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Das sagt Eberl über Neuhaus-Gerüchte

Das sagt Eberl über Neuhaus-Gerüchte

Max Eberl spricht im Interview mit SPORT1 über die Entwicklung von und die Transfergerüchte rund um Nationalspieler Florian Neuhaus.
Florian Neuhaus sorgt beim DFB für Furore. Auch Joachim Löw ist voll des Lobes für den Gladbacher.
Patrick Berger
von Patrick Berger
13.11.2020 | 11:34 Uhr

Florian Neuhaus überzeugte beim 1:0-Testsieg der deutschen Nationalmannschaft gegen Tschechien.

Bundestrainer Joachim Löw ("Von seiner Leistung war ich angetan") und viele Experten schwärmten vom Gladbach-Star.

Prompt wird der 23-Jährige, der bei der Borussia noch einen Vertrag bis 2024 hat, mit einem Wechsel zum Branchenprimus FC Bayern in Verbindung gebracht.

Die Gerüchte hat Neuhaus, geboren im oberbayerischen Landsberg am Lech, mit seinen Aussagen über einen möglichen Wechsel zum FC Bayern allerdings selbst auch ein wenig befeuert: "Ich will mich da nicht festlegen", sagte der Mittelfeldspieler.

"Der FC Bayern ist ein großer Verein. Ich habe bei der Nationalmannschaft ja auch ein paar Jungs von den Bayern kennengelernt, die nur positiv über den Verein sprechen."

Bei SPORT1 spricht Gladbach-Manager Max Eberl, der Neuhaus vor zweieinhalb Jahren aus Düsseldorf holte, über die Entwicklung des Top-Talents und die Wechsel-Gerüchte.

SPORT1: Gegen Tschechien machte Neuhaus sein zweites Länderspiel. Wie haben Sie seine Leistung gesehen?

Max Eberl: "Mich freut es sehr, dass Florian so eine großartige Entwicklung genommen hat und nun im Kreise der Nationalmannschaft ist. Schon sein erstes Länderspiel gegen die Türkei war gut, da hat er ja auch getroffen. Gegen Tschechien hat er wieder eine sehr stabile Leistung gezeigt und war eine spielbestimmende Figur. Man hatte das Gefühl, dass er von den Debütanten und Neulingen vielleicht sogar der gestandenste ist."

Eberl lobt Neuhaus' Entwicklung

SPORT1: Wie ist seine schnelle Entwicklung zu erklären? Vor zweieinhalb Jahren verpflichteten Sie Neuhaus aus der 2. Liga.

Eberl: "Es ging zuletzt ja eigentlich nur bergauf für ihn. In Düsseldorf und den zweieinhalb Jahren bei uns hat er fast nur durchgespielt und stetig Schritte nach vorne gemacht. Florian hat eine herausragende Rückrunde bei uns gespielt und bringt auch aktuell wieder sehr gute Leistungen. Die Spiele in der Champions League helfen ihm natürlich bei seiner Entwicklung. An ihm sieht man, wie schnell sich gute Fußballer adaptieren und ein neues Niveau annehmen."

SPORT1: Glauben Sie, dass Neuhaus den raschen Aufstieg gut einordnen kann? Er selbst meinte kürzlich erst, dass er sich mit Blick auf Länder- und Champions-League-Spiele selbst kneifen müsse.

Eberl: "Florian ist ein total klarer und bodenständiger Junge. Das sieht man nicht nur neben, sondern auch auf dem Platz. Sein Spiel ist durchdacht und klar strukturiert. Er hat herausragende Fähigkeiten als Fußballer und das in der Vergangenheit bei uns eindrucksvoll gezeigt. Das Wichtigste aber ist: Er bildet sich darauf nichts ein."

Eberl sieht Interesse von Top-Clubs gelassen

SPORT1: Gute Leistungen wecken Begehrlichkeiten. Machen Sie sich Sorge, dass er Gladbach vor 2024 verlassen könnte?

Eberl: "Ich mache das jetzt seit zwölf Jahren mit und immer werden Spieler von uns mit anderen Vereinen in Verbindung gebracht – so wie unser Trainer im Übrigen auch. Das ist schon manchmal mühsam. Ich frage mich manchmal: Was wollen wir? Wir alle wünschen uns auf der einen Seite einen Wettbewerb, in dem auch mal andere Vereine Meister werden können. Aber auf der anderen Seite werden diese Spieler dann wieder zu diesem Verein geschrieben. Warum nicht einfach mal sagen: 'Hey, geil! In Gladbach entwickelt sich was.' Wieso soll ein Florian Neuhaus nicht bei uns bleiben?! Der Reflex ist mittlerweile ja immer: 'Gutes Spiel, gute Entwicklung, wo geht er hin?' Das geht mir immer viel zu schnell."

SPORT1: In den nächsten Wochen und Monaten könnte der eine oder andere Top-Klub auf Florian zukommen.

Eberl: "Damit gehe ich mittlerweile gelassen um. Flo weiß, was er bei uns hat. Er spielt mit Gladbach auf höchstem Niveau in der Champions League. Natürlich weiß auch ich, dass unsere Spieler irgendwann das Potenzial haben, zu den größten Vereinen zu gehen. Das war beispielsweise bei Neustädter, Xhaka oder Dahoud nicht anders. Wir haben diese und andere Abgänge aber immer gut abgefangen."