NFL>

Kaepernick 10 Jahre nach Kniefall: Boykott der verlogenen NFL

Kaepernick setzt Boykott fort

Der ehemalige Quarterback, der sich gegen Rassismus und Polizeigewalt engagiert, steht mit der Liga weiterhin auf Kriegsfuß. Er schaue lieber College-Football.
Kämpft nach wie vor gegen Rassismus: Colin Kaepernick
Kämpft nach wie vor gegen Rassismus: Colin Kaepernick
© AFP/GETTY IMAGES NORTH AMERICA/SID/PAUL MORIGI
Der ehemalige Quarterback, der sich gegen Rassismus und Polizeigewalt engagiert, steht mit der Liga weiterhin auf Kriegsfuß. Er schaue lieber College-Football.

Auch zehn Jahre nach seinem Kniefall aus Protest gegen Rassismus und Polizeigewalt steht Footballspieler Colin Kaepernick mit der NFL weiterhin auf Kriegsfuß. „Ich werde keine Organisation unterstützen, die aktiv versucht, mich auszugrenzen“, sagte der ehemalige Quarterback der San Francisco 49ers in einem seltenen Interview mit NBC News – Spiele der „verlogenen“ Liga verfolge er nicht mehr: „Ich schaue College-Football.“

Fortgesetzter NFL-Bann für Kaepernick

Kaepernick hatte 2016 weltweite Aufmerksamkeit erlangt, als er aus Protest bei einem Vorbereitungsspiel gegen die San Diego Chargers während der Nationalhymne auf ein Knie ging. Ein Jahr danach wurde der heute 38-Jährige von den 49ers entlassen und hat seitdem nicht mehr in der NFL gespielt. Seine Karriere offiziell beendet hat er bisher nicht.

Auch wenn sich damals einige NFL-Spieler der Protestaktion anschlossen, blieb Kaepernick die Zielscheibe für Kritik. Der Quarterback ist überzeugt, dass ihn die Liga weiterhin bewusst ausschließt: Es sei auffällig, dass ihn seitdem trotz seines Super-Bowl-Triumphs 2013 und mehreren Rekorden „nicht ein einziges Team für ein Probetraining“ eingeladen habe.

NFL-Chef Goodells späte Entschuldigung

Erst nach den massiven Protesten im Jahr 2020 wegen der Tötung von George Floyd durch einen Polizisten veröffentlichte NFL-Commissioner Roger Goodell eine Erklärung, in der er bedauerte, die Proteste seiner Spieler nicht ernst genommen zu haben. Kaepernick ist der Meinung, diese Reaktion sei „nur aufgrund des Drucks“ erfolgt: „Wir haben seit Jahren versucht, das Problem anzugehen. Wenn man sich dann hinstellt und sagt, man hätte auf uns hören sollen – während ich immer noch aktiv versuche, in der NFL zu spielen –, ist das nur Symbolpolitik.“

Als Reaktion auf das NBC-Interview Kaepernicks erklärte die NFL, die aufgeworfenen Themen „bleiben für die Liga wichtig und verdienen weiterhin Aufmerksamkeit und Maßnahmen“.