Die Olympischen Spiele sind vorbei, und Marco Odermatt kann wieder gewinnen. Bei der Abfahrt auf der Kandahar in Garmisch-Partenkirchen feierte der Schweizer bereits seinen neunten Weltcup-Sieg in dieser Saison.
Diese Fahrt ließ auch Neureuther ausrasten: "Eine andere Zeitrechnung"
Diese Fahrt ließ Neureuther ausrasten
Der Schweizer zeigte einen Wahnsinnslauf, der ARD-Experte Felix Neureuther begeistert ausrasten ließ: „Das ist eine andere Zeitrechnung und eine andere Liga. Bist du narrisch.“
„Marco Odermatt, du bist genial. Wow, wow, wow. Ich weiß gar nicht, was ich zu dieser überragenden Fahrt sagen soll. Das Imperium schlägt zurück“, jubelte Neureuther: „Mit welcher Lockerheit der hier runterfährt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das noch schneller geht überhaupt.“
Und tatsächlich fuhr anschließend niemand schneller als Odermatt, der nach enttäuschenden Olympischen Spielen beeindruckend zurückschlug. Ski-Legende Neureuther freute sich gleich doppelt über die Fahrt des Schweizers, wie er nach dem Rennen zugab: „Mein Sohn ist, glaube ich, mit der größte Marco-Odermatt-Fan, den es gibt.“
Ski Alpin: Odermatt zeigt sich nach Sieg begeistert
Im Hause Neureuther gibt es also doppelte Freude und auch Odermatt selbst zeigte sich nach dem Sieg zufrieden.
„Sehr, sehr cool“, sagte der 28-Jährige, dem bei den olympischen Rennen in Bormio zweimal Silber und einmal Bronze geblieben war. In der Abfahrt, der Team-Kombination und im Super-G hatte jeweils Teamkollege Franjo von Allmen triumphiert.
„Es war sehr, sehr anstrengend. Die Piste ist sehr gut und auch die Stimmung ist überragend. So viele Leute habe ich in Garmisch glaube ich noch nie gesehen. Das freut uns sehr“, freute sich Odermatt in der ARD.
Bei frühlingshaften Temperaturen im Schatten der Zugspitze gelang Odermatt zunächst die Revanche für die Olympia-Abfahrt, bei der er als Vierter das Podest verpasst hatte, nur knapp vor seinem Landsmann Alexis Monney (+0,04 Sekunden), Rang drei belegte in Stefan Rogentin (+0.98) ein weiterer Schweizer. Der dreifache Olympiasieger von Allmen wurde Sechster. Lokalmatador Simon Jocher und Routinier Romed Baumann kamen nicht unter die ersten 30.
Odermatt spricht „großes Kompliment“ an Organisatoren aus
Odermatt ließ es sich auch nicht nehmen ein „großes Kompliment“ an die Organisatoren zu richten: In der Tat präsentierte sich die Kandahar, auf der witterungsbedingt zuletzt 2021 eine Abfahrt möglich gewesen war, trotz der T-Shirt-Temperaturen in einem hervorragenden Zustand - und damit gewohnt herausfordernd.
Als „Trostpreise“ für die verpassten Goldmedaillen bei Olympia werden Odermatt wieder mehrere Kristallkugeln bleiben. Den Abfahrtsweltcup hat er bei 175 Punkten Vorsprung auf von Allmen und nur noch zwei ausstehenden Rennen praktisch sicher. Im Kampf um die große Kristallkugel liegt er bei noch neun ausstehenden Wettbewerben, darunter der Super-G in „Gap“ am Sonntag, 687 Punkte vor Lucas Pinheiro Braathen, Olympiasieger im Riesenslalom - vor Odermatt.
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)