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Biathlon-Olympiasiegerin Bilosjuk: Jeder Russe muss "als Feind der Ukraine gelten"

Olympiasiegerin kritisiert Russland

Olena Bilosjuk äußert sich vor der Biathlon-Sommer-WM in Ruhpolding zum Ausschluss der russischen Athleten. Die Ukrainerin begrüßt den Ausschluss und richtet harte Worte an Russland.
Der frühere Tennis-Profi Sergiy Stakhovsky erzählt im Interview, wie er seine Familie zurücklassen musste, um sein Heimatland gegen Russland zu verteidigen. Er appelliert dabei an die Politik.
Olena Bilosjuk äußert sich vor der Biathlon-Sommer-WM in Ruhpolding zum Ausschluss der russischen Athleten. Die Ukrainerin begrüßt den Ausschluss und richtet harte Worte an Russland.

Die ukrainische Biathlon-Olympiasiegerin Olena Bilosjuk hat mit klaren Worten aufhorchen lassen.

Im Rahmen der Sommer-Weltmeisterschaft in Ruhpolding machte sie sich deutlich für einen weiteren Ausschluss des russischen und belarussischen Teams stark. (NEWS: Alle Infos zum Biathlon)

„Wir sind der IBU dankbar für ihre entschlossene Haltung. Sie war eine der ersten Sportorganisationen, die sich dafür ausgesprochen hat, Sportler aus Russland auszuschließen. Wir sind dafür dankbar, denn nicht wir haben ihr Land überfallen. Ihr Land hat uns überfallen“, sagte die 35-Jährige im Gespräch mit dem Deutschlandfunk.

Der Weltverband hatte sich zuvor erneut klar dafür ausgesprochen, Athletinnen und Athleten aus Russland und Belarus auszuschließen, solange bestimmte Bedingungen nicht erfüllt sind.

Zuvor waren diese schon nach Beginn des russischen Angriffskrieges für die drei letzten Weltcups der vergangenen Saison ausgeschlossen wurden.

Bilosjuk: Russen gelten „als Feind der Ukraine“

Für Bilosjuk die einzig richtige Entscheidung. „Ich wollte nie alle Menschen einer Gruppe über einen Kamm scheren. Aber jeder mit einem russischen Pass muss heute als Feind der Ukraine gelten.“

Gegen russische Staatsbürger in einen sportlichen Wettkampf antreten zu müssen, würde in ihr negative Emotionen auslösen, erklärte die Staffel-Olympiasiegerin von 2014 weiter.

Der Krieg in ihrem Heimatland sorgte zudem erst dafür, dass sie noch aktiv ist. Eigentlich wollte Bilosjuk im Frühjahr aufhören. „Aber Biathlon in der Ukraine erlebt eine sehr schwere Zeit. Deshalb bleibe ich noch, um das ukrainische Biathlon zu unterstützen“, sagte sie.

Der Ukraine stehen aktuell nur wenige Athleten zur Verfügung, weil viele nach der vergangenen Saison in ihrem Heimatland zur Armee gingen, um gegen die russische Invasion zu kämpfen. Darunter befinden sich auch Top-Athleten wie Dmytro Pidruchnyi.