Die deutschen Biathleten haben beim Heim-Weltcup in Ruhpolding einen weiteren Podestplatz klar verpasst, speziell Philipp Nawrath ärgerte sich wegen eines kuriosen Fehlers.
Biathlon: Kurioser Fehler kostet deutsches Podest
Kurioser Fehler kostet deutsches Podest
Nach seinem Podest in Oberhof landete Nawrath mit einem Fehler auf dem elften Platz. Besonders ärgerlich: Dieser Schießfehler war absolut vermeidbar.Beim Stehendschießen rutschte dem 32-Jährigen nämlich der erste Schuss versehentlich viel zu schnell aus der Waffe. Er verfehlte so das Ziel deutlich.
Dass Nawrath ein Malheur passiert war, gab er anschließend im ZDF auf zu: „Das täuscht nicht und haben wir auch so analysiert. Der war leider zu unsauber abgegeben. Das ärgert mich schon wirklich. Wenn ich auf die Ergebnisliste schaue, wäre wieder einiges nach oben möglich gewesen.“
Eine echte Erklärung für den Fehler hatte er auch in der anschließenden Mixed Zone noch nicht: „Ich habe schon viele Rückmeldungen bekommen, dass der Schuss so schnell war, dass er gar nicht mehr zu sehen war. Ich muss es mir auf jeden Fall nochmal anschauen, warum der Schuss vom Finger viel zu schnell rausgegangen ist. Sehr schade.“
Ohne den Fehler wäre er wohl tatsächlich auf dem Podest gelandet. Eine Strafrunde kostet knapp 25 Sekunden. Im Ziel lag er knapp 21 Sekunden hinten dem Podium zurück.
Biathlon: Zobel schafft Olympianorm
Nach dem dritten Platz mit der Staffel war David Zobel als Neunter im Sprint der Beste des DSV-Sextetts, nach fehlerfreiem Schießen und zehn Kilometern fehlten letztlich 13,5 Sekunden aufs Treppchen. Nach Rang zwölf im Sprint von Oberhof erfüllte der 29-Jährige aber als vierter Deutscher die Norm für die Olympischen Spiele.
„Ich habe versucht, mir gar nicht so viele Gedanken zu machen“, sagte Zobel: „Klar ist es das Thema und Olympia der Traum für dieses Jahr. Aber ich bin bei den Teildisziplinen geblieben.“ Der überragende Schwede Sebastian Samuelsson siegte mit einem perfekten Rennen in 21:53,8 Minuten souverän vor dem Gesamtweltcupführenden Tommaso Giacomel (1 Strafrunde/+17,6 Sekunden) aus Italien. Auf Rang drei landete der Norweger Isak Frey (0/+34,1).
Der Italiener Giacomel zeigte sich nach dem Rennen im Gespräch mit SPORT1 sehr zufrieden: „Es war gut. Ich habe gehofft, dass ich gewinnen kann, aber ich bin trotzdem sehr zufrieden. Ich hoffe, dass wir bis zu den Olympischen Spielen noch einige gute Trainingseinheiten machen können.“
Zobel blieb letztlich 47,6 Sekunden hinter dem Sieger zurück. Der in der Vorwoche aufs Podest gelaufene Philipp Nawrath (1/+55,4) wurde Elfter. Während Lucas Fratzscher (2/+1:28,8 Minuten) sich noch Hoffnungen auf eine Aufholjagd in der Verfolgung machen kann, liegen Danilo Riethmüller (4/+2:07,5) und Johannes Kühn (3/+2:09,2) zur Erfüllung der Teilnormen viel zu weit zurück. Justus Strelow kam ebenfalls nicht in die Punkte (2/+1:53,2).
Für einen Großteil der Olympiastarter ist das Jagdrennen am Sonntag (ab 15.00 Uhr im LIVETICKER) bereits die Generalprobe für die Winterspiele, sie reisen vor den Spielen noch in ein Höhentrainingslager. Franziska Preuß wird dagegen auch bei den Wettkämpfen in Nove Mesto (22. bis 25. Januar) antreten. Zuvor peilt sie aber beim Heimweltcup in der Verfolgung am Sonntag (ab 12.30 Uhr im LIVETICKER) ihr erstes Podest der Saison an. Die Ausgangslage ist nach Platz fünf im Sprint gut.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)