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Tennis: Nick Kyrgios rechnet mit seinem Heimatland ab

Kyrgios rechnet mit Heimatland ab

In der Winterpause im Tennis spielen zahlreiche Top-Stars ein Exhibitionsturnier in Saudi-Arabien. Das hagelt Kritik, die Nick Kyrgios nicht nachvollziehen kann.
Tennis-Star Nick Kyrgios sammelt nach seiner Final-Niederlage in Wimbledon auf den Bahamas neue Energie. Mit dabei: Seine Freundin Costeen Hatzi.
In der Winterpause im Tennis spielen zahlreiche Top-Stars ein Exhibitionsturnier in Saudi-Arabien. Das hagelt Kritik, die Nick Kyrgios nicht nachvollziehen kann.

Wimbledon-Finalist Nick Kyrgios hat das beste Jahr seiner Karriere hinter sich - aber er fühlt sich in seiner australischen Heimat immer noch nicht ausreichend respektiert.

„Es ist nicht einfach für mich, alles auszublenden, was in Australien Negatives über mich und meine Familie gesagt wurde“, hielt der 27-Jährige im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AAP fest - und benannte dies auch als Faktor bei seiner Entscheidung, nicht im Davis Cup für sein Land anzutreten: „Es ist interessant, dass sie einerseits wollen, dass ich spiele, andererseits aber immer Kritik üben.“

Nick Kyrgios nimmt Australien mangelnde Wertschätzung übel

Auch der Zuspruch, den er nach dem Final-Coup in Wimbledon erhalten hätte, hat Kyrgios nicht ganz milde gestimmt: „Ja, gab es, aber ich vergesse nicht die ersten sieben Jahre meiner Karriere. Sie können sich da nicht einfach die Rosinen rauspicken.“ Er habe das Gefühl, „dass ich in diesem Jahr erstmals den Respekt erhalten habe, den ich schon in meinem ersten Jahr auf der Tour bekommen hätte sollen“.

Kyrgios‘ bitteres Fazit: „Ich habe sie repräsentiert, auf die Landkarte gesetzt und eines der besten Jahre hingelegt, das ein männlicher Spieler in diesem Jahrzehnt hingelegt hat - und werde erst jetzt richtig angenommen. Und das ist nicht meine Schuld.“

Auf die Frage, was passieren müsse, dass sich das Verhältnis besser, schließt Kyrgios mit der Antwort: „Ist mir ehrlich gesagt egal, ich komme auch so mit meinem Leben klar.“

Kyrgios mit offenen Worten zum Thema Geld

Aktuell steht Kyrgios in der Kritik, weil er den Davis Cup ausließ und stattdessen einen gut dotierten Auftritt beim Schauturnier Diriyah Tennis Cup in Saudi-Arabien annahm.

„An diesem Punkt meiner Karriere werde ich immer das tun, was für mich am besten ist“, bügelt Kyrgios die Kritik ab - und macht keinen Hehl daraus, dass Geld dabei eine gewichtige Rolle spielt: „Ich reise um die Welt, kann um diese Jahreszeit sechsstellige Summer für Schauturniere kassieren und ich habe mir das redlich verdient, also war das für mich eine leichte Entscheidung.“

Er bevorzuge allzu gern die Gelegenheit, „Zeit mit meiner Familie und meiner Freundin zu verbringen und schöne, gut bezahlte Erfahrungen rund um die Welt zu machen als bei irgendwas zu spielen, wo ich nicht mit meiner Freundin sein kann und nicht so gut bezahlt werde.“ Er hätte womöglich gespielt, aber die Reise zu den Davis-Cup-Finals nach Malaga sei „nicht so sehr auf meiner Wunschliste“ gewesen.

Politische Kritik lässt Kyrgios kalt

Auch gegen politische Kritik, dass er und andere Tennis-Stars mit ihrem „Saudi-Geld“ aus der Quelle des autoritären Regimes annehmen würden, wehrte sich Kyrgios: „Hast du ein Problem, dass wir in Saudi-Arabien spielen? Es ist schön hier“, schrieb er bei Twitter einen Journalisten an.

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Kyrgios verlor in Saudi-Arabien in der ersten Runde mit 0:2 (6:10, 6:10) gegen Cameron Norrie und auch im Doppel scheiterte er mit Stefanos Tsitsipas im Autftaktmatch. Sie verloren gegen die späteren Sieger Hubert Hurkacz und Dominic Stricker mit 0:2 (6:7, 6:7).