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Ex-NFL-Profi glänzt in ungewohnter Rolle

Ex-NFL-Profi glänzt in ungewohnter Rolle

Im Halbfinale der SharkWater GFL springt Moritz Böhringer bei den Unicorns erfolgrich als Running Back ein. Im German Bowl warten die Monarchs.
Im Playoff-Halbfinale der German Football League kam es zu dem Duell der Monarchs gegen die Saarland Hurricanes. Mit 37:0 setzte sich Dresden problemlos durch und spielt damit am 9.Oktober beim German Bowl um die Football-Meisterschaft. Spieler des Spiels war der überragende Devwah Whaley.
. SPORT1
von Football Aktuell
26.09.2021 | 18:07 Uhr

Dresden Monarchs und Schwäbisch Hal Unicorns treffen am 9. Oktober im Frankfurter Deutsche Bank Park im SharkWater German Bowl XLII aufeinander. Die beiden Gruppensieger der Punktrunde setzten sich auch in den Halbfinals auf eigenem Platz durch: Schwäbisch Hall bezwang die Potsdam Royals mit 28:18, die Dresdner siegten mit 37:0 gegen die Saarland Hurricanes.

Zum zweiten Mal nach 2013 schafften es die Sachsen damit ins Finale um die deutsche Meisterschaft im American Football. Damals scheiterten sie nur knapp mit einem unglücklichen Ballverlust, als sie gegen Braunschweig bereits auf dem Weg zu den siegbringenden Punkten schienen. Diesmal nehmen sie Anlauf auf den Titel mit Head Coach Ulrich „Ulz“ Däuber, der einst selbst beim kommenden Finalgegner aus Schwäbisch Hall die Laufbahn begonnen hatte. (German Bowl XLII am 9. Oktober LIVE auf SPORT1)

Er und seine Mannschaft sorgten im Halbfinale einmal mehr für mächtig Eindruck und könnten sich nun in die Favoritenrolle gespielt haben. Nicht nur wegen des hohen Sieges ohne Gegenpunkte, sondern vor allem deswegen, weil die Dresdner dabei ihre Vielseitigkeit unter Beweis stellten.

Nachdem sie in dem Duell zweier im Passangriff bekannt starker Mannschaften schnell mit zwei Touchdowns durch Anthony Brooks und Devwah Whaley in Führung gegangen waren, schalteten sie im Angriff nahtlos um: Running Back Whaley wurde fortan immer mehr in Szene gesetzt. Waren die ersten Touchdowns Folge überfallartigen Passspiels, wie man es von den Dresdnern gewohnt ist, zeigten sie, dass sie den eigenen Ballbesitz auch über längere Zeiträume bewahren und erfolgreich abschließen können.

Ziel der Strategie war es, den saarländischen Passangriff um Quarterback Josh Goldin möglichst lange an der Seitenlinie zur Untätigkeit zu verdammen und damit der eigenen Defense ausgiebige Ruhepausen zu gönnen. Dies gelang perfekt. Als die Saarländer direkt vor Dresdens Endzone auch in einem vierten Versuch nicht den Anschluss geschafft hatten, marschierten die Dresdner in aller Ruhe über 98 Yards zum nächsten Touchdown durch Whaley und verbrauchten dabei mehr als sechs Minuten Spielzeit.

Dass sich in der Statistik am Ende zwischen beiden Mannschaften dennoch nahezu Gleichstand bei der Zeit in Ballbesitz zeigte, lag unter anderem daran, dass den Saarländern nur zwei Minuten später ein Punt-Versuch missriet. Für die danach noch fehlenden vier Yards bis zur Endzone und seinen dritten Touchdown benötigte Whaley eben nur einen einzigen Spielzug.

