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Biathlon: Deutsches Talent patzt am Schießstand - "Kann alles kaputt machen"

Bitterer Staffel-Moment für DSV-Talent

Biathlon-Talent Leonhard Pfund erlebt einen bitteren Moment. Der deutsche Hoffnungsträger muss in der Staffel zweimal in die Strafrunde, wodurch Deutschland beim Sieg von Norwegen chancenlos ist.
Beim letzten Staffelrennen dieser Saison läuft das deutsche Quartett mit zwei Strafrunden und elf Nachladern am Podest vorbei. Großen Jubel gibt es bei den Norwegern.
Biathlon-Talent Leonhard Pfund erlebt einen bitteren Moment. Der deutsche Hoffnungsträger muss in der Staffel zweimal in die Strafrunde, wodurch Deutschland beim Sieg von Norwegen chancenlos ist.

Junge Biathleten müssen meistens die Erfahrung machen, dass die Ankunft im Weltcup auch mit bitteren Rückschlägen einhergehen kann. Der im Vorfeld der Olympischen Winterspiele so stark auftrumpfende Leonhard Pfund erwischte in der Staffel von Kontiolahti einen ganz bitteren Tag und musste beim Liegendanschlag gleich zweimal in die Strafrunde.

„Es wirkt, als ob er rechts tief eine Verlagerung hat. Es war nicht überhastet oder hektisch, sondern eine Verlagerung. Er hat nicht zu hohes Risiko geschossen, dass man sagen könne, dass es übermütig war. Das passiert. Es ist nicht so einfach, die Situation immer richtig einzuschätzen“, analysierte ZDF-Experte Sven Fischer das fehlerhafte Schießen des Youngsters.

Lag das deutsche Quartett nach guten Auftritten von Lucas Fratzscher und Philipp Nawrath noch auf Tuchfühlung zur Spitze, fiel Deutschland mit Pfund als drittem Läufer zunächst auf Platz zwölf zurück.

Deutschland trotz Pfund-Aufholjagd chancenlos: Norwegen siegt

Pfund ließ sich von seinem Missgeschick allerdings nicht weiter negativ beeinflussen und traf im Stehendanschlag alle fünf Schüsse in Windeseile. Der 22-Jährige übergab zwar mit einem Rückstand von 1:35 Minuten, jedoch konnte er das DSV-Quartett immerhin wieder auf Platz sechs nach vorne bringen.

Schlussläufer Philipp Horn zeigte eine ordentliche Performance und hielt beim Sieg von Norwegen den sechsten Platz. Deutschland hatte allerdings zu keiner Zeit mehr die Chance, um das Podium mitzukämpfen.

Der Sieg ging an die favorisierten Norweger, die Frankreich und Schweden auf die Ränge zwei und drei verweisen konnten. Vor dem deutschen Quartett platzierten sich außerdem Finnland und die USA.

Pfund ärgert sich über Schieß-Malheur

Selbstredend war Pfund nach dem Rennen ordentlich gefrustet. „Es wäre ein richtig guter Tag gewesen, die Ski waren super und die Bedingungen gut. Ich war schon aufgeregt und das eine Schießen kann alles kaputt machen“, ärgerte sich Pfund nach dem Rennen im ZDF.

„Ich habe echt nicht gewusst, wo die Schüsse sind und habe links und rechts gedreht. Jetzt waren alle tief. Es ist extrem ärgerlich, richtig schade“, beschrieb er die Momente beim Liegendschießen.

Den Ärger über die Strafrunden konnte er zum Glück aber noch rechtzeitig vor dem Stehendanschlag abschütteln. „Bis zur langen Abfahrt habe ich mich richtig geärgert. Dann dachte ich mir, ich mache jetzt einen Cut rein und den Rest gescheit. Das hat dann wenigstens gepasst“, führte Pfund aus.

Pfund mit starker Premierensaison

Der deutsche Hoffnungsträger hat in diesem Winter bereits das ein oder andere Ausrufezeichen gesetzt. Bei seinen ersten Weltcup-Auftritten in Nove Mesto belegte er direkt die Ränge 13 und 15.

In der Single-Mixed-Staffel führte er das deutsche Duo sogar auf Platz eins, jedoch sorgte ein Fauxpas von Teamkollegin Marlene Fichtner für eine Disqualifikation. Zuletzt konnte Pfund ein IBU-Cup-Rennen gewinnen.

Für die Herren steht am Sonntag noch der Massenstart (ab 16:55 Uhr im LIVETICKER) auf dem Programm.