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Tennis: Tamara Korpatsch wird nach Überraschungs-Coup emotional

Korpatsch nach Coup emotional

Tamara Korpatsch gewinnt ihr Heimspiel in Hamburg. Die 31 Jahre alte Tennisspielerin holt am Rothenbaum ihren zweiten Titel auf der WTA-Tour und klettert in der Weltrangliste in unbekannte Sphären.
Quentin Halys schlägt Alexander Bublik im Finale des ATP-Turniers in Kitzbühel. Nach einem Schlag flippen die Zuschauer des österreichischen Szene-Dorfes aus.
Tamara Korpatsch gewinnt ihr Heimspiel in Hamburg. Die 31 Jahre alte Tennisspielerin holt am Rothenbaum ihren zweiten Titel auf der WTA-Tour und klettert in der Weltrangliste in unbekannte Sphären.

Viel Übung hatte Tamara Kopratsch nicht mit Siegerreden auf dem Tennisplatz, und doch gelang ihr nach dem Heimsieg am Rothenbaum der perfekte Einstieg. „Moin Hamburg!“, rief sie ins Publikum, die Herzen der Fans hatte sie längst erobert. „Ich bin etwas nervös“, gestand Korpatsch. Hier, in ihrem Klub einen Titel zu gewinnen, den zweiten ihrer Karriere, „das bedeutet mir super viel“, sagte sie. Das war nicht zu übersehen.

Mit 6:3, 6:3 hatte Korpatsch das Finale gegen die Ungarin Anna Bondar, die sich in Hamburg ebenfalls wie zu Hause fühlt, souverän gewonnen. Bondar stand zum dritten Mal nacheinander in der Hansestadt im Endspiel, doch Korpatsch kannte keine Gnade: Nach dem Titel 2023 in Cluj-Napoca feierte sie wieder einen Turniersieg – und diesmal vor den Augen ihrer Familie einen, der emotionaler kaum hätte sein können.

Tennis: Korpatsch neue deutsche Nummer eins

Die gebürtige Hamburgerin, die während der Turnierwoche im eigenen Bett und nicht im offiziellen Spielerinnenhotel schlief, klettert durch den Erfolg auf Platz 45 der Weltrangliste und damit so hoch wie noch nie.

Korpatsch ist ab Montag auch wieder die deutsche Nummer eins, sie liegt deutlich vor Tatjana Maria (Bad Saulgau) und Hoffnungsträgerin Eva Lys (Hamburg).

Das war vor Kurzem kaum vorstellbar gewesen, auch für Korpatsch selbst. „Es war nicht einfach 2024 aus dem Loch nach den Verletzungen rauszukommen“, sagte die 31-Jährige und staunte: „Ich war die Nummer 200 in der Welt, jetzt bin ich in der nächsten Woche in den Top 50.“

Ein echtes Familienprojekt

Zu verdanken hat Korpatsch ihren Aufstieg ihrer eigenen Beharrlichkeit – und ihrer Familie. Vom Deutschen Tennis Bund (DTB) war sie in jungen Jahren nie gefördert worden – trotz ihres augenscheinlichen Talents. Doch Korpatsch gab nie auf.

Unterstützt wurde sie vor allem von ihren Eltern Thomas und Birgit und den beiden Brüdern. Ihnen allen dankte Korpatsch im Moment ihres bislang größten Erfolgs.

„Mein Vater ist mein Coach, seit ich mit dem Tennis angefangen habe“, sagte sie. „Er ist bei jedem Match dabei, er steht immer mit auf dem Platz.“ Auch ohne ihre Mutter, die sie ebenfalls auf der Tour begleitet, „auf meinen Hund Stella aufpasst und meine Schläger beseitet“, wäre dieser Sieg nicht möglich gewesen.

Einmal angefangen, weitete Korpatsch ihres Dankesrede aus: auf ihren Bruder Richie, auf einen Freund namens Garry, auf ihre Tante.

„Es tut mir leid, ich kann einfach nicht aufhören zu reden“, sagte sie aufgekratzt: „Jetzt kommen die Ballkinder.“ Und natürlich die Fans.

„Diesen Titel habe ich nicht alleine gewonnen“, rief den Zuschauerinnen und Zuschauern zu und verabschiedete sich hanseatisch: „Bis zum nächsten Jahr!“