Ramos' Zukunft: Bayern als Option?

Ramos' Zukunft: Bayern als Option?

Sergio Ramos verlässt Real Madrid und ist ablösefrei. Zwei mögliche Ziele liegen in der Premier League, auch PSG zeigt Interesse. Und was ist mit dem FC Bayern?
Im zarten Alter von nur 19 Jahren kam Sergio Ramos zu Real Madrid und wurde in der spanischen Hauptstadt zu einer Legende. Der nun 35-Jährige hält eine emotionale Abschiedsrede.
Bittere Tränen! Ramos' emotionale Abschiedsrede im Video
03:17
Alexandra Müller
von F. Schreiner
am 18. Juni

Es schien beinahe undenkbar - und doch ist es nun so weit: Nach 16 Jahren und 22 Titeln verlässt Sergio Ramos Real Madrid in diesem Sommer.

Ans Aufhören denkt der 35-Jährige allerdings noch lange nicht. Doch wie Ramos' berufliche Zukunft aussehen wird, ist offen, das bestätigte er auf seiner Abschieds-Pressekonferenz am Donnerstag. "Ich weiß nicht, zu welcher Mannschaft ich gehen werde", sagte Ramos da.

Das ist insofern nicht verwunderlich, als dass die Real-Legende auch erklärte, er habe die Königlichen eigentlich nie verlassen wollen. Nun aber ist sein Abschied besiegelt - und Ramos plötzlich ablösefrei auf dem Markt. Klar, dass da die Gerüchteküche ordentlich brodelt.

Ramos' Zukunft: Sevilla? PSG? FC Bayern?

Kehrt Ramos zurück zu seinem Heimatklub FC Sevilla? Wird er der nächste Mega-Transfer von Paris Saint-Germain, das sich zuletzt schon ablösefrei den bisherigen Liverpooler Georginio Wijnaldum gesichert hatte?

Und ja: Sogar Kontakt zum FC Bayern soll es bereits gegeben haben. Sergio Ramos in der Bundesliga? Das wäre ein dickes Ding!

Sicher ist aktuell nur eines: Ramos möchte weiterhin auf höchstem Niveau spielen, ein finanziell lukrativer Wechsel nach Katar oder in die US-amerikanische MLS scheint daher ausgeschlossen.

SPORT1 nimmt die Zukunftsoptionen des spanischen Welt- und Europameisters unter die Lupe.

Ramos: "Sevilla ist der andere Verein meines Herzens"

Im Alter von 19 Jahren hat Ramos 2005 seine Geburtsstadt Sevilla verlassen. Beim FC Sevilla wurde er ausgebildet, dort gab er 2004 sein Profidebüt in der spanischen Liga. Mit einem Wechsel zu den Andalusiern würde Ramos also auf der Zielgeraden seiner Karriere wieder nach Hause kommen.

"Sevilla ist der andere Verein meines Herzens und ich habe dort eine wundervolle Zeit erlebt", sagte Ramos. Aber: "Heute denke ich nicht über die Möglichkeit nach, nach Sevilla zu gehen."

Sevillas Sportdirektor Monchi stellte zudem klar: "Die Rückkehr von Ramos war weder für ihn noch für uns eine Option." Ohnehin könnte Sevilla Ramos' kolportiertes Gehalt in Höhe von rund zwölf Millionen Euro wohl nicht stemmen.

Ramos und ManCity stehen in Kontakt

Ganz anders sieht das bei den englischen Top-Klubs aus.

Manchester United könnte einen Spieler mit der Qualität eines Sergio Ramos sicherlich brauchen. Bereits 2015 blitzten die Red Devils beim beinharten Innenverteidiger ab, der Spanier entschied sich für eine Vertragsverlängerung in Madrid. Damals wie heute sollten die finanziellen Forderungen des 180-maligen spanischen Nationalspielers kein Hindernis sein.

Sergio Ramos verlässt Real Madrid. Die Königlichen bestätigen die Trennung von ihrer Klub-Ikone und kündigen für Donnerstag eine Abschiedspressekonferenz an.
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Ramos-Abgang bei Real besiegelt

Selbiges gilt für den Stadtrivalen Manchester City: Kontakt zwischen dem Champions-League-Finalisten und Ramos soll es bereits seit längerer Zeit geben - wie auch personellen Bedarf bei den Citizens.

