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Neureuther kritisiert kuriose FIS-Ideen

Neureuther kritisiert kuriose FIS-Ideen

Der internationale Skiverband hat verschiedene Ansätze, den alpinen Weltcup attraktiver zu machen. Zwei davon stoßen bei Felix Neureuther nicht auf Gegenliebe.
Felix Neureuther beendete seine Karriere 2019
Felix Neureuther beendete seine Karriere 2019
© Imago
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von SPORT1

Felix Neureuther hat nicht gerade positiv auf die Idee des neuen FIS-Präsidenten Johan Eliasch reagiert, künftig Weltcup-Rennen in Skihallen durchzuführen.

„Wo ist denn der Skisport zuhause? In den Bergen!“, betonte der ehemalige Ski-Star im Rahmen der ARD-Übertragung des Weltcupauftakts in Sölden am vergangenen Wochenende und ergänzte: „Und ich finde, da gehört er auch hin.“

Wettbewerben unter dem Dach einer Skihalle fehle es an sportlichem Anreiz, machte Neureuther deutlich. „Als Sportler willst du auf den schwierigsten Pisten, bei den schwierigsten Verhältnissen fahren, wo die Herausforderung am größten ist, aber eine Skihalle ist für einen Profi-Skifahrer ehrlich gesagt keine Herausforderung“, erklärte der 37-Jährige seinen Standpunkt.

Matterhorn-Abfahrt? Neureuther skeptisch

Darüber hinaus hinterfragte Neureuther den Plan des Verbands, ab spätestens 2023 Ende Oktober/Anfang November eine länderübergreifende Weltcup-Abfahrt am Matterhorn auszutragen. Mit fast fünf Kilometern wäre die Strecke die längste im Weltcup-Zirkus.

„Erstens, die Abfahrt ist extrem lang und dies als erstes Rennen auf 4000 Metern Höhe, da geht es auch um die Gesundheit der Athleten“, gab der Familienvater zu bedenken.

„Auch der Fairnessgedanke ist ein Thema, weil es dort im November sehr windig ist. Und bei den Speed-Fahrern spielt der Wind eine große Rolle“, sagte Neureuther darüber hinaus.

Auch Wasmeier kritisiert FIS-Idee

Hinsichtlich der Fairness wäre auch der geplante frühe Zeitpunkt ein kritischer Aspekt. „Muss es sein, dass man im November da oben in Zermatt ein Gletscherrennen fährt? Die Abfahrer müssen sich deutlich früher und länger vorbereiten“, warnte der frühere Slalom-Spezialist und führte weiter aus: „Wir Deutschen haben nicht diese Berge, wo wir im Sommer trainieren könnten. Man muss einen extrem hohen Aufwand betreiben, um überhaupt konkurrenzfähig zu sein. Den muss man auch machen, sonst hat man keine Chance. Und dann stehen wir hier und auf einmal ist kein Deutscher mehr unter den Top 30 oder überhaupt mehr am Start. Das sollte nicht die Zukunft sein.“

Zuletzt hatte sich auch Ski-Legende Markus Wasmeier kritisch zu dem geplanten Rennen am Matterhorn geäußert. „Das bringt nichts außer schöner Bilder“, hatte Wasmeier angesichts der enormen Höhe und der etwaigen Wetter-Extreme am höchsten Schweizer Berg gesagt.