Tobias Krick bespaßte seine mehr als fünf Millionen TikTok-Follower mit launigen Clips aus dem Urlaub, lebte ohne Trainingszwänge einfach in den Tag hinein und genoss seine Auszeit in vollen Zügen. Doch mittlerweile liegt der Abschied des Nationalspielers vom deutschen Spitzenklub Berlin Recycling Volleys mehr als acht Monate zurück - und ein neuer Verein lässt im EM-Jahr bislang noch auf sich warten.
TikTok statt Sport: Nationalspieler ohne Verein happy
Nationalspieler ohne Verein happy
„Es gab einige Angebote, aber vor Weihnachten wollte ich nichts annehmen. Ich habe mir die Auszeit ja bewusst genommen, um Zeit mit meiner Familie zu verbringen“, erklärte Krick im Interview mit dem Portal Volleyball Insider: „Wenn jetzt allerdings ein wirklich interessantes Angebot kommen würde, würde ich es mir schon überlegen.“
Das scheint bislang noch nicht der Fall gewesen zu sein. Bereits Anfang Mai hatte Krick seinen unkonventionellen Weg eingeschlagen und die Volleys frühzeitig verlassen. Er sei „übersättigt“, hatte er damals im Tagesspiegel kurz nach dem Double-Gewinn erklärt und war in eine ungewisse Zukunft gestartet - die offenbar noch andauert.
Wegen der Nationalmannschaft drängt die Zeit
Ob er langsam nervös werde? „Nein, ehrlich gesagt nicht“, sagte Krick zu Volleyball Insider: „Ich möchte nicht wieder irgendwo unterschreiben, nur um zu spielen, und am Ende keinen Spaß zu haben.“ Vor allem die Teamatmosphäre sei ihm wichtig, zudem reize ihn „etwas komplett Neues“, wie beispielsweise ein Engagement in Japan oder Brasilien: „Aber klar, die Saison läuft auch nicht mehr ewig.“
Immerhin gilt es, sich erneut für die Nationalmannschaft zu empfehlen, auch wenn der Mittelblocker trotz Vereinslosigkeit im September noch fester Bestandteil des WM-Teams gewesen war. Denn nach dem Rücktritt von Michal Winiarski dürften sich die Spieler vor den Augen des neuen Bundestrainers Massimo Botti erst einmal wieder beweisen müssen. Die Zeit drängt, im Juni steht bereits die Nations League an, im Spätsommer folgt die Europameisterschaft.
Und die Nationalmannschaft ist für Krick, dem alleine auf der Plattform TikTok 5,6 Millionen Menschen folgen, eine Herzensangelegenheit. „Im Verein fühlt es sich oft wie ein Job an“, erklärte der 27-Jährige: „Natürlich spielst du mit Berlin um Titel, aber am Ende geht es auch ums Geld. In der Nationalmannschaft ist es anders – da spielt man aus Leidenschaft.“ Einen Klub als Bühne benötigt Krick dennoch, auch wenn ihm das getaktete Vereinsleben in den vergangenen Monaten nicht gefehlt hat.
Krick ist ein Social-Media-Star
Er habe sich viel um seine Social-Media-Kanäle gekümmert, neben seiner TikTok-Fangemeinde verfolgen auch auf Instagram 1,4 Millionen Userinnen und User den 2,13 m großen Hünen. Außerdem habe er „einfach das Leben genossen. Es ist auch einfach mal ein schönes Gefühl, zu wissen, dass morgen kein Training ansteht.“
Doch allmählich juckt es selbst Krick, der derzeit mehrmals pro Woche im Fitnessstudio schwitzt, wieder in den Fingern. Mit dem Ball habe er nicht trainiert, „das sehe ich ganz entspannt. Ich denke, dass man nach zwei, drei Wochen wieder drin ist“, sagte Krick: „Am Anfang war ich sogar ganz froh, keinen Ball zu sehen. Aber langsam kommt die Lust wieder.“ Fehlt nur noch der passende Verein.