Biathlon>

Vanessa Voigt meldet sich nach historischem deutschen Debakel zu Wort

Voigt meldet sich nach Debakel

Ein folgenschwerer Fehler der aufstrebenden Marlene Fichtner beschert Deutschland ein historisch schlechtes Ergebnis. Vanessa Voigt spendet Trost - und richtet in einem Statement den Blick nach vorn.
Die deutsche Frauen-Staffel erlebt beim Weltcup in Kontiolahti ein Rennen zum Vergessen, weil bereits Startläuferin Marlene Fichtner ein fataler Fauxpas unterläuft. Während ganz vorne lange ein Dreikampf läuft, fahren die deutschen Biathletinnen ein historisch schwaches Ergebnis ein.
Ein folgenschwerer Fehler der aufstrebenden Marlene Fichtner beschert Deutschland ein historisch schlechtes Ergebnis. Vanessa Voigt spendet Trost - und richtet in einem Statement den Blick nach vorn.

Marlene Fichtner war untröstlich, im Zielraum flossen nach ihrem Staffel-Drama bittere Tränen. Schlussläuferin Vanessa Voigt richtete den Blick allerdings schnell wieder nach vorn.

Die 22 Jahre alte Fichtner war - nach zwei dicke Ausrufezeichen in den Einzelrennen - tragische Heldin bei einem historischen deutschen Staffel-Debakel. Fichtner gab im Liegendanschlag beim Nachladen einen Schuss zu wenig ab. Das DSV-Team erhielt dadurch zwei Strafminuten, fiel früh aussichtslos zurück und landete nur auf Rang 16. Voigt und die andere deutsche Veteranin Janina Hettich-Walz kümmerten sich allerdings schnell darum, Fichtner wieder aufzurichten.

Biathlon: Voigt und Hettich-Walz trösten Fichtner

Voigt und Hettich-Walz umarmten Fichtner und die am Sonntag ebenfalls schwächelnde Julia Tannheimer nach dem Rennen, spendeten Trost, leisteten moralische Wiederaufbauarbeit - auch in den öffentlichen Auftritten danach.

„Ein Team gewinnt und verliert zusammen“, betonte Voigt im ZDF-Interview nach dem Rennen. „Natürlich“ habe sie Verständnis für Fehler, sie selbst sei in Staffel-Rennen auch schon für welche verantwortlich gewesen: „Das passiert einfach. Wenn schon Kacke, dann mit Schwung. So war es einfach heute.“

Einige Stunden später ließ Voigt auch bei Instagram eine programmatische Ansage folgen.

„Wir stehen zusammen und kommen zurück“

„Ein hartes Wochenende. Es fällt schwer, die richtigen Worte zu finden. Glaubt mir, wenn ich sage: Am meisten sind wir von der aktuellen Situation enttäuscht”, schrieb die 28-Jährige: „Aber genau das gehört auch zur Faszination Biathlon. Solche Tage tun weh und sind schwer zu akzeptieren, doch sie sind Teil unseres Weges. Wir stehen zusammen, lernen daraus und kommen zurück. Die Saison ist noch nicht vorbei.“

Wenn du hier klickst, siehst du Instagram-Inhalte und willigst ein, dass deine Daten zu den in der Datenschutzerklärung von Instagram dargestellten Zwecken verarbeitet werden. SPORT1 hat keinen Einfluss auf diese Datenverarbeitung. Du hast auch die Möglichkeit alle Social Widgets zu aktivieren. Hinweise zum Widerruf findest du hier.
IMMER AKZEPTIEREN
EINMAL AKZEPTIEREN

Fichtner dankte für den Zuspruch, hinterließ ein Herz - und postete ihrerseits Bilder der Umarmungen von Voigt und Hettich-Walz. „Das hier zählt mehr als jedes Ergebnis je zählen könnte“, kommentierte der DSV auf demselben Kanal die Bilder des Zusammenhalts in der Niederlage.

Folgenschwerer Regelverstoß schon im Januar

Fichtner erlebte innerhalb von sechs Wochen bereits ihr zweites Staffel-Trauma. In der Single-Mixed-Staffel in Nove Mesto im Januar hatte sie mit Leonhard Pfund gewonnen, das DSV-Duo wurde nachträglich aber disqualifiziert, weil Fichtner nach dem letzten Liegendschießen ihr Gewehr nicht regelkonform geschultert hatte.

Es war für die junge Athletin aus Ruhpolding ein bitterer Tiefpunkt eines Weltcups, der so gut für sie begonnen hatte. Einem beachtlichen fünften Platz im Einzel hatte Fichtner am Samstag im Massenstart einen bärenstarken vierten Rang folgen lassen. Das erste Weltcup-Podest ihrer Karriere verpasste sie dabei nur um sechs Sekunden.

Nach dem Rücktritt von Preuß gilt Fichtner trotz ihres Staffel-Missgeschicks inzwischen zusammen mit der 21 Jahre alten Selina Grotian und Julia Tannheimer (20) als große Hoffnung für den Deutschen Skiverband (DSV).

Dass der Weg nach oben auch Rückschläge beinhaltet und dass Freud und Leid im Spitzen-Biathlon nah beieinander liegen, hat sie nun intensiv am eigenen Leib verspürt.

-----

Mit Sport-Informations-Dienst (SID)