Warum der FC Bayern kein Interesse an Wirtz hat
Wirtz plötzlich interessant für Bayern? Insider klärt auf
Florian Wirtz kommt beim FC Liverpool weiterhin nicht richtig in Schwung. Dietmar Hamann hält sogar eine vorzeitige Trennung für möglich – und bringt den FC Bayern wieder ins Spiel. Doch aus Münchner Sicht sprechen gleich mehrere Gründe dagegen
Vor über einem Jahr war Florian Wirtz der große Wunschspieler des FC Bayern. Die Münchner bemühten sich intensiv um den damaligen Leverkusener, doch der Nationalspieler entschied sich gegen einen Wechsel nach München und für das Abenteuer Premier League. Inzwischen stellt sich die Lage völlig anders dar.
Wirtz konnte die hohen Erwartungen beim FC Liverpool bislang nicht erfüllen. Dietmar Hamann sprach am Dienstag auf SPORT1-Nachfrage sogar von einem „großen Missverständnis“ zwischen Spieler und Klub. Der frühere Liverpool-Profi glaubt, dass bei den Reds irgendwann über Konsequenzen nachgedacht werden könnte, sollte sich die Situation nicht ändern.
Und Hamann brachte prompt einen alten Interessenten wieder ins Spiel. „Die Bayern wollten ihn ja schon mal haben“, sagte er und schob vielsagend hinterher: „Wenn sie das Geld haben und wenn sie noch wollen, dann: wer weiß …“
FC Bayern: Der Wirtz-Gedanke klingt nur auf den ersten Blick logisch
Auf den ersten Blick klingt der Gedanke tatsächlich logisch. Ein deutscher Nationalspieler von außergewöhnlicher Qualität, den der FC Bayern schon einmal unbedingt verpflichten wollte, könnte auf den Markt kommen. Und die Münchner beobachten die Entwicklung deutscher Topspieler traditionell sehr genau. Doch so einfach ist die Rechnung nicht.
In der neuen Folge des SPORT1-Podcasts „Die Bayern-Woche“ erklärt Chefreporter Stefan Kumberger, warum ein erneuter Bayern-Vorstoß bei Wirtz aus heutiger Sicht nur schwer vorstellbar wäre.
Ein entscheidender Punkt ist dabei die Entwicklung des Spielers in England. Wirtz befindet sich nicht mehr in einer Eingewöhnungssaison. Die Schonfrist wird entsprechend kleiner. „In England wächst die Skepsis und der Unmut. Für Wirtz ist es die zweite Saison in der Premier League. Er ist kein Welpe mehr, sondern muss jetzt liefern“, sagt Kumberger.
FC Bayern: Der Bedarf hat sich verändert
Genau darin liegt allerdings auch das mögliche Dilemma für Liverpool. Der Klub investierte 2025 rund 125 Millionen Euro in Wirtz. Selbst wenn die Verantwortlichen irgendwann tatsächlich über einen Verkauf nachdenken sollten, dürfte der deutsche Nationalspieler deshalb kaum zum Schnäppchen werden.
Und beim FC Bayern wird inzwischen sehr genau auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen geschaut. Ein erneutes dreistelliges Millionenpaket für Wirtz wäre schwer darstellbar – zumal der Bedarf ein anderer ist als noch im Sommer 2025. Mit Michael Olise, Jamal Musiala und Luis DÃaz ist die Offensive hochkarätig besetzt.
Es gibt aber noch einen zweiten Punkt, der bei einer möglichen Rückkehr des Wirtz-Themas eine Rolle spielen dürfte. Der FC Bayern hatte sich 2025 intensiv um den Spielmacher bemüht. Der Spieler entschied sich dennoch bewusst für Liverpool. Warum also sollte der Rekordmeister nun erneut einen enormen finanziellen Aufwand betreiben? „Sollen sich die Bayern wirklich um einen Spieler bemühen, der vor 15 Monaten nicht zu ihnen wollte? Wieso sollten sie ihm jetzt hinterherlaufen“, fragt Kumberger in der „Bayern-Woche“.
Wirtz-Absage ist ein Gegenargument
Die damalige Entscheidung könnte bei einem möglichen zweiten Anlauf durchaus Bedeutung bekommen. Bayern wäre diesmal schließlich nicht die erste Wahl, sondern würde erst dann wieder interessant, wenn das ursprünglich bevorzugte Modell Liverpool nicht funktioniert. Oder wie Kumberger es formuliert: „Sollte er sich jetzt plötzlich für einen Wechsel nach München entscheiden, wären die Bayern ja quasi die B-Lösung für seine Karriereplanung.“ Damit hat sich die Ausgangslage seit dem Sommer 2025 komplett gedreht.
Damals hätte der FC Bayern Wirtz sehr gerne bekommen. Heute müsste erst einmal der Nationalspieler beziehungsweise Liverpool einen Grund liefern, warum die Münchner dieses Kapitel überhaupt noch einmal öffnen sollten.
Die ganze Diskussion sowie alles zu den anderen aktuellen Brennpunkt-Themen rund um den Rekordmeister hören Sie in der neuen Ausgabe des SPORT1-Podcasts „Die Bayern-Woche“ mit Moderatorin Madeleine Etti und Chefreporter Stefan Kumberger.
Übrigens: Sie können mit unserem „Bawofon“ aktiv an der Bayern-Woche teilnehmen! Schicken Sie uns per WhatsApp Ihre Sprachnachricht mit Fragen, Meinungen, Lob, Kritik und Anregungen an 0151 – 21 63 72 41. Die interessantesten Beiträge werden Teil der Sendung. Alle Infos dazu gibt es im Podcast.