Die deutschen Biathleten haben bei den Paralympischen Winterspielen einen bronzenen Start hingelegt. Am ersten Tag der Wettbewerbe in Tesero kamen Anja Wicker, Marco Maier und Leonie Walter in ihren jeweiligen Startklassen im Sprint über 7,5 km auf Rang drei und bescherten dem Team D einen starken Auftakt in die nordischen Disziplinen.
Dreimal Bronze: Biathleten mit starkem Start
Deutsche Biathleten überzeugen sofort
„Es ist unglaublich, dass ich das gleich am ersten Wochenende geschafft habe, wenn die Eltern und Freunde da sind. Ich habe ein breites Grinsen“, sagte Wicker, die sich in der sitzenden Klasse der überragenden Amerikanerin Oksana Masters und dessen Teamkollegin und Weltmeisterin Kendall Gretsch geschlagen geben musste.
Masters, die nun zehn Goldmedaillen bei Winter- und Sommer-Paralympics gewonnen hat, triumphierte nach fehlerfreier Schießleistung, Gretsch blieb ebenso nervenstark (0/+16,0 Sekunden). Gesamtweltcupsiegerin Wicker hatte nach zwei Schießfehlern 1:11,1 Minuten Rückstand. Die 54-jährige Andrea Eskau, die bereits zum neunten Mal an Paralympics teilnimmt, blieb zwar fehlerfrei, hatte aber läuferisch keine Chance und kam auf Rang acht (+2:35,7).
Maier ließ in der stehenden Klasse die zweite Bronzemedaille wenig später folgen. Der 26-Jährige vom SV Kirchzarten, der wegen der warmen Temperaturen in kurzer Hose gestartet war, kam ohne Fehler hinter den beiden Chinesen Cai Jiayun (0) und Liu Xiaobin (0/+21,8 Sekunden) ins Ziel. Der DBS-Biathlet hatte 28,8 Sekunden Rückstand zur Spitze, aber nur 0,2 Sekunden Vorsprung vor Rang vier.
„Ich kann es noch gar nicht richtig glauben. Das Ganze zu realisieren, dauert noch ein bisschen. Ich bin einfach happy, weil ich auch krank war. Ich wusste am Morgen noch nicht, ob ich bei den Bedingungen laufen kann“, sagte Maier, für den es es die dritte Paralympics-Medaille seiner Karriere war. Alexander Ehler und Steffen Lehmker landeten auf den Rängen neun und 13.
Walter machte in der Klasse der Sehbehinderten das Bronze-Triple perfekt. Die 22-Jährige, die mit Guide Christian Krasman unterwegs war, blieb fehlerfrei und musste nur der starken Chinesin Wang Yue (0) und Carina Edlingerova (0/+28,0 Sekunden), die aus Österreich in den tschechischen Verband gewechselt ist, den Vortritt lassen.
„Ich bin superglücklich, dass es geklappt hat“, sagte Walter, die in der Vorbereitung Probleme mit der Schulter hatte. Die Weltmeisterin hatte 39,7 Sekunden Rückstand, für sie war es die insgesamt fünfte Medaille bei Paralympics. Johanna Recktenwald (0/1:25,3 Minuten), deutsche Para-Sportlerin des Jahres, belegte Rang fünf. Linn Kazmaier (0/+3:05,8) wurde Siebte.
In der Männer-Klasse der Sehbehinderten verpasste das deutsche Trio das Podium klar. Beim Dreifach-Erfolg der Ukraine wurde Lennart Volkert mit Guide Nils Kolb auf Rang acht bester Deutscher.
Die Biathlon-Wettbewerbe werden am Sonntag mit dem Einzel (ab 10 Uhr) fortgesetzt.