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US Open: Physio verweigert Behandlung - Kohlschreiber hegt einen Verdacht

US Open: Physio verweigert Behandlung

Terence Atmane und Jaume Munar liefern sich bei den US Open einen erbittertern Kampf. Das Erstrundenmatch beinhaltet etliche Medical Timeouts, zwischenzeitlich verweigert der Physio sogar die Behandlung. Experte Philipp Kohlschreiber hegt einen Verdacht.
Die US Open 2026 stehen an. Hier gibt es die wichtigsten Infos und Fakten zum letzten Grand-Slam-Turnier des Jahres.
Terence Atmane und Jaume Munar liefern sich bei den US Open einen erbittertern Kampf. Das Erstrundenmatch beinhaltet etliche Medical Timeouts, zwischenzeitlich verweigert der Physio sogar die Behandlung. Experte Philipp Kohlschreiber hegt einen Verdacht.

Was für eine wilde Achterbahnfahrt bei den US Open: Das Erstrundenmatch zwischen Terence Atmane und Jaume Munar hatte neben fünf hochspannenden Sätzen einiges an Kuriositäten zu bieten – Mätzchen, kleinere Streitereien und Ärger mit dem Physiotherapeuten inklusive.

Letztlich siegte Munar nach 0:2-Satzrückstand noch mit 6:7 (5:7), 3:6, 6:1, 7:6 (7:4) und 7:5. Nach vier Stunden und 54 Minuten war die wahnwitzige Partie beendet. (US Open 2026 täglich im LIVETICKER)

US Open: Etliche Medical Timeouts bei Munar und Atmane

Aber der Reihe nach: Zunächst klagte Munar über körperliche Beschwerden. Der Spanier rief beim Stand von 3:2 im ersten Satz den Physio auf den Court und ließ sich am rechten Fuß behandeln und bandagieren.

Atmane schnappte sich den ersten Satz mit 7:6 (7:5). Im zweiten Satz war er es dann, der das medizinische Personal auf den Platz kommen ließ. Der Linkshänder hatte seinen linken Arm bereits im Vorfeld getaped gehabt. Beim Stand von 2:1 im zweiten Satz ließ er dann frisches Tape anbringen.

Der Franzose sicherte sich auch den zweiten Satz (6:3), ehe sich die Gemüter erhitzten. Beim Stand von 1:0 und 40:40 im dritten Satz nahm Atmane dann mitten im Spiel ein Medical Timeout. Er ließ sich in der Folge am Oberschenkel behandeln.

Munar erhebt Vorwürfe gegen Atmane

Munar vermutete allerdings, dass bei seinem Gegner gar keine Verletzung vorlag, sondern es sich lediglich um Krämpfe handelte. Medical Timeouts bei Krämpfen sind nämlich nicht erlaubt. „Wir wissen doch alle, was Sache ist – und was machen wir dagegen?“, sagte der 29-Jährige.

Im weiteren Verlauf spielte Munar konsequent Stoppbälle, scheuchte Atmane quer über den Platz. Dann wurde es wild: Atmane, der üblicherweise mit links aufschlägt, streute Unterarmaufschläge ein und servierte zeitweise sogar mit der rechten Hand. Die Krämpfe hatten offenbar auch sein linkes Handgelenk erreicht. Munar gewann den Satz mit 6:1.

Nach dem dritten Satz nahm Atmane eine Toilettenpause und verschwand in die Kabine, auch um Zeit zur Erholung zu gewinnen. Für den Weltranglisten-92. kam die körperliche Blockade nicht aus dem Nichts. Bereits im April hatte Atmane in Madrid beim Match gegen seinen Landsmann Ugo Humbert Probleme mit Krämpfen gehabt. Damals rettete sich Atmane noch und gewann die Partie im Tiebreak des dritten Satzes.

Im vierten Satz beschwerte sich Munar dann beim Stuhlschiedsrichter und fragte nach dem Supervisor. Er war der Meinung, dass Atmane während dem Match gecoacht werde und schon längst wegen Zeitüberschreitungen bei seinem Aufschlag hätte bestraft werden müssen.

Physiotherapeut verweigert Behandlung

Mit voranschreitender Spieldauer erholte sich Atmane ein wenig. Der vierte Satz war hart umkämpft, doch er verlor diesen im Tiebreak (4:7).

Im entscheidenden Durchgang wurde es dann richtig wild. Beim Stand von 1:2 holte Atmane erneut den Physio auf den Court, zu einer Behandlung kam es aber nicht. „Der Physio verweigert ihm im Endeffekt die Unterstützung. Er will behandelt werden. Er sagt, er hat Schmerzen. Der Physiotherapeut unterstellt ihm, dass er keine Schmerzen hat“, sagte Philipp Kohlschreiber in seiner Expertenrolle bei Sky.

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Atmane redete immer wieder auf den Physio ein. „Ich habe Schmerzen. Ich brauche eine Behandlung. Schmerzen. Schmerzen! Keine Krämpfe. Kannst du bitte aufhören, dich so dumm anzustellen?“, sagte der Franzose – doch der Physio war schon im Begriff den Platz wieder zu verlassen. „Komm zurück! Komm zurück“, rief Atmane hinterher und sagte zu sich selbst: „Ich werde seinen Namen herausfinden.“

Kohlschreiber zieht den Vergleich zu Alcaraz

Kohlschreiber hatte derweil folgenden Verdacht: „Wir sind jetzt auf einem Außenplatz. Was hatte Carlos Alcaraz bei den Australian Open? Da muss man kein Experte in dem Bereich sein. Der hatte stark gekrampft. Und da sind Leute gekommen und haben ihn behandelt. Das ist manchmal diese Zweiklassengesellschaft im Tennis. Bei einem Topstar auf dem Platz im Arthur Ashe Stadion würde das nicht passieren. Da würde sich kein Physio der Welt hinstellen und sagen: ‚Hey, du lügst mir ins Gesicht.‘ Und das wurde ihm jetzt unterstellt“, wurde Kohlschreiber deutlich.

Als Munar dann mit 3:2 in Führung lag, startete dieser plötzlich Selbstgespräche. „Wir brauchen einen Clown für diesen Zirkus“, sagte der Spanier. Es folgten noch einige weitere intensive Rallyes, die Stimmung auf Court 13 war elektrisierend. Irgendwie gewann Munar den fünften Satz mit 7:5 und damit auch das Match.

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