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Russische Biathlon-Revolution sorgt für Frust

Biathlon-Revolution sorgt für Ärger

Die russischen Biathleten und Biathletinnen können zurzeit nur an heimischen Rennen teilnehmen. Bei der nationalen Meisterschaft steht eine Neuerung des Verbandes nun mächtig in der Kritik.
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Die russischen Biathleten und Biathletinnen können zurzeit nur an heimischen Rennen teilnehmen. Bei der nationalen Meisterschaft steht eine Neuerung des Verbandes nun mächtig in der Kritik.

Nach dem Ausschluss präsentierten sich die russischen und belarussischen Biathlon-Teams noch als geschlossene Einheit, nun gibt es in Russland Unstimmigkeiten.

Im Zentrum der Kritik stehen die russischen Meisterschaften in Tyumen. Dort ließ sich der Biathlon-Verband etwas Neues einfallen.

So wurden die Massenstart-Rennen komplett um modelliert. Statt viermal Schießen und 12,5 (Damen) bzw. 15 (Herren) Kilometer als Renn-Distanz mussten die Athletinnen und Athleten gleich achtmal(!) schießen und eine deutlich längere Strecke zurücklegen.

Die Männer mussten 40 Kilometer absolvieren, während es bei den Frauen noch satte 30 waren - eine echte Tortur. Zudem fanden diese Marathon-Rennen auch unter erschwerenden Bedingungen von +10 Grad statt, was den Untergrund schwierig machte.

Russische Biathleten kritisieren lange Massenstart-Rennen

Bei den Sportlern kam dieses neue Format alles andere als gut an. „So eine lange Distanz mit einer Waffe auf dem Rücken zu laufen, ist für deine Gesundheit ein schwieriges Thema“, kritisierte Petr Pashchenko.

Ihm machten während des Rennen schwere Rückschmerzen zu schaffen, sodass er schon nach dem dritten Schießen ans Aufgeben dachte. „Das war wahrscheinlich mein letzter Biathlon-Marathon“, erklärte der 21. des Wettbewerbs.

Auch Sieger Nikita Porshnev verließen zwischenzeitlich die Kräfte, weswegen er nach rund acht Kilometern fast ausgestiegen wäre.

„Ich bin dann etwas langsamer gelaufen, weil die anderen nicht näher gekommen sind. Aber das Schießen wurde immer schwieriger“, schilderte er dem russischen Sport-Sender MatchTV.

Das verwundert beim Blick auf die Siegerzeit nicht. Nach einer Stunde und 56 Minuten erreichte er die Ziellinie - eine unfassbar lange Zeit für einen Massenstart.

Biathlon-Irrsinn: „Wer das Ziel erreicht hat, ist ein Held“

Deswegen ist für Alexander Povarnitsyn, der Vierter wurde, auch klar: „Wer auch immer das Ziel erreicht hat, ist ein Held.“

Auch Anton Babikov konnte dem Format nicht viel abgewinnen. „Am Ende beeinflusst das Tragen einer Waffe den Rücken. Es ist nicht leicht, so eine Distanz mit einer Waffe auf dem Rücken zu laufen“, erläuterte der ehemalige Staffel-Weltmeister.

Verbandspräsident Viktor Maygurov sah den Marathon-Wettbewerb dagegen nicht kritisch und lobte stattdessen die Athleten: „Heute war das Rennen der Stärksten. Es waren schwere Bedingungen, dazu das Ende der Saison, aber großartige Sieger. Sie sind unsere Biathlon-Monster. 40 Kilometer mit dem Gewehr sind wie 50 Kilometer ohne.“