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Olympia für Deutschland? Das sagt Draisaitl

Olympia für Deutschland? Das sagt Draisaitl

Leon Draisaitl ist das Aushängeschild des deutschen Eishockeys. Nun spricht der NHL-Superstar über seinen Traum von Olympia und die Ziele mit den Edmonton Oilers. Dazu verrät er, was er noch verbessern kann.
Eishockey-Superstar Leon Draisaitl gelingt in der NHL wieder einmal Historisches. Der 25-Jährige bricht beim Sieg seiner Oilers einen deutschen Rekord.
. SPORT1
von SPORT1
10.08.2021 | 11:45 Uhr

Gute Nachrichten für das deutsche Eishockey!

Deutschlands Eishockey-Superstar Leon Draisaitl kann im Februar 2022 wahrscheinlich an den Olympischen Spielen teilnehmen, da die NHL diesmal ein Zeitfenster für das olympische Eishockeyturnier fest eingeplant hat. (Alles zur NHL)

Für Draisaitl, der seit Juni als einziger NHL-Profi Markenbotschafter für Puma ist, wäre die Teilnahme ein Traum. Aber auch mit den Edmonton Oilers hat der 25-Jährige nach dem frühen Playoff-Aus große Pläne.

Unter anderem darüber spricht Draisaitl im Gespräch mit SPORT1. Deutschlands Sportler des Jahres äußert sich aber auch zu Neuzugang Luca Münzenberger und verrät, was er noch verbessern kann.

SPORT1: Herr Draisaitl, Sie befinden sich gerade in der Pause zwischen zwei Saisons. Wo und womit verbringen Sie den Sommer?

Draisaitl: In den ersten Wochen der Saison ist es immer ganz wichtig, erst einmal runterzukommen. Dann geht es aber auch relativ schnell wieder an die Vorbereitung der nächsten Saison. Da bin ich gerade mittendrin, physisch in der besten Verfassung zu sein, um nächste Saison fit wieder angreifen zu können.

SPORT1: Haben Sie das frühe Aus in den Playoffs schon abgehakt oder nagt das noch an einem?

Draisaitl: Natürlich nagt das noch an einem. Aber sich darüber monate- oder jahrelang aufzuregen, macht auch keinen Sinn. Von daher geht der Blick sofort wieder nach vorne. Wir wollen schauen, dass wir für kommende Spielzeit wieder eine schlagfertige Truppe beisammenhaben und es besser machen als letzte Saison.

Leon Draisaitl: Darum kann frühes Playoff-Aus helfen

SPORT1: Kann man aus dem Aus auch etwas Positives ziehen für die nächste Saison?

Draisaitl: Auf jeden Fall! Man sieht es oft im Sport, dass Rückschläge oder Schwierigkeiten einem Team weiterhelfen können. Ich glaube, dass das für uns gar nicht so schlecht war - auch wenn es schwerfällt, das zuzugeben, aber manchmal braucht man sowas einfach, um den nächsten Schritt zu gehen. Hoffentlich war das letzte Saison der Fall.

Der fünfmalige Stanley-Cup-Sieger setzt sich 3:2 gegen die Calgary Flames durch, bei allen drei Oilers-Toren ist das deutsche Duo Dominik Kahun und Leon Draisaitl direkt beteiligt.
02:14
Gala-Auftritt! Kahun und Draisaitl zaubern bei Oilers-Sieg

SPORT1: Der Vertrag von Dominik Kahun bei den Oilers wurde nicht verlängert. Wie denken Sie darüber?

Draisaitl: Da bin ich der falsche Ansprechpartner, um das zu beurteilen. Ich habe damit relativ wenig zu tun. Ich glaube, dass Dominik eine solide Saison gespielt hat für uns. Aber wir haben professionelle Menschen in der Organisation, die ihr Geld damit verdienen, solche Entscheidungen zu treffen. Da haben wir großes Vertrauen in die Jungs.

SPORT1: Die Oilers haben im Draft mit Luca Münzenberger einen weiteren Deutschen gepickt. Wie gut kennen Sie ihn und haben Sie ihn schon persönlich getroffen?

