Ex-Biathletin Franziska Preuß hat in einer neuen Episode des Podcasts Extrarunde offen über die Endphase ihrer Karriere gesprochen. Die 32-jährige Ruhpoldingerin blickte auf eine von sportlichen Rückschlägen und enormer medialer Belastung geprägte Olympia-Saison 2026 zurück.
Franziska Preuß enthüllt Erstaunliches zu ihrem Abschied
Preuß enthüllt überraschende Details
Die Vorbereitungen auf Olympia liefen für Preuß alles andere als optimal. Die Biathletin stürzte bei den deutschen Meisterschaften im Herbst 2025 auf ihre Hand, zog sie sich einen Seitenbandabriss und eine angerissene Strecksehnenhaube zu. Eine Operation im Herbst erzwang eine dreimonatige Pause, gefolgt von einer schweren Doppelinfektion mit Corona und Influenza.
Trotz ihrer schwierigen Phase und Formschwäche stand Preuß als Gewinnerin des Gesamtweltcups 2025 auch in Cortina im Fokus der deutschen Medien: „Trotzdem war ich aber immer nur beste Deutsche und ich bin irgendwie nur im Gegenwind gestanden und konnte mich nirgendwo verstecken. Ich habe das Gefühl gehabt, ich kann mich eigentlich nur noch rechtfertigen, egal ob ich Fünfte oder Sechste werde. Das war dann schon eine Challenge.“
Preuß verrät: Eigentlich sollte schon vor Jahren Schluss sein
Der mediale Druck und eigene Ansprüche bremsten die zweimalige Sprint-Weltmeisterin aus: „Woche für Woche ging die Leichtigkeit und dieses Gefühl, eigentlich keinem mehr etwas beweisen zu müssen, irgendwie ein bisschen flöten.“
Bereits im Vorfeld der Spiele war der Ruhpoldingerin die Verbindung zum Sport stückweise abhanden gekommen: „Dann dachte ich mir: ,Wenn ich jetzt wirklich ehrlich zu mir bin, ich fühl es einfach nicht mehr und das hat mir echt bisschen beschäftigt, weil es war mein ganzes Leben war. Von heute auf morgen merkt man, ich fühle mich schon nicht mehr als Teil davon.“
Trotz ihrer Zweifel habe sie sich weiterhin professionell auf die Olympischen Spiele vorbereitet: „Man blendet es dann wieder aus, ist schon voll im Fokus und in der Professionalität natürlich, aber ich habe immer gemerkt, wenn ich ehrlich war zu mir selbst, ich bin nicht mehr so glücklich und von dem her war das dann eine gute Bestätigung, dass sicher nach dem Winter Schluss ist.“
„Ich habe eh eigentlich vier Jahre länger gemacht, als ich eigentlich gedacht habe“, offenbarte Preuß. Ihr Ehrgeiz und das Gefühl, ihr wahres Potenzial noch nicht ausgeschöpft zu haben, gaben trotz der vielen Rückschläge den Ausschlag, weiterzumachen: „Ich habe ja wirklich oft blöde Situationen gehabt in meiner Karriere, wo es glaube ich jeder verstanden hätte, wenn ich gesagt hätte: ‚Hey, bis hierher und nicht weiter, es reicht mir jetzt.‘ Ich habe aber immer eigentlich das Gefühl damals gehabt, na, ich habe noch nicht alles zeigen können.“