Die Gleichstellungs-Diskussion im Tennis geht nach einem Vorstoß von Stefanos Tstitsipas in eine neue Runde.
Tennis: Tsitsipas schlägt fünf Sätze für Frauen vor - Osaka: "Will er neun Sätze spielen?"
Tennis-Zoff: „Will er 9 Sätze spielen?“
Der Weltranglisten-Fünfte aus Griechenland hatte am Rande der Miami Open vorgeschlagen, dass Frauen wie Männer bei Grand-Slam-Turnieren nach dem Modus Best-of-Five spielen sollten. Damit sei gerechtfertigt, dass beide Geschlechter dasselbe Preisgeld bekommen.
Man habe ihm gesagt, „dass Frauen eine bessere Ausdauer haben als Männer. Ich weiß nicht“, erklärte Tsitsipas und stellte die Frage in den Raum, ob seine Berufskolleginnen dann nicht ebenso über maximal fünf Sätze gehen sollten.
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Osaka kontert Tsitsipas-Vorstoß
Die viermalige Grand-Slam-Siegerin Naomi Osaka konterte diesen Vorschlag mit einer Prise bissigem Humor.
Angesprochen auf die Fünf-Satz-Theorie des Griechen erklärte Osaka: „Will er neun Sätze spielen? Wenn er meine erhöhen will, erhöhe ich seine.“
Nachdem sie auf Nachfrage erfuhr, dass der 23-Jährige das Thema von selbst angestoßen hatte, ging Osaka noch einen Schritt weiter.
„Der Typ ist so lustig, Mann... Da redete ein Mann über Frauen-Sport. Ich glaube nicht, dass seine Idee umgesetzt wird“, meinte die 24-Jährige: „Das würde die komplette Struktur des Tennis verändern.“
„Möchte wirklich nicht unhöflich sein ...“
Die Japanerin fügte an: „Ich möchte wirklich nicht unhöflich sein. Ich versuche das so zu ordnen, dass es nicht unsympathisch ist. Aber ich denke, es sind Jahrzehnte von Arbeit.“
Die einstige Nummer 1 Karolina Pliskova hatte sich zuvor schon weniger diplomatisch geäußert.
Auf Tsitsipas‘ Idee hin postete sie bei Instagram diverse Emojis, die den Griechen ironisch als Schlaumeier und „big brainer“ feierten.
Nachteil für Tsitsipas, Zverev und Kollegen?
Der Grieche hatte seinen Vorstoß unter anderem damit begründet, dass Spieler wie er, Alexander Zverev oder auch Dominic Thiem mit einem Drei-Satz-Format (wie bei den Damen) bereits mehr Titel bei den Majors geholt hätten.
„Es ist einfach eine andere Psychologie“, beklagte sich der Grieche über relativen Nachteil des Modus Best-of-Five: „Ich bin sicher, dass es großen Spielern, denen mit mehr Erfahrung im Bereich Grand-Slam-Titel, eine größere Chance gibt, sich zurückzukämpfen.“ Gleichzeit sei er aber ein Fan des Best-of-Five: „Es wird sehr physisch und sorgt für eine tolle Show.“
Die Forderung nach der gleichen Anzahl von Gewinnsätzen bei Männern und Frauen ist indes nicht neu. Zwischen 1984 und 1998 experimentierte die WTA bereits im Endspiel der WTA-Finals mit dem Modus Best-of-Five - kehrte aber zum etablierten Best-of-Three zurück.