Draisaitl: Ich habe ihn ein wenig bei der U20-WM in Edmonton letztes Jahr verfolgt. Er ist schon jetzt für sein Alter ein sehr solider, großer, starker Verteidiger. Ich hoffe natürlich, dass er den Sprung in die NHL so schnell wie möglich schafft und würde mich freuen, wieder einen Deutschen in der Mannschaft zu haben.

Olympia “wäre für mich ein großer Traum”

SPORT1: Bis vor Kurzem blickte die Sportwelt nach Japan zu den Olympischen Spielen. Verfolgen Sie das Event und was war Ihr Highlight?

Draisaitl: Ein Highlight kann ich nicht wirklich hervorheben. Ich glaube, dass die Olympischen Spiele Tag für Tag so viele Geschichten schreiben und so viel Cooles passiert, dass es sich immer wieder lohnt, Tag für Tag reinzuschauen. Ich habe es natürlich sehr eng verfolgt. (Alles zu Olympia)

SPORT1: Wenn Sie eine Sportart der Sommerspiele wählen müssten, die Sie am meisten interessiert, welche wäre das?

Draisaitl: Der Freund meiner Schwester spielt Feldhockey. Leider sind die deutschen Herren ausgeschieden, aber darauf werfe ich immer besonders ein Auge drauf. Aber ansonsten ist einfach jede Sportart so speziell und auf diesem Niveau so gut ausgeführt, dass es einfach Spaß macht, bei allem mal zuzuschauen.

SPORT1: Wie sehr kribbelt es bei Ihnen, wenn Sie an Olympia denken? Im Winter könnte es für Sie mit Deutschland nach Peking gehen.

Draisaitl: Ich hoffe es natürlich, dass es funktioniert. Ich würde mich sehr freuen. Ich glaube, dass das als Sportler mit das Größte ist, was man erleben kann oder darf, dort einmal dabei zu sein. Das wäre für mich ein großer Traum.

SPORT1: Wie schätzen Sie generell die Chancen ein, dass Sie dabei sind? Die NHL hat im Spielplan den Zeitraum für Olympia freigehalten. (NHL: Alle Spiele und Ergebnisse)

Draisaitl: Ich hoffe natürlich, dass wir die Erlaubnis bekommen, im Februar dabei sein zu dürfen.

Das kann Leon Draisaitl noch verbessern

SPORT1: 2020 sind Sie zum MVP gekürt und zum Sportler des Jahres gewählt worden. Wie viel bedeuten Ihnen solche Auszeichnungen?

Draisaitl: Natürlich bedeutet mir das sehr viel. Ich bin da auf eine gewisse Art und Weise sehr stolz drauf, keine Frage. Aber ich weiß natürlich auch, dass Eishockey ein Teamsport ist und dass das alles ohne Mitspieler, ohne Trainer, ohne Betreuer, selbst ohne Familie und Freunde nicht möglich beziehungsweise viel schwieriger wäre. Ich bin allen Menschen, die mir das Leben tagtäglich einfach machen, sehr dankbar. Diese Trophäen gehören zum Teil auch an solche Menschen da draußen.

Leon Draisaitl spricht im exklusiven Sport1-Interview über die Titelchancen der Oilers, NHL-Rookie Tim Stützle - und über Weltfußballer Robert Lewandowski.
04:01
Draisaitl über Lewandowski: "Macht Spaß, zuzuschauen"

SPORT1: Welche der beiden Auszeichnungen hat Sie mehr überrascht?

Draisaitl: Das lässt sich nur schwer beantworten. Das sind beides sehr besondere Trophäen. Sie bedeuten mir beide sehr, sehr viel.

SPORT1: Der MVP-Titel kommt nicht von ungefähr. Was würden Sie als Ihre größten Stärken in Ihrem Spiel bezeichnen?

Draisaitl: Mein Spielverständnis und meine Antizipation sind vermutlich meine größten Stärken.

SPORT1: Und worin kann sich ein MVP noch verbessern, woran wollen Sie noch arbeiten?

Draisaitl: An allem. Ich versuche mich jedes Jahr, jeden Sommer Schritt für Schritt ein bisschen zu verbessern. Ob das jetzt in der Defensivarbeit ist oder die Konstanz - es gibt immer Sachen, an denen man arbeiten kann und die man verbessern kann und das versuche ich Jahr für Jahr auszuschöpfen.