Nach Herz-OP: „Norminator“ Stadler vor emotionalem Hawaii-Comeback

von SID
Nach Herz-OP: „Norminator“ Stadler vor emotionalem Hawaii-Comeback

Mit 53 Jahren kehrt Normann Stadler zurück nach Hawaii. 20 Jahre und eine Herz-OP liegen zwischen seinem letzten WM-Titel und dem Comeback.

Normann Stadler zählt ungeduldig die Tage, der Countdown für sein unwirklich erscheinendes Kona-Comeback läuft auf null zu. „Dankbar“ sei er, schreibt der Triathlet bei Instagram. Die große Narbe auf seiner Brust versteckt er in den Videos von seinen letzten Trainingseinheiten auf Hawaii nicht.

Kurz vor seinem Start im Triathlon-Mekka fühlt sich Stadler, der selbsternannte „Norminator“, der Triumphator von einst, „blessed“, vom Leben beschenkt. Denn: 20 Jahre nach seinem zweiten und letzten Sieg am Sehnsuchtsort aller Triathleten tritt Stadler wieder an. Mit Vorfreude, Nervosität, Demut und Dankbarkeit.

„Ich weiß, wie viel Glück ich habe, dass ich noch lebe“

Natürlich wird Stadler mit dem Sieg diesmal nichts zu tun haben. Die heutigen Stars wie der dreimalige Champion Patrick Lange oder Aufsteiger Jonas Schomburg sind in einer anderen Liga unterwegs, doch für die großen Emotionen dürfte am Samstag (18.20 Uhr) auch und vor allem der frühere König von Kona sorgen.

„Ich weiß, wie viel Glück ich habe, dass ich noch lebe“, sagte der 53-Jährige kürzlich im Welt-Interview.

2011 war Stadlers Leben aus den Fugen geraten. Der Ausnahmeathlet brach zusammen, die Diagnose, die auf seinen Schwächeanfall folgte, war niederschmetternd. Die Ärzte entdeckten ein 6,8 cm großes Aortenaneurysma und eine defekte Aortenklappe. Mehrere Stunden operierten sie ihn am offenen Herzen in Heidelberg, Stadler nennt es sein „Herzschlagfinale“.

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Stadlers Karriere war einst schlagartig vorbei

Die Karriere war schlagartig vorbei, zurück blieb eine Narbe auf der Brust, die Stadler daran erinnert: „Leben plant man nicht, Leben ist!“ Im Kreise seiner Familie erholte er sich, im Jahr seiner Reha kam sein zweiter Sohn zur Welt. Stadler nahm neue Ziele in den Blick, wurde Motivationscoach, Trainer, doch der Ironman auf Hawaii ließ ihn nicht los.

„Für die Hawaii-Vorbereitung hatte ich nun das Go meines Sport-Kardiologen und des Operateurs von damals“, berichtet Stadler. Er hatte „wunderschöne, aber auch furchtbare Tage“ auf der Insel, nun „kribbelt“ es: „Wenn ich an Hawaii denke, habe ich Magengrummeln. Es war mein Wohnzimmer. Ich freue mich auch darauf, die aktuellen Profis und einige Athleten von einst wiederzusehen – das ist wie ein Klassentreffen.“

Ironman-WM: Hawaii-Held will es nochmal wissen

Vor 20 Jahren war Stadler der härteste aller Eisenmänner. Auf Hawaii gewann er nach 2004 seinen zweiten WM-Titel. Nach Thomas Hellriegel 1997 war er der zweite Deutsche, der beim legendären Rennen mit dem 3,86 km langen Schwimmen im Pazifik, der 180,2 km langen Radstrecke an der hügeligen Küste und dem abschließenden Marathon (42,195 km) triumphierte.

Heute, bei seiner Rückkehr auf die Insel, sei sein Ansatz ein anderer, sagt Stadler. Dank eines lebenslangen Startrechts darf er am Wochenende tatsächlich noch einmal mitmischen.

Die Platzierung in der Altersklasse AK 50-54 sei ihm egal. „Ich möchte einfach ein tolles Rennen erleben“, sagt er. Der Countdown läuft, Stadler kann es kaum erwarten.