Da Eric García zum FC Barcelona wechselt und auch die Abschiedsgerüchte um Aymeric Laporte, der offenbar zurück nach Spanien möchte, nicht abreißen, droht Pep Guardiola eine Baustelle in der Abwehrzentrale. In Rúben Dias, John Stones und Nathan Aké stünden dann nur noch drei gelernte Innenverteidiger zur Verfügung.

Löst Ramos die Abwehr-Not beim FC Bayern?

Womit wir beim FC Bayern wären - denn Julian Nagelsmann steht bei seinem neuen Klub vor einer ähnlichen Situation wie Guardiola in Manchester: David Alaba, Jérôme Boateng und Javi Martínez verlassen den deutschen Rekordmeister. Damit verlieren die Münchner nicht nur viel Qualität, sondern vor allem auch jede Menge Erfahrung in der Defensive.

Der Transfer von Dayot Upamecano alleine wird diese Lücke nicht schließen können - ein Engagement von Ramos wäre daher auf den ersten Blick ein echter Coup.

Und: Auch Ramos könnte sich offenbar eine Zukunft an der Säbener Straße durchaus vorstellen. Laut Bild soll das Management des Spaniers schon vor einiger Zeit in München vorgefühlt haben, ob es zu einer gemeinsamen Zukunft kommen könnte.

Der künftige Vorstandsboss Oliver Kahn erteilte einer Ramos-Verpflichtung im Februar jedoch eine relativ deutliche Absage. "Da ist nichts dran", erklärte der ehemalige Weltklasse-Torhüter damals bei Sky. Alter und Gehaltsvorstellungen sollen die entscheidenden Gründe gewesen sein, die einem ernsthaften Interesse an Ramos im Wege standen.

Zwar ist Ramos anders als im Frühjahr nun tatsächlich auf dem Markt, ob sich an der Meinung der Bayern-Bosse jedoch noch mal etwas ändert, scheint trotz der offenen Personalfragen im Münchner Abwehrzentrum mehr als fraglich.

PSG gilt als Favorit

Der große Favorit auf Ramos' Dienste ist daher aktuell ein anderer europäischer Spitzenklub: Wie die englische Sportsmail berichtet, hat Paris Saint-Germain im Werben um die Dienste des Routiniers die Nase vorn.

Der katarische Präsident Nasser Al-Khelaifi will sein Starensemble dem Vernehmen nach noch einmal kräftig aufrüsten, um endlich den ersehnten Champions-League-Titel zu gewinnen.

Sergio Ramos ist der letzte Madrilene aus der Zeit der ersten "Galaktischen". Doch ein Abschied im Sommer könnte Realität werden - nach 16 Jahren als Königlicher.
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Vorbild Ibrahimovic: So plant Ramos seine Zukunft

Ein erfahrener Verteidiger wie Ramos wäre wohl perfekt für die Ambitionen des Scheichs, zumal Geld bei PSG nur eine untergeordnete Rolle spielt. Der Vertrag von Neymar wurde bereits Anfang Mai verlängert, zuletzt Oranje-Star Wijnaldum verpflichtet - und angeblich buhlt der französische Top-Klub auch weiterhin um Lionel Messi.

Insbesondere in der Innenverteidigung herrscht aber akuter Bedarf: Nach dem Abgang von Thiago Silva zum FC Chelsea im vergangenen Sommer hat PSG bisher noch keinen gleichwertigen Ersatz verpflichtet.

Dass nun ausgerechnet die Blues mit dem ebenfalls bereits 36 Jahre alten brasilianischen Abwehr-Routinier und Ex-PSG-Coach Thomas Tuchel den Titel in der Königsklasse holten, dürfte bei den Pariser Bossen nicht gerade zu Freudensprüngen geführt haben.

Und Thiago Silvas Leistungen im fortgeschrittenen Alter auf dem Weg zum Henkelpott womöglich ein zusätzliches Argument für eine Ramos-Verpflichtung geliefert haben.