In rund zwei Monaten startete die neue Langlauf-Saison im finnischen Ruka.
Langlauf: Boykottiert Norwegen wegen Russland die Saison?
Boykottiert Top-Nation die Saison?
Während die Vorbereitung in die heiße Phase geht, ist immer noch unklar, ob Russland und Belarus an den Wettkämpfen teilnehmen.
Der Weltverband FIS suspendierte die Nationen nach dem Beginn des Kriegs in der Ukraine zwar vorübergehend - die Sperre gilt jedoch nicht für den kommenden Winter.
Angesichts der Unklarheit wächst nun die Kritik an den Verantwortlichen. „Ich muss sagen, dass ich es vermisse, dass die FIS etwas klarer für sich steht, anstatt sowohl gegenüber uns als auch den russischen Athleten Unsicherheit zu erzeugen. Sie wirken etwas wackelig. Anstatt dass sie für das einstehen, woran sie glauben“, sagte der norwegische Langläufer Simen Hegstad dem Radiosender NRK.
Besiegeln neue Entwicklungen das Aus von Russland?
Noch drastischer wird der Vorsitzende des norwegischen Langlauf-Komitees Torbjörn Skogstad. „Es wäre schwierig, uns im sportlichen Wettkampf mit den Russen zu messen, so lange sie Krieg gegen die Ukraine führen“, sprach er in den heimischen Medien offen über einen Boykott.
Man werde „eine Bewertung vornehmen. Damit sind viele Konsequenzen verbunden, also müssen wir das besprechen, wenn diese Situation eintritt. Wir haben die Verantwortung, richtig zu entscheiden“, erklärte er weiter.
Besonders die jüngsten Entwicklungen mit der Teilmobilisierung der Reservekräfte und den Scheinreferenden in den von Russland besetzten Gebieten in der Ukraine bestärken ihn in seiner Forderung. So sei ein Ausschluss „jetzt sogar noch naheliegender als im Februar“, meint Skogstad.
Das russische Langlauf, das sich zuletzt heftige mit Norwegen zoffte, verliert hingegen etwas die Hoffnung auf eine Rückkehr.
So erklärte die Chefin Yelena Välbe nach einem privaten Treffen mit dem FIS-Präsident Johan Eliasch dem russischen Sport-Sender MatchTV: „Vor der Mobilisierung und den Referenden wurde ein neutraler Status für unsere Athleten in Betracht gezogen, aber jetzt ist dies außer Frage. Diese Situation erschwerte die Rückkehr russischer Athleten erheblich.“