten Griechen erneut für Wirbel.

Courier über Eltern von Tsitsipas: „Schaden ihm“

So sehr, dass auch der Sohn zwischenzeitlich die Nase voll davon hatte - und eine frühere Nummer 1 ratlos zurückblieb.

„Sie wollen ihm von der Seitenlinie aus helfen, aber sie schaden ihm einfach. Sie schaden seinen Chancen, gutes Tennis zu spielen“, hielt Ex-Weltklassespieler Jim Courier fest, nachdem er das Verhalten von Tsitsipas‘ Vater und Mutter als Experte für den Tennis Channel mitbekam: „Er hat sich im Spiel verloren, als seine Eltern angefangen haben, sich gegenseitig zu beschimpfen.“

Die beiden zankten sich während des Spiel und lenkten den Filius damit ab. Nachdem er deswegen unter anderem einen Doppelfehler produzierte, schlug er sogar einen Ball in Richtung der Eltern und warf ihnen einen bösen Blick zu.

„Es scheint, als bräuchten sie eine Therapiesitzung“

Es ist nicht das erste Mal, dass Tsitsitpas‘ Vater und Trainer Apostolos sowie seine Mutter Julia - selbst frühere Tour-Spielerin - in den Blickpunkt geraten.

Das von Stefanos selbst als bisweilen „kompliziert“ beschriebene Verhältnis beeinträchtige ihn schon mehrfach auf offener Bühne: Tsitsipas erhielt bereits mehrere Strafen wegen unerlaubt aktivem Coaching seines Vaters.

Zudem verletzte die Nummer drei der Welt 2020 unabsichtlich seinen Vater, als er seinen Schläger vor Frust zu Boden warf - eine Schelte seiner Mutter war die Folge.

Aus Sicht von Courier nimmt das Engagement der Eltern Überhand, er habe „ein bisschen Mitgefühl mit Stef Tsitsipas“. Ihm sei klar, „seine Familie ist sehr an seinem Erfolg interessiert“. Aber sie würde es nicht in die richtigen Bahnen lenken, Stefanos selbst hätte dabei gesagt, „dass er den Input von der Bank nicht will. Aber sie geben ihn trotzdem.“

Julia Apostoli und Apostolos Tsitsipas sind die Eltern von Stefanos Tsitsipas
Julia Apostoli und Apostolos Tsitsipas sind die Eltern von Stefanos Tsitsipas

Der Rat von Courier an den Finals-Sieger von 2019, der bei den Grand-Slam-Turnieren noch immer auf seinen ersten Erfolg wartet: „Es scheint, als bräuchten sie eine Therapiesitzung, um das alles zu klären. Denn sie wollen alle dasselbe. Sie wollen, dass es ihrem Kind gut geht, aber es funktioniert einfach nicht.“

Tsitsipas nach dem Aus schlechter Verlierer

Nach dem Aus gegen Rublev war Tsitsipas merklich gefrustet - und zog weitere Kritik auf sich, als er sich in der anschließenden Pressekonferenz als schlechter Verlierer zeigte und gegen Rublev stichelte.

Tsitsipas ärgerte sich, ihn nicht besiegt zu haben, obwohl dieser nur „wenige Werkzeuge“ besitze.

Rublev konterte lässig: „Ich denke nicht, dass ich ihn besiegt habe, weil ich nur wenige Werkzeuge habe. Wenn man unser Match nimmt, war jedes hart umkämpft. Dieses Jahr habe ich zweimal in drei Sätzen gegen ihn verloren, und jetzt habe ich ihn in drei Sätzen geschlagen.“