Josh Allen ließ sich Zeit. Minutenlang blieb das Pult im Pressekonferenzraum leer, ehe der Quarterback der Buffalo Bills schließlich erschien - mit gesenktem Blick, roten Augen und Tränen im Gesicht.
Ein Häufchen Elend: NFL-Superstar legt Tränen-Abgang hin
NFL-Superstar legt Tränen-Abgang hin
Nach der bitteren 30:33-Niederlage in der Overtime gegen die Denver Broncos im Viertelfinale der NFL war dem MVP die Enttäuschung deutlich anzusehen.
„Es ist extrem schwer“, sagte Allen mit brüchiger Stimme. „Ich habe das Gefühl, ich habe meine Mitspieler heute im Stich gelassen.“ Seine Teamkollegen wiesen dies sofort zurück: Right Tackle Spencer Brown meinte: „Ohne ihn hätten wir nicht den Hauch einer Chance.“
Doch was bleibt, ist das vierte Scheitern der Bills in der Divisional Round in den letzten fünf Spielzeiten.
Allen selbst sprach von „verpassten Chancen“ und davon, dass ihn dieses Ende „noch lange begleiten“ werde. Seine Franchise bleibt weiter ohne Super-Bowl-Teilnahme. Seit den vier verlorenen Endspielen von 1990 bis 1993 wartet man in Buffalo schon.
Allens Team leistet sich fünf Turnover
Sportlich wandelte Allen auf einem schmalen Grat. Der 29-Jährige brachte 25 von 39 Pässen für 283 Yards und drei Touchdowns an, lief selbst zwölfmal für 66 Yards - leistete sich jedoch vier Turnover. Zwei Interceptions und zwei verlorene Fumbles erwiesen sich als zu schwere Hypothek. „Mit fünf Turnovern kannst du kein Spiel gewinnen“, stellte Allen selbstkritisch fest.
Besonders bitter: Ein Fumble kurz vor der Halbzeit führte zu einem Field Goal der Broncos. Nach der Pause folgte der nächste Ballverlust.
Coach Sean McDermott nahm seinen Quarterback dennoch in Schutz: „Das geht nicht auf Josh. Wir alle hatten unsere Chancen.“ Buffalo kämpfte sich zurück, glich mit einem 50-Yard-Field-Goal von Matt Prater aus und erzwang die Overtime.
Mitspieler stärken emotionalem Leader den Rücken
In der Verlängerung endete der letzte Drive mit einer umstrittenen Interception. Denver nutzte die Gelegenheit und entschied das Spiel per Field Goal von Will Lutz. In der Umkleide flossen anschließend weitere Tränen. Left Tackle Dion Dawkins umarmte Allen und flüsterte: „Er hat uns nicht im Stich gelassen.“
Wide Receiver Brandin Cooks, der im Herbst zu Buffalo gestoßen war, fand bewegende Worte: „Er trägt uns die ganze Saison. Wir müssen ihm mehr abnehmen.“ Auch Allen selbst blieb kaum gefasst: „Ich liebe meine Mitspieler. Es tut mir leid, wie das geendet ist.“ Ein vertrautes Bild - und ein weiteres Kapitel einer schmerzhaften Bills-Geschichte.