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Ski Alpin: Umjubelter deutscher Coup auf legendärem Berg

Deutscher Coup auf legendärem Berg

Linus Straßer hat beim Weltcup-Slalom auf dem Chuenisbärgli ein Ausrufezeichen gesetzt - obwohl er geschwächt ins Rennen gegangen war. Auch Teamkollege Anton Tremmel trumpft auf.
Wolfgang Maier plaudert im „SKI & BERGE: Das DSV Magazin“ aus dem Nähkästchen und berichtet von den Reaktionen nach dem einschneidendsten Erlebnis seiner Karriere: Dem Sieg von Thomas Dreßen auf der Streif in Kitzbühel 2018.
Linus Straßer hat beim Weltcup-Slalom auf dem Chuenisbärgli ein Ausrufezeichen gesetzt - obwohl er geschwächt ins Rennen gegangen war. Auch Teamkollege Anton Tremmel trumpft auf.

Linus Straßer riss im Hexenkessel von Adelboden die Skier in die Höhe, schrie seine unbändige Freude heraus und ließ sich vom enthusiastischen Publikum genüsslich feiern.

Einen Monat vor dem Beginn der alpinen Ski-WM in Frankreich präsentierte sich der 30 Jahre alte Münchner trotz einer hartnäckigen Erkältung in bestechender Form, am legendären Chuenisbärgli fuhr er zum zweiten Mal in diesem Winter auf Rang drei. (NEWS: Alle Neuigkeiten zum Thema Ski Alpin)

Linus Strasser Dritter trotz Erkältung

„Jetzt freue ich mich einfach nur“, sagte Straßer mit einem Lachen im Gesicht. Angesichts der tobenden Fans, die am Ende des aufgeweichten und schwierig zu befahrenden weißen Band inmitten grüner Wiesen warteten, ergänzte er im ZDF: „Das ist das beste Rennen im Ski-Weltcup.“

Für Straßer allemal: Zum dritten Mal nacheinander stand er am Fuße des steilen Zielhangs in Adelboden auf dem Siegerpodest, umjubelt von 25.000 Zuschauern.

Schneller als derzeit beste deutsche Skirennläufer (+0,92 Sekunden) waren diesmal nur die Norweger Lucas Braathen und Atle Lie McGrath (+0,71), darüber hinaus hatte er das Glück, dass der viertplatzierte Alex Vinatzer aus Italien 0,01 Sekunden langsamer war. „Es war ein cooles Rennen“, sagte Straßer, „aber noch viel mehr taugt mir die Art und Weise, wie ich gerade Ski fahre“. Das heißt: „Extrem stabil, total unkompliziert und trotzdem immer schnell.“

Die Form stimmt einfach, und so kann Straßer auch die Erkrankung, die ihn seit Weihnachten plagt und die er nun in den kommenden Tagen auskurieren will, nicht von Großtaten abzuhalten. Er habe eine Basis „mit der sich total schön arbeiten lässt“, sagte er. In Adelboden sei er körperlich „auf der letzten Rille“ gefahren, berichtete er abgekämpft, „aber wenn es trotzdem fürs Podium reicht, ist es umso schöner“. Für den WM-Slalom am 19. Februar lässt dies hoffen.

Auch Anton Tremmel trumpft auf

Nicht nur Straßer verkaufte sich am Chuenisbärgli bestens. Vor allem Anton Tremmel konnte überzeugen. Der 28 Jahre alte Sportsoldat aus Rottach-Egern fuhr im Slalom mit der hohen Startnummer 44 ins Finale, machte dort noch 16 Plätze gut und erreichte am Ende mit Rang 13 sein bestes Resultat im Weltcup. Zugleich erfüllte er zur Hälfte die deutsche WM-Norm. „Ich bin sehr zufrieden mit dem Tag“, bekannte er wenig überraschend.

Zufrieden sein durften nach der vorzeitigen Abreise von Alexander Schmid wegen einer Muskelverletzung auch die zwei Deutschen, die es am Samstag ins Finale des Riesenslaloms am Chuenisbärgli geschafft hatten. Stefan Luitz erreichte als 20. sein bestes Ergebnis nach 15 Monaten mit Verletzungen und Krankheiten und sagte danach erfreut: „Ich habe wieder ein bisschen den alten Stefan gespürt“. Anton Grammel fuhr mit Startnummer 52 auf Rang 25.

Alle Deutschen gingen mit einem Trauerflor in Gedenken an die am Mittwoch verstorbene Rosi Mittermaier an den Start. „Die Rosi“, sagte Straßer im ZDF, „hat den Grundstein dafür gelegt, wo wir heute sind, das darf man nie vergessen. Das ist eine ganz wunderbare Frau gewesen.“

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