Biathlon-Toptalent Selina Grotian (3 Strafrunden/+1:01,3 Minuten) sicherte sich mit Platz 13 auf den letzten Drücker den zweiten Teil der Olympia-Norm. Erst im Sprint von Ruhpolding hatte sie mit dem 15. Platz ihre erste Teil-Norm geholt.
Biathlon-Hoffnung holt Olympia-Norm: "So nervös, dass ich nicht mehr schlafen konnte"
„Freudentränen“ bei Biathlon-Hoffnung
Dementsprechend erleichtert zeigte sie sich nach dem Rennen. Ihr seien „Einhundertmillionen“ Steine vom Herzen gefallen gab Grotian im ZDF-Interview zu.
Einige Momente später schilderte sie ihre Gefühlswelt dann nochmal in der Mixed Zone: „Ich bin überglücklich. Ich habe gerade schon ein paar Freudentränen vergossen. Die letzten paar Wochen waren echt schwer. Eigentlich ist Ruhpolding gar nicht so sehr mein Ort, weil man hier eben gut schießen muss. Dass es jetzt ausgerechnet hier geklappt hat, ist Wahnsinn.“
DSV-Biathlon-Sportdirektor Felix Bitterling machte nach dem Rennen in der Mixed Zone deutlich, wie groß der Druck auf Grotian gewesen sei: „Für Selina freut es mich. Man hat gemerkt, dass sie es mit rumträgt und doch noch deutlich mehr Gewicht auf den Schultern hat als nur die 3,5 Kilo der Waffe. Deswegen bin ich sehr froh.“
Und auch Grotian selbst gab zu, dass sie gehörig unter Druck gestanden habe: „Ich hatte, glaube ich, noch nie so einen Druck. Das ist kaum zu beschreiben. Ich war so nervös, dass ich nicht mehr schlafen konnte.“
Biathlon: Preuß vergibt Podest beim letzten Schießen
Franziska Preuß hat zum Abschluss des Heim-Weltcups in Ruhpolding erneut ihren ersten Podestplatz des Winters verpasst. Die Gesamtweltcupsiegerin fiel in der Verfolgung nach zwei Strafrunden von Rang fünf auf sieben zurück, zum Treppchen fehlten nach zehn Kilometern 24,5 Sekunden.
Besonders ärgerlich. Den zweiten Fehler schoss sie erst beim letzten Schuss im letzten Schießen. Ohne diesen wäre ein Podestplatz möglich gewesen.
„Es ist auf alle Fälle ärgerlich, wenn es der letzte Schuss ist. Der war gar nicht weit weg, hoch. Daneben ist leider daneben und dann läuft man halt wieder hinterher“, ärgerte sich Preuß im ZDF.
Lou Jeanmonnot holt sich den Sieg
Den Sieg holte die französische Gesamtweltcupführende Lou Jeanmonnot mit einem Fehler in 29:26,6 Minuten vor Sprint-Siegerin Hanna Öberg (3/+10,5 Sekunden) aus Schweden. Dritte wurde die Französin Camille Bened (0/+12,9).
Preuß leistete sich gleich im ersten Schießen eine Strafrunde, brachte sich dann mit zwei fehlerfreien Serien wieder auf Podestkurs. Doch beim letzten Schießen verfehlte sie den letzten Schuss. Für die als 15. gestartete Grotian reichte es trotz zwei Fehlschüssen beim letzten Anschlag zum großen Ziel.
Für einen Großteil der Olympia-Starterinnen war das Jagdrennen bereits die Generalprobe für Olympia. Sie reisen nach der Einkleidung am Montag in München und einer kurzen Pause am 26. Januar in Höhentrainingslager nach Obertilliach. Preuß geht allerdings eigene Wege und will bei den Wettkämpfen in Nove Mesto (22. bis 25. Januar) an ihrer Medaillenform arbeiten. Dort stehen ab Freitag ein verkürzter Einzel, Mixed-Rennen sowie ein Massenstart an.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)