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Nadal verpasst US Open

Karriere in Gefahr?

Erst Knie, dann Handgelenk. Rafael Nadal verliert den Kampf gegen seinen Körper und verpasst die US Open. Experten mahnen.
Immer wieder zwingt Rafal Nadals Körper ihn zum Aufgeben
Immer wieder zwingt Rafal Nadals Körper ihn zum Aufgeben
© Getty Images
Erst Knie, dann Handgelenk. Rafael Nadal verliert den Kampf gegen seinen Körper und verpasst die US Open. Experten mahnen.

Rafael Nadals Ausrüster hatte sich für die Auftritte des Spaniers im gleißenden Flutlicht von New York etwas ganz besonderes einfallen lassen.

Zurück zu den Wurzeln sozusagen. Publikumsliebling Nadal sollte bei den am kommenden Montag beginnenden US Open erstmals seit Jahren wieder im ärmellosen Shirt antreten.

So wie einst als junger Spund, der einen freien Blick auf seinen enormen Bizeps gewährte und die Tennis-Welt mit kraftvollen Schlägen im Sturm eroberte.

Die Idee des Sportartikel-Herstellers für das glamouröseste und verrückteste Grand-Slam-Turnier des Jahres war brillant. Allein der gebeutelte Körper von Nadal, dem chronischen Knie-Patienten, spielte wieder einmal nicht mit.

Wegen einer Verletzung am rechten Handgelenk, das bei seiner Rückhand extrem belastet wird, hatte der Linkshänder seine Teilnahme am letzten Major-Tournament der Saison am Montag absagen müssen.

"Sehr schwieriger Moment" für Nadal

"Ich kann derzeit nicht mehr tun, als die Situation zu akzeptieren und wie immer hart zu arbeiten, um bei meiner Rückkehr auf dem höchsten Level zu sein", teilte der Weltranglistenzweite via Facebook mit: "Das ist ein sehr schwieriger Moment, denn ich liebe das Turnier und habe so tolle Erinnerungen daran."

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Selbst eine Stabilisierungsschiene brachte nach der Ende Juli im Training auf Mallorca erlittenen Verletzung nicht die erhoffte Besserung.

Drei Absagen in zwei Jahren

Es ist bereits das dritte Mal binnen 24 Monaten und das insgesamt fünfte Mal seit 2006, dass Nadal ein Grand-Slam-Turnier verpasst.

Seit seinem überraschenden Achtelfinal-Aus in Wimbledon am 1. Juli hat Nadal kein Match mehr bestritten.

Und die Sorge um den neunmaligen French-Open-Sieger ist groß.

McEnroe fürchtet Langzeitschäden bei Nadal

"Probleme mit dem Handgelenk sind für einen Tennisprofi immer kompliziert. Auch wenn es bei Rafa nicht die Schlaghand ist", sagte der frühere US-Profi und ESPN-Kommentator Patrick McEnroe: "Man muss die Sache wirklich auskurieren, sonst riskiert man Langzeitschäden."

Davon kann Juan Martin del Potro ein (Klage-)Lied singen: Der argentinische US-Open-Gewinner von 2009, einst die Nummer vier der Welt, hat inzwischen zwei Operationen am Handgelenk hinter sich und muss seit dem letzten Eingriff im Februar 2014 pausieren.

US Open vor dem Fernseher

Statt in New York die besonderen Momente im größten Tennis-Stadion der Welt zu erleben, bleibt Nadal wieder einmal nur der Platz vor dem heimischem Fernseher in Manacor.

Dabei hatte der 14-malige Major-Gewinner ausgerechnet bei den US Open im September 2013 "den emotionalsten Titel" seiner bisherigen Karriere gefeiert, wie er nach dem Finalsieg über Novak Djokovic unter Tränen erzählte.

Gerade erst zurückgekommen

Dabei war der "stratosphärische Nadal" ("El Mundo Deportivo") erst im Februar vergangenen Jahres nach siebenmonatiger Pause wegen einer chronischen Patellasehnen-Entzündung zurückgekommen.

Und wie: Er gewann 2013 auf dem einst so ungeliebten Hardcourt 36 von 40 Matches und holte vier Titel - darunter jenen in Flushing Meadows.

Dabei kam Nadal zu Gute, dass er riskanter und offensiver spielte, um längere Ballwechsel zu vermeiden. "Das ist der beste Rafa, den ich je gesehen habe", schwärmte damals US-Ikone John McEnroe.

Dass nicht nur das Knie von Nadal eine Schwachstelle ist, zeigte sich aber wenig später. Von Rückenschmerzen geplagt, musste er sich im Finale der Australian Open 2014 dem Schweizer Stanislas Wawrinka geschlagen geben.

Und selbst auf Sand kassierte er in dieser Saison ungewohnte Niederlagen. "Das hatte mentale Gründe. Rafa war solche Situationen nicht gewohnt", sagte sein Trainer und Onkel Toni Nadal dem Tennis Magazin.