Alexander Zverev hat in New York einen günstigen Weg durch den Turnierbaum erwischt. Doch spätestens in einem möglichen Finale droht bei den US Open ein Topgegner. Ein Überblick über Zverevs Rivalen in der zweiten Woche des Grand Slams:
Wilde US Open: Das sind Zverevs Titel-Rivalen in Woche zwei
Wilde US Open: Das sind Zverevs Titel-Rivalen in Woche zwei
Carlos Alcaraz (23, Spanien, Weltranglistendritter):
Ach, was waren die Zweifel doch groß gewesen, nachdem der Spanier wegen einer hartnäckigen Handgelenkverletzung rund viereinhalb Monate hatte pausieren müssen – doch inzwischen ist davon nichts mehr zu spüren. Alcaraz ist nach seinem Comeback bei den US Open beinahe schon wieder der Alte. Im Achtelfinale dominierte „Carlitos“ den bemitleidenswerten Tommy Paul (USA) nach allen Regeln der Tenniskunst, weshalb inzwischen feststeht: Der Titel geht auch in diesem Jahr nur über den Sieger von 2025, der seinen insgesamt achten Major-Titel jagt.
Frances Tiafoe (28, USA, Weltranglistenzwölfter):
„Big Foe“ breitete die Arme aus und genoss die Jubelstürme im vollbesetzten Louis Armstrong Stadium. Sein glatter Dreisatzerfolg im Achtelfinale gegen den früheren US-Open-Gewinner Daniil Medwedew war einer der größten Siege in Tiafoes jüngerer Vergangenheit – und er verzückte das New Yorker Publikum. Nach seiner Finalteilnahme in Cincinnati reitet der 28-Jährige die Welle einfach weiter. Ins US-interne Viertelfinalduell mit Alex Michelsen geht Tiafoe als Favorit, im Halbfinale allerdings könnte Alcaraz warten. Für Tiafoe kein Grund zur Sorge: „Ich habe keine Angst vor den großen Momenten“, sagt er.
Learner Tien (20, USA, Weltranglisten-15.)
Gecoacht vom früheren French-Open-Sieger Michael Chang hat der US-Amerikaner seinem Vornamen in den vergangenen Jahren alle Ehre gemacht und sich Stück für Stück in der Weltspitze etabliert. Der Linkshänder ist hochveranlagt, für ein Grand-Slam-Halbfinale aber hat es bislang noch nicht gereicht. Ist jetzt die Zeit gekommen? Die nächsten Gegner jedenfalls scheinen machbar für Tien – und er kann sich immer auf seine Nervenstärke verlassen. In Fünfsatz-Matches verfügt der Youngster, der Zverev 2025 in Acapulco geschlagen hat, in seiner Karriere bislang über eine makellose 5:0-Bilanz.
Ben Shelton (23, USA, Weltranglistenneunter)
Er ist der größte Hoffnungsträger unter den verbliebenen US-Profis. Mit der lautstarken Unterstützung von Freundin und Fußballstar Trinity Rodman will es der 23 Jahre alte Linkshänder mit den mächtigen Aufschlägen endlich mal weiter als bis ins Halbfinale eines Majors schaffen. Die Form passt bei Shelton, der sich auf seinem Weg ins Viertelfinale auch vom wiedererstarkten Stefanos Tsitsipas nicht aufhalten ließ. Das Problem für den Montréal-Gewinner: Bereits im Viertelfinale wartet Alcaraz.
Francisco Cerúndolo (28, Argentinien, Weltranglisten-25.):
Der Sandplatz-Experte aus Argentinien ist ein möglicher Halbfinalgegner Zverevs. Der Deutsche wäre dort der klare Favorit, weil er die letzten fünf Duelle gegen Cerúndolo gewonnen hat und weil der Mann aus Buenos Aires auf Hartplatz immer angreifbar ist. Dass er es dennoch in diese Liste schaffte, liegt daran, dass Cerúndolo in der dritten Runde völlig überraschend den Mitfavoriten Taylor Fritz ausschaltete – nach einem 0:2-Rückstand in den Sätzen und einer beeindruckenden Energieleistung.
Und sonst?
Neben Zverev und den Genannten schafften es außerdem sein Achtelfinalgegner Luciano Darderi, Alexander Blockx, Karen Chatschanow, der „Lucky Loser“ Arthur Géa und Botic van de Zandschulp in die zweite Woche der US Open. Keiner von ihnen hat bislang den Eindruck vermittelt, ein ernsthafter Titelkandidat zu sein. Überraschungen aber, das hat die erste Woche gezeigt, sind immer möglich.