Nach seinem Viertelfinaleinzug in Wimbledon hat Jan-Lennard Struff bei den US Open die nächste Grand-Slam-Überraschung verpasst. Der Warsteiner verlor einen kuriosen Nervenkrimi gegen den gesetzten Francisco Cerúndolo mit 7:5, 5:7, 6:4, 2:6, 3:6 und verpasste es, zum vierten Mal in die dritte Runde der US Open einzuziehen. 16 Doppelfehler wurden ihm zum Verhängnis.
Kurioser Nervenschlacht um Struff hat bitteres Ende
Wilde Nervenschlacht um Struff
Im Vorjahr hatte Struff in New York überzeugt, als er erst im Achtelfinale am Grand-Slam-Rekordsieger Novak Djokovic gescheitert war. Diesmal reichte es nicht, obwohl der Weltranglisten-25. aus Argentinien, der dieses Jahr schon zwei ATP-Titel gewonnen hat, jede Menge Angriffsfläche bot.
Die deutschen Fans auf der Tribüne sowie Bundestrainer Michael Kohlmann, der Struff überraschend nicht für die Davis-Cup-Duelle mit Kroatien Mitte September nominiert hatte, sahen auf Court 5 eine seltsame Partie.
Struff verliert kuriosen Krimi
Das Spiel geriet vor allem im dritten Satz zu einer Nervenschlacht. Struff schlug zum Satzgewinn auf, als ihm ein seltenes Missgeschick unterlief: Innerhalb eines einzelnen Spiels produzierte der Warsteiner vier Doppelfehler.
Cerúndolo, nicht als begnadeter Hartplatzspieler bekannt, konnte die Vorlage aber nicht nutzen. Nach einem fehlerhaften Aufschlagspiel gab er den Satz ab und zerhackte wutentbrannt seinen Schläger.
„Beide haben unglaublich viele Doppelfehler gemacht. 16 Stück von Struff. Das war sehr ungewöhnlich. Struff ist sehr abhängig von seinem ersten Aufschlag. Wir haben natürlich die deutsche Mütze auf, müssen aber auch sagen, dass Cerundolo verdient gewonnen hat“, analysierte Boris Becker bei Sporteurope.
Im Lauf des vierten Satzes ließ sich Struff am rechten Knöchel behandeln, er schluckte eine Tablette und nahm die Partie wieder auf, in der Cerúndolo inzwischen wieder angekommen war. Für die Entscheidung musste ein fünfter Durchgang her, wo der Argentinier seiner Favoritenrolle gerecht wurde.