Dresden schon zur Pause klar vorn

Die Entscheidung war zur Pause so bereits gefallen. Nur für Sekunden keimte später bei den Hurricanes noch Hoffnung auf ein Football-Wunder auf. Einen Pass von Dresdens Spielmacher Kyle Carta-Samuels hatte Antonio McCall abfangen können. Doch kaum war er aus der eigenen Endzone heraus gestürmt, schlug ihm Dresdens Robin Wilzeck erst das Leder wieder aus den Händen und begrub anschließend Ball und Gegner zum Safety zum 30:0 unter sich. Noch im dritten Viertel stellte der zweite Touchdown-Pass auf Anthony Brooks den 37:0-Endstand her. Danach ließen beide Seiten es angesichts des eindeutigen und einseitigen Verlaufs ruhig ausklingen

Für die Schwäbisch Hall Unicorns war der Halbfinal-Samstag dagegen ein Wechselbad der Gefühle. Nach einem insgesamt verdienten 28:18-Sieg gegen die Potsdam Royals endete er zwar mit dem neunten Einzug in einen German Bowl. Dass man sich dabei zwischendurch schwer tat, war zu verkraften. Ungewiss ist aber, wie die Verletzungen von Running Back John Santiago und Quarterback Alexander Haupert im SharkWater German Bowl XLII noch eine Rolle spielen werden.

„Das war ein Spiel mit vielen Emotionen und eines, das alles andere als nach Plan gelaufen ist“, konnte Unicorns-Head-Coach Jordan Neuman den Finaleinzug jedenfalls nicht uneingeschränkt genießen. Santiago schied bereits im ersten Viertel mit lädiertem Knie verletzt aus, Haupert kam nach der Pause ebenfalls wegen einer Knieverletzung nicht mehr zurück aufs Feld.

Böhringer glänzt als Running Back

Mit den jeweiligen Schlüsselspielern für Lauf und Pass an der Seitenlinie fiel Ex-NFL-Profi Moritz Böhringer die Hauptverantwortung zu. Er sprang auf der ungewohnten Position als Running Back ein. Da es dank des Vorsprungs aus der ersten Hälfte in dieser Phase für die Unicorns vor allem darum ging, den Vorteil über die Zeit zu bringen, war dies ein probates Mittel. Ein ganzes Spiel, schon gar nicht ein Finale gegen die Dresden Monarchs, wird man kaum so angehen wollen.

Basis für den Erfolg der Unicorns war auch, dass man Potsdams Running Back Jake Mayon zwar viel Raumgewinn zugestand, ihn in den entscheidenden Situationen aber gut kontrollieren konnte. Dass stattdessen Royals-Quarterback P.J. Settles mehrfach per Lauf großen Raumgewinn holen konnte, fiel zum Glück für die Unicorns auch deswegen nicht ins Gewicht, weil die Potsdamer und die Schiedsrichter an diesem Tag keine Freunde wurden. Einige technische Fouls und mit steigendem Frust auch andere Undiszipliniertheiten wurden 19 Mal bestraft und bedeuteten insgesamt 168 Yards Raumverlust für die Gäste.

Begonnen hatte es für die Unicorns wie am Schnürchen: Zweimal zwang man die Royals schnell zu Punts, beide Male nutzte man den Ballbesitz für flüssige Angriffszüge zu Touchdowns von John Santiago und Tyler Rutenbeck auf Pass von Haupert. Potsdam konterte allerdings durch den Kickoff Return von Abu Daramy Swaray sofort zum ersten eigenen Touchdown. Bald danach verpatzten die Unicorns vor einem geplanten Punt das Anspiel des Balles.

So standen die Potsdamer ein Yard vor der Endzone, doch trotz eines Jake Mayon schafften sie es in neun Versuchen nicht hinein, wobei es insgesamt sechs Spielzüge mit Fouls gab. Auf der Gegenseite lief Moritz Böhringer zum 21:6, und diesen Vorsprung konnten die Haller dann auch mit Nachwuchs-Quarterback Ian Gehrke in der zweiten Hälfte verteidigen. Über 63 Yards bediente Gehrke mit einem Touchdown-Pass Yannick Mayr zum 28:12. Fünf Minuten vor Schluss kam Potsdam mit einem 22-Yard-Pass von Settles auf Lukas Drache noch auf 18:28 heran, doch der Onside Kick der Royals landete in den Armen von Halls Aurieus Minton.

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