Nick Kyrgios gewann mit seinem Partner Thanasi Kokkinakis völlig überraschend das Herrendoppel bei den Australian Open 2022 und sorgte nach dem Spiel für viel Aufsehen. (NEWS: Alles Wichtige zum Tennis)
Australian Open: Nick Kyrgios teilt gegen Kritiker und Medien aus
Rundumschlag von Kyrgios
Die beiden australischen Wildcard-Starter, die dem Wettbewerb mit ihren unterhaltsamen und emotionalen Auftritten eine ungeahnte Aufmerksamkeit beschert hatten, triumphierten am Samstag im Finale gegen ihre Landsleute Matthew Ebden und Max Purcell mit 7:5, 6:4.
Kyrgios erntet Kritik
Auf der Presse-Konferenz nach dem Spiel sagte Kyrgios: „Ich würde sagen, dass wir wahrscheinlich die beste Atmosphäre geschaffen haben, die dieses Turnier je gesehen hat“. Damit schien der Australier darauf hinzudeuten, dass mehr Fans an seinem Finale interessiert waren als an dem von Ashleigh Barty, die zuvor im Dameneinzel triumphiert hatte. (DATEN: Kalender der ATP-Saison)
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„Natürlich ist Ash eine verdammt gute Spielerin, aber ich denke, die Zahlen sprechen für sich. Die Leute schauen sich meine Spiele gerne an. Deswegen sind die Stadien überall auf der Welt voll“, erklärte Kyrgios und ergänzte: „Es gibt einen Grund, warum die Einschaltquoten so sind, wie sie sind, und die Leute kleben am Fernseher, wenn wir spielen. Es spricht wirklich für sich selbst.“
Selbst der Vater von Barty sei nach dem Spiel zu Kygrios und Kokkinakis gekommen und habe gesagt, dass es „die beste Stimmung“ gewesen sei, die er je gesehen hätte.
Für diese Aussagen erntete Kyrgios Kritik im Netz. So heißt es unter anderem: „Wer glaubt er, wer er ist? Mohamed Ali?“ und „Er wird niemals ein solches Vorbild sein, wie Ash es ist, egal wie viele Spiele er noch gewinnt.“
Des Weiteren wurde der auf Weltranglisten-Platz 115 einsortierte Kyrgios darauf hingewiesen, dass Bartys Finale das meistgeschaute Damenfinale aller Zeiten war und mehr Zuschauer hatte, als das Herrendoppel-Finale der Australier.
Kyrgios auch von Gegenspielern kritisiert
Auf ihrem Weg zum Titel hatten Kyrgios und Kokkinakis vier gesetzte Teams ausgeschaltet, neben dem topgesetzten Duo Nikola Mektic/Mate Pavic (Kroatien) auch im Viertelfinale den deutschen Doppelspezialisten Tim Pütz (Frankfurt/Main) und dessen Partner Michael Venus.
Die wilde und auch provokative Art vor allem von Kyrgios kam aber nicht nur gut an. Pütz sprach von „unsportlichem“ Verhalten, Venus attestierte Kyrgios „die Reife eines Zehnjährigen“. (DATEN: Aktuelle Tennis-Weltrangliste der Herren)
Kyrgios wehrt sich
Nach all der Kritik an seiner Person wehrte sich Kyrgios am Sonntag via Social Media und relativierte seine Aussagen. Auf Instagram postete er eine Story mit einem langen Text und einer klaren Botschaft.
„Fi***t euch Medien! Ich habe in keinster Weise etwas Respektloses gegenüber Ash Barty gesagt. Ich habe lediglich gesagt, dass die Zuschauer und die Fans in diesem Jahr unglaublich waren und ich denke, dass ich und mein Partner viel zu der Stimmung beigetragen haben. Der Vater von Ash Barty kam nach dem Spiel zu mir und sagte, dass er eine solche Stimmung noch nie erlebt habe. Außerdem habe ich nur gesagt, dass wenn ich spiele, viele Leute auf der ganzen Welt kommen und die Stadien füllen. Ich bin mit Ash aufgewachsen und ich kannte immer ihr enormes Potenzial.“
Auch für seinen Gegenspieler im Finale Max Purcell hatte Kyrgios ein paar Sätze übrig. „Max du Donut. Wenn man sich deine Kommentare nach dem Spiel anschaut, dann sieht man, dass du überhaupt keine Ahnung von Entertainment und Sport hast“, tönte der Bad Boy.
„Es gibt einen Grund, warum Leute sich meine Spiele anschauen. Und zwar wegen der Qualität, für die es sich auch lohnt zu bezahlen. Nächstes Mal, wenn du ein Finale verlierst, dann solltest du nur deinen Kopf senken und versuchen herauszufinden, wie man die wichtigen Punkte besser ausspielt“, schoss Kyrgios weiter. (DATEN: Australian Open Herren Spielplan)
Purcell hatte sich während des Turniers öffentlich für einen Ausschluss Kyrgios‘ stark gemacht, nachdem dieser bei einem Spiel einen Tennisball in die Zuschauer schlug und ein kleines Kind traf.
Nach der Finalniederlage lobte Purcell seinen Landsmann in der Pressekonferenz, zweifelte aber an dessen Reichweite: „Ich denke, es war großartig für den Ticketverkauf hier, aber ich bin mir nicht so sicher, wie es nach Übersee gebracht wurde.“