Der plötzliche Tod von Sivert Guttorm Bakken geht insbesondere den norwegischen Athleten - wer mag es ihnen verdenken - noch immer nahe. Als die Biathlon-Familie im Rahmen des Weltcups von Oberhof (im LIVETICKER) eine Gedenkminute zu Ehren des Verstorbenen abhielt, kamen Ingrid Landmark Tandrevold die Tränen.
Biathlon: Bittere Tränen nach Gedenkminute - Simon spendet Trost
„Sehr bewegend“: Tränen bei Tandrevold
„Wir haben die Gedenkfeier miterlebt, bevor die Jungs starteten, und ich muss sagen, dass es sehr beeindruckend war. Das sagt auch einiges über die Biathlon-Gemeinschaft aus. Es war sehr schön, dass es eine Schweigeminute gab, denn wir wollen Sivert ehren. Das war sehr bewegend“, sagte die norwegische Athletin im Interview mit dem Fernsehsender NRK, während sie von den Emotionen überrannt wurde.
Biathlon-Star spendet Tandrevold Trost: „Es ist in Ordnung zu weinen“
Trost erhielt sie ausgerechnet von der im Rahmen der Kreditkarten-Affäre in Verruf geratenen Julia Simon. „Es ist immer schwer, einen Freund zu sehen“, erklärte die Französin, die Tandrevold vor dem Interviewbereich umarmt und mit guten Worten zugeredet hatte.
„Ich habe nichts gesagt, nur dass es in Ordnung ist zu weinen. Ich glaube, es ist für alle schwer. Es ist schwer für das norwegische Team und alle, die ihn gut kennen“, so Simon im NRK-Interview.
Tandrevold, die sich im Sprint von Oberhof mit Platz 58 begnügen musste, nahm am Ende eines emotional und sportlich schweren Tages viel Positives mit.
„Ich bin sehr froh, dass ich diesen Sport betreibe, in dem wir gut darin sind, aufeinander aufzupassen. Das schätze ich sehr. Wir sind gute Freunde über die Landesgrenzen hinweg“, lobte sie den Zusammenhalt in der Biathlon-Familie.
Dies machte auch das Bild deutlich, auf dem Sprint-Sieger Tommaso Giacomel während der Schweigeminute gemeinsam mit den Norwegern Vetle Sjastad Christiansen und Johannes Dale-Skjevdal Bakkens Startnummer in den Händen trugen.
Bakken-Todesursache noch ungeklärt: Tandrevold selbst von Herzproblemen betroffen
Bakken war am 23. Dezember überraschend verstorben, nachdem er wenige Tage zuvor noch im Weltcup mit tollen Leistungen überzeugen konnte. Der Norweger musste von 2022 bis 2024 aufgrund einer langwierigen Herzmuskelentzündung pausieren, jedoch ist noch immer unklar, ob und wie die Erkrankung von damals mit seinem Tod zusammenhängt. Bekannt ist lediglich, dass er zum Zeitpunkt seines Todes eine Höhenmaske getragen hatte.
Dass das tragische Unglück Tandrevold ganz besonders zusetzt, ist nicht sonderlich verwunderlich. Die viermalige Staffel-Weltmeisterin und Gesamt-Dritte aus der Saison 2023/24 hatte im Laufe ihrer Karriere selbst immer wieder mit Herzrhythmusproblemen zu kämpfen.
Im Dezember 2024 folgte ein kleiner operativer Eingriff am Herzen, sie konnte aber nur wenige Wochen später ihr Comeback geben. In der laufenden Saison kommt Tandrevold noch nicht an frühere Top-Resultate heran.