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"Scheiß im Kopf": Aicher reagiert auf Aus und Kritik

Aicher reagiert auf Aus und Kritik

Emma Aicher scheidet im Super-G früh aus. Die 22-Jährige verpasst es, Boden im Gesamtweltcup gutzumachen - und wird anschließend kritisiert.
Federica Brignone krönt ihr Olympia-Märchen mit einem triumphalen Sieg im Riesenslalom. Für die deutschen Läuferinnen Lena Dürr und Emma Aicher bleibt es dagegen bei einer Enttäuschung. Auch US-Star Mikaela Shiffrin muss weiter auf Edelmetall warten.
Emma Aicher scheidet im Super-G früh aus. Die 22-Jährige verpasst es, Boden im Gesamtweltcup gutzumachen - und wird anschließend kritisiert.

Emma Aicher ist beim Super-G im italienischen Val di Fassa vorzeitig ausgeschieden. Nach einer Bodenwelle im dritten Sektor verlor die 22-Jährige kurz die Kontrolle über ihre Ski, musste daraufhin stark bremsen und beendete in der Folge das Rennen.

Zu diesem Zeitpunkt war Aicher schnell unterwegs und 0,19 Sekunden schneller als die bis dato führende Elena Curtoni aus Italien.

TV-Experte Marco Büchel hatte bereits bei Aichers Start kritisiert, dass sie sich vorab nur wenig Zeit für die Strecken-Besichtigung nehme und fühlte sich nach ihrem Ausscheiden in seiner Annahme bestätigt.

Ski-Alpin: Aicher-Aus ein „Besichtigungsfehler“?

„Das ist ein Besichtigungsfehler“, betonte Büchel im ZDF. „Schau es dir lieber dreimal an, geh nochmal hoch. Du kommst mit enormem Speed dahin und siehst das Tor danach nicht.“

„Das ist mit den Olympischen Spielen zusammen der vierte Ausfall in diesem Winter in dieser Disziplin“, sagte der ehemalige Skirennfahrer. „Es gibt nicht 50 Rennen, sondern acht oder neun. Das ist eine Ausfallquote von 50 Prozent.“

Ski Alpin: Aicher erklärt spärliche Besichtigung

Aicher selbst verstand ihr Aus nicht als Resultat der spärlichen Strecken-Besichtigung. „Ich weiß, dass ich sowieso nur Scheiß im Kopf habe, wenn ich länger besichtige“, erklärte sie, warum sie die Strecke vor dem Rennen nur einmal analysiert.

„Für mich passt es, wenn ich so besichtige, wie ich besichtige. Das mit der Welle muss man natürlich wissen, aber ich schiebe es überhaupt nicht auf meine Besichtigung“, fuhr die Skirennfahrerin fort.

Aicher: „Ich bin einfach nur angepisst“

Dennoch machte das frühe Aus ihr zu sichtlich schaffen. „Ich bin einfach nur angepisst auf mich selbst heute“, ärgerte sie sich. Abhaken will sie noch nichts: „Ich freue mich jetzt nach Schweden heimzufahren, dann zwei Rennen und dann ist Finale.”

Jetzt müsse sie erstmal das bittere Aus verdauen. „Ich gebe mir ein bisschen Zeit zum schlecht drauf sein. Irgendwann muss man es halt lassen, hilft mir auch nicht weiter”, sagte Aicher, die sich jedoch nicht aufgeben wollte: „Ich weiß, was ich kann und muss daran weiter glauben.”

Nach der Begründung von Aicher blieb Büchel dennoch bei seiner Meinung: „Ich habe immer die gesamte Besichtigungszeit ausgenutzt. Ich kreide ihr das ein bisschen an, sie sieht das anders. Ich habe vielleicht alles zu Tode studiert.“

Weidle-Winkelmann: „Sehr deprimierend für mich“

Aicher hat damit auch die Chance vertan, im Gesamtweltcup Boden auf die derzeit Führende Mikaela Shiffrin gutzumachen. Aicher lag vor dem Rennen 117 Punkte hinter Shiffrin auf Platz zwei. Shiffrin holte mit Rang 23 immerhin noch acht Weltcup-Punkte und baute dadurch ihre Führung aus.

Kira Weidle-Winkelmann landete nach einer durchwachsenen Fahrt nur auf Platz 27. „Ich kam gar nicht klar, von oben bis unten. Das ist sehr deprimierend für mich“, äußerte sich die enttäuschte 30-Jährige.