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Biathlon: Beispielloses Schnee- und Corona-Chaos in Oberhof

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Biathlon: Beispielloses Schnee- und Corona-Chaos in Oberhof

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Beispielloses Biathlon-Chaos in Oberhof

Beispielloser Schneemangel, Geisterkulisse und Coronasorgen: Der Heimweltcup in Oberhof ist von zahlreichen Problemen beeinträchtigt.
Im „SKI & BERGE: Das DSV Magazin“ auf SPORT1 spricht Ruth Hofmann mit Weltmeister Simon Schempp über das Thema Wintersport in all seinen Facetten.
SID
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von SID

Die Bö-Brüder Johannes Thingnes und Tarjei starrten irritiert nach draußen auf die braunen Matschpisten und grünen Wiesen am Rennsteig. (Biathlon: Alles News)

Von einer Weltcupstrecke war in Oberhof 48 Stunden vor dem Auftakt ins Olympia-Jahr nur wenig zu sehen, das Training der Biathleten musste auf die nahegelegene Skihalle beschränkt werden. „Gerüchten zufolge findet die Weltmeisterschaft nächstes Jahr im Skitunnel statt“, spottete Tarjei Bö mit Blick auf die 2023 an gleicher Stelle angesetzten Titelkämpfe. (Biathlon: Die Weltcupstände)

Geisterkulisse in Oberhof

Das fehlende prachtvolle weiße Band war nach den Wetterkapriolen der vergangenen Tage nur eines von vielen Problemen beim Heimweltcup. Erneut ersetzt eine trostlose Geisterkulisse die rauschende Partyatmosphäre, dazu kommt die omnipräsente Angst vor Omikron.

Die Bedenken sind vielfältig, die Sorgen enorm. Der Start ins Olympiajahr wird für die Biathletinnen und Biathleten zur Reise ins Ungewisse.

Nach der vorsorglichen Verschiebung des Sprints der Männer von Donnerstag (14.15 Uhr) auf Freitag (11.30 Uhr LIVE im Ticker) gab es zumindest wettermäßig am Mittwochmittag Entwarnung. „Oberhof sieht endlich wieder winterlich aus“, verkündete Organisationschef Thomas Grellmann die frohe Botschaft.

Gerade noch rechtzeitig zeigte das Thermometer Minusgrade, dazu fielen einige Zentimeter Neuschnee. Für den Nachmittag konnte im Stadion eine kleine Trainingsrunde präpariert werden. (Biathlon: Alle Ergebnisse)

Dauerregen vor Biathlon-Auftakt 2022

Zuvor war die 50 Zentimeter dicke Schneeschicht nach tagelangem Dauerregen, fast zweistelligen Plustemperaturen und einem Sturm am Neujahrswochenende nahezu verschwunden. Die Sicherheit durch zwei neue Depots mit über 25. 000 Kubikmeter Schnee und einer neuen Beschneiungsanlage war trügerisch.

„Wir mussten dennoch an die Grenzen gehen. Das habe ich mir im Traum nicht vorstellen können“, sagte Grellmann, der von einer beispiellosen Erfahrung sprach. Ein Wetter wie in den letzten Tagen habe er „an einem Wintersportort in Deutschland noch nie erlebt“.

Darüber hinaus bereitet die Coronalage Sorgen, der Landkreis Schmalkalden-Meiningen ist mit einer Inzidenz von 350 ein Hotspot.

Dazu kehren Sportler aus aller Welt aus ihrem weihnachtlichen Heimaturlaub zurück, positive Fälle scheinen bei der Rückkehr in die Blase fast programmiert. Der Biathlon-Weltverband IBU verschärfte wegen der Ausbreitung der Omikron-Variante vorsorglich zum Jahreswechsel das Hygienekonzept.

Mark Kirchner will nicht an Corona denken

Die deutschen Biathleten wollen das ausblenden. Es gehe natürlich darum, „alles dafür zu tun, gesund zu bleiben und Infektionen zu vermeiden“, sagte Bundestrainer Mark Kirchner.

Doch man dürfe sich den Kopf „nicht mit solchen Dingen zumüllen“. Die Hauptaufgabe sei „nicht Corona, sondern gute Wettkämpfe zu absolvieren“, so Kirchner. Dafür brauche es „freie Nischen im Kopf“.

Die freien Plätze auf der Tribüne braucht das deutsche Team dagegen ganz und gar nicht. „Es ist extrem schade. Das wird uns auch nicht wahnsinnig weiterhelfen für die Rekrutierung und Generierung von jungen Athleten“, haderte der Sportliche Leiter Bernd Eisenbichler mit der erneuten Anordnung eines Geisterweltcups. Und doch, so Erik Lesser, bleibe der Heimweltcup „ein Highlight“ - allen Widrigkeiten zum Trotz.