DESG-Präsidium soll abgewählt werden

von SID
DESG-Präsidium soll abgewählt werden

Die Mitglieder sollen über die Zukunft von Präsident Matthias Große und seinen Mitstreitern entscheiden.

Der Landesverband Thüringen drängt im Streit mit der Führung der Deutschen Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft auf die Abberufung des DESG-Präsidiums und anschließende Neuwahlen. Dazu beantragte der TERV (Thüringer Eis- und Rollsportverband), die Tagesordnung bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung der DESG am 17. Oktober in Dresden um einige Punkte zu ergänzen.

„Aus unserer Sicht muss der Verbandstag genutzt werden, um über die Abberufung des Präsidiums und gegebenenfalls die Neuwahl eines neuen Präsidiums zu entscheiden“, hieß es in einem Schreiben von TERV-Präsident Michael Schneider und Vizepräsident Peter Rüberg an die Mitglieder der DESG. Dem Verband stehen derzeit Präsident Matthias Große, die Vizepräsidenten Peter Adeberg (kommissarisch) und Christoph Zepernick sowie Schatzmeisterin Clarissa Forster vor.

Der TERV kündigte an, dass sich im Falle der Abberufung „ein neues Team zur Wahl stellen“ werde. Namen nannte der TERV nicht, als Kandidat für das Präsidentenamt stünde allerdings „ein gestandener Sportprofi zur Verfügung, der seit vielen Jahren als Präsident eines international und olympisch sehr erfolgreichen Landesverbandes im Wintersport agiert und mit der professionellen Führung eines Verbandes bestens vertraut“ sei. Auch für die weiteren Positionen gebe es Bewerber, die sich „rechtzeitig“ vor dem Verbandstag in einer Videokonferenz äußern wollen.

Im Streit zwischen dem TERV und der DESG geht es im Kern um den Bundesstützpunkt in Erfurt. Eine neue Athletenvereinbarung sollte festschreiben, dass sich einige Top-Eisschnellläufer aus Thüringen, darunter auch der mehrmalige Junioren-Weltmeister Finn Sonnekalb, den anderen Stützpunkten in Inzell und Berlin anschließen. In der ARD beklagten die Athleten „mangelnden Respekt“ oder „Druck“ durch das Präsidium. Der TERV hatte schon im Juni den Rücktritt von Präsident Große gefordert und wiederholte in der Antragsbegründung einige seiner Vorwürfe.

DEINE MEINUNG

Anfang Juli hatten sich der TERV und die DESG in einem Gespräch mit der Landespolitik und dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) auf ein Moratorium geeignet, um die Strukturgespräche der DESG mit dem Bundeskanzleramt und dem DOSB abzuwarten. Die Hoffnung, dass sich dadurch „die Wogen glätten“, erfüllte sich offensichtlich nicht.