Emilien Jacquelin hat in Bezug auf seine weitere Karriereplanung sowohl Fragen beantwortet als auch neue aufgeworfen. Im Interview mit der französischen Sportzeitung L‘Équipe erläuterte der Biathlon-Star, von welchen Faktoren er die Fortsetzung seiner Laufbahn abhängig macht.
"Dann ist es ein Sumpf": Biathlon-Star erwägt Karriereende
Biathlon-Star erwägt Karriereende
„Es gibt auch tausend unglaubliche Dinge im Leben zu entdecken. Ich bin seit acht oder neun Saisons auf dieser Rennstrecke unterwegs. Das kann redundant sein“, gab der 30-Jährige zu verstehen, der schon in den letzten Jahren und Monaten immer wieder Rücktrittsgedanken geäußert hatte.
„Ich muss diese innere Flamme spüren und wir werden sehen, wie es nächstes Jahr aussieht“, ließ sich der Franzose alles offen.
Jacquelin kann sich Olympia-Teilnahme 2030 vorstellen
Sollte Jacquelin die innere Flamme noch spüren, könnte er selbst in vier Jahren noch als Skijäger unterwegs sein. 2030 finden die Olympischen Winterspiele schließlich in Frankreich statt, was für Jacquelin als Motivationsschub dient. „Das könnte ein unglaubliches Fest werden“, zeigte sich der Athlet durchaus angetan von der Idee, seine Laufbahn mit einer Heim-Olympia-Teilnahme zu krönen.
Gleichzeitig weiß er aber auch, dass dies eine harte Herausforderung darstellen würde. „Vier Jahre sind eine lange Zeit. Um weiterzumachen und Leistung zu bringen, muss man mental zu 100 Prozent dabei sein. Ich muss mich hinsetzen, um wirklich zu wissen, was ich tun möchte“, ordnete er die Lage ein.
Jacquelin erwägt Karriere-Pause
Jacquelin sieht auch eine vorübergehende Unterbrechung der Karriere als mögliche Option an. „Eine Pause zu machen und dann zurückzukommen, darüber habe ich ehrlich gesagt nachgedacht“, gab er zu.
Wichtig ist für den Franzosen allerdings, dass er, wenn er am Start steht, auch konkurrenzfähig ist. „Wenn ich am Ende 30. werde, kämpfen muss und vielleicht wieder in den IBU Cup zurückfalle, ist es ein Sumpf, aus dem man sich nur schwer wieder herauskämpfen kann“, machte er deutlich.
In einem solchen Szenario möchte er sich nicht an seine Laufbahn klammern. „Wenn der Sport zu einer Belastung oder zu Stress wird, ist es besser aufzuhören“, stellte er klar.
Jacquelin blickt auf erfolgreiche Jahre zurück
Jacquelin ist kein Typ für halbe Sachen. Dies hat man zuletzt bestens bei den Olympischen Winterspielen gesehen, wo er das Heft mit seinen Schnellfeuer-Einlagen und rasanten Angangszeiten selbst in die Hand genommen hat.
Trotz des ein oder anderen Einbruchs auf der Schlussrunde konnte er in der Verfolgung Bronze gewinnen und die Männer-Staffel mit einem tollen Auftritt zu Gold führen.
Jacquelin verzeichnete in den letzten Jahren zwar gewaltige Leistungs-Schwankungen, blickt aber auch auf große Erfolge wie zwei Weltmeistertitel in Einzelrennen und zahlreichen Medaillen mit der Staffel zurück. 2020 gewann er zudem die kleine Kristallkugel in der Verfolgung.