Die besorgliche Lage um die chinesische Tennisspielerin Peng Shuai sorgt noch immer für Aufruhr auf der WTA-Tour.
WTA-Comeback in China: Zheng und Maria äußern sich zu Situation um Peng Shuai
Neue Aussagen über Peng Shuai
Nachdem Shuai Ende 2021 nach der Anschuldigung der sexuellen Nötigung in einem sozialen Netzwerk gegen einen chinesischen Politiker wochenlang vermisst worden war, sickerten nur zögerlich Informationen um ihre Sicherheit durch. Die WTA-Tour beschloss, keine Turniere mehr im asiatischen Land austragen zu wollen, diese Entscheidung wurde nun am Donnerstag gekippt.
Im Rahmen des WTA-Turniers in Stuttgart wurde Landsfrau Qinwen Zheng nach ihrem Auftaktsieg am Montag zur Situation um Landsfrau Shuai gefragt, und versuchte sich sichtlich um eine klare Aussage zu winden. Letztlich sagte sie dennoch: „Ich denke, es geht ihr ziemlich gut in China, und sie hat ein normales Leben.“
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Kein Kontakt zwischen den Athletinnen
Im Nachgang fügte die Weltranglisten-25. jedoch abschwächend an: „Aber ehrlich gesagt weiß ich nicht, wie es ihr geht. Ich konzentriere mich mehr auf mich selbst.“
Auf die Frage, ob sie im direkten Kontakt zu Shuai stünde, sagte Zheng: „Ich habe noch nie in meinem Leben mit ihr geredet.“
Als ausführliche Begründung erläuterte sie die verschiedenen Karriere-Abschnitte: Während Zheng mit erst 20 Jahren am Anfang ihrer Karriere steht, ist die ehemalige Doppelranglisten-Führende Shuai unterdessen bereits 37 Jahre alt. Generell verbringe Zheng viel Zeit mit ihrem Team und rede nicht mit anderen Spielern über den Vorfall, der sich rund um ihre Landsfrau zugetragen hat.
Nach dem 6:4, 6:4 in der ersten Runde gegen die Amerikanerin Alycia Parks trifft Zheng in Stuttgart nun auf die Topgesetzte Iga Swiatek.
Tennis-Comeback in China? Das sagt Maria
Trotz des Eingeständnisses der WTA-Tour, durch den Turnier-Boykott in China nicht alle Ziele erreicht zu haben, werde man im Herbst dorthin zurückkehren.
Ein Treffen mit Shuai selbst hätte es seitens der WTA nicht gegeben, jedoch „hatten wir Kontakt zu Menschen, die dicht an Peng dran sind, und uns wurde versichert, dass sie mit ihrer Familie sicher in Peking lebt“, hieß es in der WTA-Mitteilung.
Die deutsche Wimbledon-Halbfinalistin Tatjana Maria findet es dennoch eminent wichtig, weiter Licht in das Dunkel rund um den Fall zu bringen: „Ich finde es auf alle Fälle wichtig, dass wir über Peng Shuai reden und dass sich jeder darum kümmert, dass es ihr gut geht.“
Die Option der weiteren Turniere in China begrüßt sie indes auf sportlicher Ebene: „Die Option mit China ist für uns Spielerinnen gut, dass wir wieder mehr Turniere und Optionen haben. Es waren in den letzten Jahren nicht mehr viele Turniere da.“
Tatjana Maria spielt am Dienstag in Stuttgart gegen die Eidgenossin Ylena In-Albon.