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Biathlon: Preuß geht die Waffe kaputt - sie trumpft trotzdem auf

Preuß trotzt defektem Gewehr

Bei der Olympia-Generalprobe zeigt Franziska Preuß eine starke Leistung und sammelt Selbstvertrauen für die Winterspiele. Auch ein kaputtes Gewehr kann sie nicht ausbremsen.
Bei der Olympia-Generalprobe zeigt Franziska Preuß eine starke Leistung und sammelt Selbstvertrauen für die Winterspiele.
Bei der Olympia-Generalprobe zeigt Franziska Preuß eine starke Leistung und sammelt Selbstvertrauen für die Winterspiele. Auch ein kaputtes Gewehr kann sie nicht ausbremsen.

Gesamtweltcupsiegerin Franziska Preuß hat beim Biathlon-Weltcup in Nove Mesto zum ersten Mal in dieser Saison das Podest erreicht. Im verkürzten Einzel über 12,5 Kilometer belegte Deutschlands Sportlerin des Jahres nach zwei Schießfehlern Platz drei – und das, obwohl ihr Gewehr einen Defekt hatte.

„Mich freut es, dass es geklappt hat und die Hürde im Kopf weg ist“, erklärte Preuß in der ARD. „Es ärgert mich, dass der letzte Schuss nicht drin war. Aber ich bin erleichtert.“

Zur Siegerin Justine Braisaz-Bouchet (1 Schießfehler) fehlten der Bayerin 1:02,2 Minuten, Zweite wurde mit der Gesamtweltcupführenden Lou Jeanmonnot (1/+1,4 Sekunden) ebenfalls eine Französin.

Biathlon: Preuß‘ Gewehr muss geklebt werden

Für Preuß war es das erste Podium in einem Einzelrennen seit dem 23. März des vergangenen Jahres, als sie sich durch ihren Sieg im Massenstart die große Kristallkugel gesichert hatte.

Den Podestplatz am Freitagabend fuhr sie unter besonderen Bedingungen ein, wie Preuß nach dem Rennen in der ARD offenbarte.

„Heute war es etwas speziell, weil meine Waffe kaputtgegangen ist beim Anschießen. Deswegen wurde die noch geklebt und kam erst fünf Minuten vor dem Start zurück“, verriet sie. „Wir wussten danach nicht, ob der Kleber hält. Es war eine etwas andere Vorbereitung.“

Preuß verpasste mehrfach knapp das Podium

Zuletzt hatte die 31-Jährige stets den Sprung auf das Treppchen knapp verpasst, nun gelang wenige Wochen vor den olympischen Rennen in Antholz der Befreiungsschlag - auch wenn mehrere namhafte Konkurrentinnen in Tschechien mit Blick auf die Winterspiele eine Pause einlegten und nicht dabei waren.

Hinter Preuß erlebte das restliche DSV-Aufgebot, in dem Janina Hettich-Walz, Vanessa Voigt, Julia Tannheimer und Selina Grotian fehlten, ein durchwachsenes Flutlichtrennen. Marlene Fichtner zeigte einen starken Auftritt und qualifizierte sich mit Platz 16 (2/+2:26,0) auch für den abschließenden Massenstart.

Anna Weidel (5/+4:25,3), neben Preuß die einzige weitere deutsche Olympiafahrerin in Nove Mesto, Sophia Schneider (5/+4:29,8), Hanna Kebinger (5/+4:30,8) und Julia Kink (8/+6:49,2) lagen mit vielen Schießfehlern deutlich zurück.

Am Samstag stehen in Nove Mesto die Single-Mixed- (13.15 Uhr) sowie die Mixed-Staffel (15.10 Uhr) an. Die letzten Rennen vor den Olympischen Spielen sind am Sonntag die jeweiligen Massenstarts der Biathleten (15.15 Uhr) und Biathletinnen (18.15 Uhr).

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)