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Sancho jetzt wertvoller als Messi

Sancho jetzt wertvoller als Messi

Die Coronakrise sorgt im internationalen Fußball für einen Marktwerte-Verfall. Doch bei Jungstars wie Jadon Sancho hält sich der Verlust in Grenzen.
Das Internationale Zentrum für Sportstudien CIES hat die wertvollsten Spieler der Jahrgänge 2000 und jünger verkündet. Jadon Sancho und Erling Haaland räumen dabei ab.
. SPORT1
von SPORT1
08.04.2020 | 14:58 Uhr

Die Coronakrise lähmt aktuell den Fußball – die langfristigen Folgen sind nicht abzusehen.

Doch erste Auswirkungen zeichnen sich bereits ab: Das Transfergebaren wird nach der Krise aller Voraussicht nach ein anderes sein. Das wirkt sich schon jetzt auf die Marktwerte der Spieler aus.

Mögliche Top-Transfers wie die von Jadon Sancho, Leroy Sané oder Kylian Mbappé (v.l.) stehen wegen der Coronakrise auf der Kippe
Atletico Madrid's Portuguese forward Joao Felix reacts to missing a goal opportunity during the Spanish league football match between Club Atletico de Madrid and Levante UD at the Wanda Metropolitano stadium in Madrid on January 4, 2020. (Photo by GABRIEL BOUYS / AFP) (Photo by GABRIEL BOUYS/AFP via Getty Images)
Jadon Sanchos Markwert wird auf 117 Millionen Euro geschätzt
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Das Portal transfermarkt.de hat im Zuge der Coronakrise weltweit alle Spieler pauschal um 20 Prozent herabgestuft, bis zu einer Untergrenze von 300.000 Euro. Allerdings büßten Spieler der Jahrgänge 1998 und jünger nur 10 Prozent ihres Marktwerts ein.

BVB-Youngster Sancho überholt Barca-Star Messi

Beispielsweise rutschte BVB-Youngster Jadon Sancho als wertvollster Bundesliga-Profi von zuvor 130 Millionen Euro auf 117 Millionen Euro. Da Lionel Messi 20 Prozent seines Werts einbüßt und aktuell nur noch bei 112 Millionen Euro liegt, überholt Sancho den Barca-Superstar und liegt nun im weltweiten Ranking der wertvollsten Spieler auf Platz acht.

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Insgesamt beläuft sich der geschätzte Wertverlust in der Bundesliga auf 908 Millionen Euro. Vor allem bei einem hohen Durchschnittsalter des Kaders, wie beim FC Bayern oder Borussia Mönchengladbach, machen sich hohe Verluste bemerkbar. Der Wert des Bayern-Kaders wird auf fast 180 Millionen Euro weniger taxiert und liegt nun bei rund 757 Millionen Euro. Dies ist der niedrigste Wert seit über zwei Jahren.

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BERLIN, GERMANY - MAY 17: Manuel Neuer of Bayern Munich during the Bundesliga match between 1. FC Union Berlin and FC Bayern Muenchen at Stadion An der Alten Foersterei on May 17, 2020 in Berlin, Germany. The Bundesliga and Second Bundesliga is the first professional league to resume the season after the nationwide lockdown due to the ongoing Coronavirus (COVID-19) pandemic. All matches until the end of the season will be played behind closed doors. (Photo by Hannibal Hanschke/Pool via Getty Images)
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BVB hält Verluste in Grenzen

Zum Vergleich: Bei Borussia Dortmund hält sich der Verlust aufgrund der vielen Youngster wie Sancho, Erling Haaland oder Achraf Hakimi, die 40 Prozent des Kaderwerts ausmachen, in Grenzen. Die Dortmunder büßen daher "nur" 105 Millionen Euro ein. Der aktuelle Wert des BVB-Aufgebots liegt bei 586 Millionen Euro.

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Bei den Angaben ist zu beachten, dass es sich um keine absoluten Werte oder gar Ablösesummen handelt, sondern um Schätzungen, die unter Berücksichtigung verschiedener Preisfindungsmodelle entstehen.

"Der jetzige pauschale Marktwert-Cut ist eine Reaktion auf die außergewöhnliche Gesamtlage, angesichts der man auch nicht ausschließen kann, dass in einigen Wochen noch ein weiterer erfolgen muss", sagte transfermarkt.de-Geschäftsführer Matthias Seidel. Nicht bei jedem Spieler dürfte der Wertverlust durch die Krise gleich groß sein.

Die geringere Abwertung junger Talente erklärte Seidel mit der Annahme, dass solche Spieler auch weiterhin hoch gehandelt werden dürften.

"Eine allgemein gültige Definition von Top-Spielern ist dagegen schwieriger, vor allem in Bezug auf ihr Standing auf dem Transfermarkt", sagte Seidel. "Für einige wird es sicherlich noch einen größeren Markt geben als für andere. Um dies detailliert in die Marktwertfindung einfließen zu lassen, sind allerdings klare Signale aus dem veränderten Markt nötig, die aufgrund der zumeist gestoppten Transferaktivitäten aktuell nicht da sind."