Herber Dämpfer für die deutschen Biathlon-Damen in der Staffel im finnischen Kontiolahti: Marlene Fichtner, die als Erste aus dem Quartett an den Start ging, bekam nach einem Regelverstoß im ersten Schießen eine zweiminütige Zeitstrafe aufgebrummt.
Biathlon: Zeitstrafe! Folgenschwerer deutscher Patzer
Folgenschwerer deutscher Patzer
Sie hatte schlichtweg aus Versehen nicht alle ihrer Schüsse genutzt. „Es sah so aus, als wäre noch eine Patrone übrig in der Grafik“, hatte sich Kommentator Volker Grube im ZDF gewundert. Nach Sichten der Zeitlupe herrschte dann Klarheit.
Fichtner übergab schließlich auf Rang 18 mit 1:44 Minuten Rückstand an Julia Tannheimer. „Für denjenigen, der den Fehler gemacht hat, ist das immer eine saublöde Sache. Sie weiß, dass sie ihre Mannschaft in eine unlösbare Aufgabe gebracht hat“, kommentierte Grube während dem ersten Wechsel.
Schlechtesten Abschneiden einer Frauenstaffel jemals
Die Schwedinnen gewannen schließlich vor Frankreich und Norwegen. Für die deutsche Staffel fuhr Vanessa Voigt auf Rang 16 mit 6:35 Minuten Rückstand ins Ziel ein - und machte damit einen Negativ-Rekord perfekt. „Wenn man das Ganze freundlich formulieren möchte, dann kann man sagen, dass heute der Wurm drin war bei den deutschen Frauen“, sagte Moderator Alex Ruda. „Wenn man es ganz sachlich formulieren möchte, dann kommt man an dem Wort Debakel nicht vorbei.“
„Denn es ist tatsächlich das schlechteste Abschneiden einer deutschen Frauenstaffel aller Zeiten“, informierte er. „Es hat mal zwei zwölfte Plätze gegeben im März 2019 und 2021 in Nove Mesto, aber so einen Platz hat es noch nie gegeben. Selbst wenn man die zwei Minuten abzieht, bleibt es bei der Platzierung.“
Deutsche Biathletin entschuldigt sich bei Team
Die sichtlich niedergeschlagene Fichtner stand kurz darauf Rede und Antwort und erklärte im ZDF unter Tränen ihren Fehler.
„Ich habe zwei Schüsse abgegeben. Und beim zweiten Schuss ist die Scheibe erst nicht gefallen, und dann habe ich gedreht“, sagte die 22-Jährige. „Und dann bin ich an den Anschlag und hatte anscheinend schon vorher repetiert. Also sozusagen zweimal repetiert. Dann ist halt der eine Schuss sozusagen rausgefallen.“
„Dann habe ich im Endeffekt noch zwei Schüsse nachgeladen. In der Abfahrt ist mir dann aufgefallen, dass ich ja eigentlich nochmal drei mindestens hätte nachladen müssen. Also einen mehr“, erläuterte Fichtner.
Ausschlaggebend sei die zweite Scheibe gewesen, die nicht direkt gefallen sei. „Ich war gar nicht in meinem Ablauf drin, dadurch, dass die Scheibe dann doch noch umgefallen ist und ich das erst gesehen habe, als ich wieder zielen wollte“, meinte Fichtner, die sich beim Team entschuldigte. „Ich bin natürlich gar nicht zufrieden und es tut mir leid für das Team.“